Andrei Grigorjewitsch Kaschetschkin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Andrei Grigorjewitsch Kaschetschkin (russische Schreibweise Андрей Григорьевич Кашечкин, * 21. März 1980 in Qysylorda) ist ein kasachischer Radrennfahrer.

Karriere[Bearbeiten]

2001 bis 2005[Bearbeiten]

Kaschetschkin wurde 2001 von Patrick Lefevere entdeckt, der ihm einen Vertrag bei Domo-Farm Frites anbot. Er gilt als großes Talent und wurde deshalb von Lefevere langsam aufgebaut. Deshalb konnte man seinen 5. Platz beim Giro del Lazio 2003 als erfolgreichstes Ergebnis bei Domo-Farm Frites bezeichnen. 2004 wechselte er dann zu Crédit Agricole, wo er den Grand Prix de Fourmies und die Sachsen-Tour gewinnen konnte. Mit seinem 9. Platz bei der Dauphiné Libéré bewies er auch seine Klettereigenschaften an langen Anstiegen. Bei der Tour de France 2005 belegte Kaschetschkin den 2. Platz in der Wertung des besten Jungprofis.

2006[Bearbeiten]

Auf Wunsch seines Landsmanns Alexander Winokurow verpflichtete das Team Liberty Seguros den Kasachen Anfang 2006. Im Frühjahr entschied er die 6. Etappe bei Paris-Nizza von Digne-les-Bains nach Cannes im Alleingang für sich. Das Team kam in Schwierigkeiten, als es in den Dopingskandal Fuentes verstrickt wurde. Der Sponsor zog sich zurück und das Fortbestehen des Teams war nicht mehr sicher. Im Juni gewann Kaschetschkin die kasachische Meisterschaft. Nachdem Teamkollege Winokurow einen neuen Sponsor organisiert hatte, stand dem Start zur Tour de France nichts mehr im Weg, doch da das Team auf Grund von Suspendierungen im Zuge des Dopingskandals nur noch vier Fahrer in seinem Tour-Kader hatte, durfte es nicht starten.

Unter einem neuen Management startete das Team, das nun unter dem Namen Astana fuhr, in die Deutschland Tour. Dort präsentierte sich Kaschetschkin in starker Form und konnte sich den dritten Platz sichern. Wenig später erkämpfte er sich bei dem Eintagesrennen Clásica San Sebastián ebenfalls Platz drei.

Zusammen mit Winokurow bildete er die Spitze des Team Astana bei der Vuelta a España 2006. Da Astana das einzige Team war, das durch die beiden Kasachen mit zwei Fahrern in den Favoritengruppen auf den schweren Bergetappen vertreten war, hatten sie einen taktischen Vorteil. Abwechselnd konnten Winokurow und Kaschetschkin attackieren und somit die anderen Fahrer müde fahren. Die Überlegenheit des Teams zahlte sich aus. Kaschetschkin gewann eine Etappe, die gesamte Mannschaft sogar fünf. Während Winokurow den Gesamtsieg holte, erreichte Kaschetschkin mit dem dritten Platz im Gesamtklassement ebenfalls das Podium.

2007[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 belegte Kaschetschkin durch einen dritten Platz im abschließenden Zeitfahren auch den dritten Platz in der Gesamtwertung der Tour de Romandie 2007, hinter Thomas Dekker und seinem Teamkollegen Paolo Savoldelli.

Einige Wochen später belegte er ebenfalls den dritten Platz der Gesamtwertung der Dauphiné Libéré und fuhr sogar für zwei Tage im gelben Trikot des Gesamtführenden, das er auf der vorletzten Etappe nach Valloire an Christophe Moreau verlor.

Doping[Bearbeiten]

Nach einer unangekündigten Dopingkontrolle am 1. August in Belek wurde er positiv auf Fremdblut-Doping getestet. Er wurde umgehend von seinem Team Astana, das ohnehin schon von Dopingaffären zerrüttet ist, suspendiert. Nach einem ebenfalls positiven Ergebnis der B-Probe, wurde Kaschetschkin von seinem Team entlassen.

Am 27. August 2007 kündigte sein Anwalt an, die UCI verklagen zu wollen, da diese nicht das Recht habe, Rennfahrer zu Blut- und Urinproben heranzuziehen. Dies verstoße gegen das Arbeitnehmerrecht, so der Anwalt. Das belgische Zivilgericht, bei dem die Klage eingereicht wurde, hatte sich jedoch für nicht zuständig erklärt und ihn an die UCI verwiesen.

Am 23. Mai 2008 wurde Kaschetschkin vom kasachischen Radsportverband vom Dopingverdacht freigesprochen. Die UCI legte vor dem CAS Einspruch gegen dieses Urteil ein.[1] Im Folgenden stellte er die Legitimität der unangekündigten Dopingkontrolle in Frage und zog vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte[2].

Seit 2010 fährt er wieder Radrennen, zunächst für das Team Lampre-ISD. Ende des Jahres 2012 suspendierte ihn das Astana Pro Team, bei dem er seit Mitte 2011 fuhr, weil er sich weigerte, die teaminterenen Antidopingregeln zu unterzeichnen.[3] Nachdem er die Unterzeichnung nachholte, hob das Team die Suspendierung auf.[4]

Ende der Saison 2013 beendete er seine Karriere als Berufsradfahrer.

Palmarès[Bearbeiten]

2004

2006

2007

Grand Tour Gesamtwertung[Bearbeiten]

Grand Tour 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Pink jersey Giro - - - - - - - - -
Yellow jersey Tour 19 - DNF - - - - 78 DNF
golden jersey Vuelta - 3 - - - 18 - 34 -

Teams[Bearbeiten]

Privates[Bearbeiten]

Kaschetschkin hat zwei Brüder: der Jüngere, Oleg, ist ebenfalls Radrennfahrer bei einem Continental-Team. Andrei ist seit Oktober 2005 mit Nadja verheiratet und hat einen Sohn, der während der Tour de France 2007 geboren wurde.

Für seine Erfolge im Jahr 2006 bekam er vom kasachischen Staatsoberhaupt Nursultan Nasarbajew eine Wohnung in der Hauptstadt Astana geschenkt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Andrei Kaschetschkin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. rad-net.de: Keine Sanktionen gegen Kaschetschkin abgerufen am 24. Mai 2008
  2. gerichtliche Niederlage Kashechkins
  3. velonation.com xom 28. Dezember 2008: Kashechkin suspended over refusal to sign Astana team’s internal regulations
  4. cyclingnews.com vom 1. Januar 2013
  5. Sport1 am 8. Juli 2010: Lampre verpflichtet Kaschetschkin.