Apen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Apen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Apen
Apen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Apen hervorgehoben
53.2213888888897.80972222222223Koordinaten: 53° 13′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Ammerland
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 76,83 km²
Einwohner: 11.077 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26689
Vorwahlen: 04489, 04409 (Godensholt)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WST
Gemeindeschlüssel: 03 4 51 001
Gemeindegliederung: 9 Bauerschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 200
26689 Apen
Webpräsenz: www.apen.de
Bürgermeister: Matthias Huber (SPD)
Lage der Gemeinde Apen im Landkreis Ammerland
Landkreis Wesermarsch Bad Zwischenahn Edewecht Apen Westerstede Rastede Wiefelstede Landkreis Ammerland Niedersachsen Landkreis Cloppenburg Oldenburg Landkreis Oldenburg Landkreis Leer Landkreis FrieslandKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Apen (niederdeutsch Aap) ist die westlichste Gemeinde im Landkreis Ammerland in Niedersachsen.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Apen liegt in der zur Oldenburger Geest gehörenden naturräumlichen Einheit des Aper Geestrandes. Sie befindet sich im Zuflussgebiet der Ems und damit noch im tideabhängigen Bereich. Der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt etwa knapp zwei Meter. In den vergangenen Jahrzehnten fanden umfangreiche Deichsicherungs- und Ausgleichsmaßnahmen statt. Sie verhindern eine großflächige Überschwemmung des Gemeindegebietes in den Wintermonaten. Die nächstgrößere Stadt ist Oldenburg (Oldenburg), etwa 32 km östlich von Apen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Apen wird umgrenzt (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten) von der Stadt Westerstede, den Nachbargemeinden Edewecht (Landkreis Ammerland), Barßel (Landkreis Cloppenburg), Detern und Uplengen/Remels (beide Landkreis Leer).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Rathaus der Gemeinde Apen

Die Gemeinde besteht aus folgenden 9 Bauerschaften:

  • Apen mit Roggenmoor sowie Teilen von Klauhörn und Lengenermoor
  • Augustfehn I
  • Augustfehn II mit Augustfehn III sowie den nicht zu Apen gehörenden Teilen von Klauhörn und Legenermoor
  • Espern mit Aperfeld, Apermarsch, Godensholterweg, Klampen und Winkel
  • Godensholt mit Godensholterfeld
  • Hengstforde mit Aperberg, Hengstforderfeld und Teilen von Nordloh-Kanal
  • Nordloh mit Teilen von Nordloh-Kanal
  • Tange mit Teilen von Nordloh-Kanal
  • Vreschen-Bokel mit Bokelermoor und Holtgast

Klima[Bearbeiten]

Durch die unmittelbare Nähe zur Nordsee herrscht in der Gemeinde Apen ein ganzjährig gemäßigtes maritimes Klima.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste geschichtliche Erwähnungen des Ortes Apen finden sich bereits um 1230, als die Ritter von Apen dem Grafen von Oldenburg Heerfolge leisteten. Um diese Zeit wurde die St Nikolai-Kirche errichtet. Im Jahre 1340 wurde die erste Windmühle des Ammerlandes in Apen erbaut. Apen war für Jahrhunderte der bedeutendste ammerländische Festungsort gegen das ostfriesische "Ausland". 1457 ging Apen in einer Fehde zwischen den Ostfriesen und Oldenburgern in Flammen auf. Auch in nachfolgenden Jahren kam es in Apen immer wieder zu Bränden, so zum Beispiel 1465, 1468, 1473. Im Jahre 1538 wurde die Festung zu Apen vom Fürstbischof von Münster erobert.

Im Jahre 1582 richtete Graf Johann von Oldenburg in Apen zwei Märkte ein. 1778 wurde die Festung geschleift. Nur der ehemalige Festungsgraben ist heute noch vorhanden.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Der Ort Apen selbst hat etwa 2.300 Einwohner. Größte Ortschaft der Gemeinde ist mit ca. 2.900 Einwohnern Augustfehn.

Jahr Einwohner
1998 10.349
1999 10.474
2000 10.598
2001 10.698
2002 10.747
Jahr Einwohner
2003 10.890
2004 10.964
2005 10.989
2006 11.001

Ortsname[Bearbeiten]

Frühere Ortsnamen von Apen waren in den Jahren 1233 Apen, 1242 Apen, 1260/70 Apen, 1379 Apen und 1420 Apen. Früher war es ein wichtiger Grenzort am Wasser- und Landweg nach Ostfriesland. Die um 1515 errichtete Festung (angeblich an der Stelle einer um 1000 erbauten Burg der Junker von Apen, von der jedoch bei Ausgrabungen 1969 keine Spur entdeckt wurde) wurde zwischen 1710 und 1730 zu einem Fort ausgebaut, das 1773 - 1780 geschleift wurde.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Kirchen
  • Katholische Kirche
    Die katholische Kapellengemeinde St. Johannes in Apen-Augustfehn und die Herz Jesu Pfarrei in Westerstede wurden zu einer gemeinsamen Pfarrei zusammengelegt. Die ehemalige Gemeinde St. Johannes hat etwa 750 Gemeindemitglieder.
Freikirchen

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Apen besteht aus 28 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 11.001 und 12.000 Einwohnern.[3] Die 28 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Matthias Huber (SPD).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:

Partei 11. Sept. 2011
SPD 47,16 % 7.363 13 Sitze
CDU 20,42 % 3.188 6 Sitze
GRÜNE 5,10 % 797 1 Sitz
UWG 14,73 % 2.301 4 Sitze
BfB 9,03 % 1.410 3 Sitze
DIE LINKE. 2,22 % 348 1 Sitz
Wahlbeteiligung 5.423 von 9.096
58,61 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Matthias Huber (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Die heraldische Beschreibung des Wappens lautet:

In Gold über blauem Schildfuß ein rotes, von zwei Türmen flankiertes Festungstor mit schwarzen Dächern und Fenstern.[4]

Der Rat der Gemeinde Apen wählte bewusst die Abbildung der ehemaligen Festung zu Apen als Wappen. Die Abbildung der Festung wird seit 1934 im Dienstsiegel geführt und ist zu einem Symbol für die Gemeinde geworden. Die Mehrzahl der Bevölkerung sah im Dienstsiegel bereits das typische Wappen für Apen. Die Festung ist über das frühere Amt Apen und der späteren Gemeinde Apen eng mit dieser Landschaft verknüpft. Insbesondere weil auch die Fundamente der Festung freigelegt wurden und der frühere Festungsgraben noch heute besteht. Der Rat hatte zunächst die Dienstsiegelabbildung gewählt. Auf Anraten des niedersächsischen Staatsarchivs Oldenburg wurde vom Rat jedoch eine Vereinfachung beschlossen, weil zu viele Türme und Türmchen unheraldisch wirkten. Die Türme sollen die Festung darstellen und das Tor mit dem für die Apener Festung typischen Zackengiebel flankieren. Als Farben wurden: blau, rot, gold (gelb) und schwarz gewählt. Das Blau soll den Burggraben und die von unzähligen Flüssen und Kanälen durchzogene Landschaft darstellen. Das Rot stellt die überwiegende Bauweise in roten Ziegelsteinen dar. Die Festung war aus Ziegelsteinen und die Kirchen in der Gemeinde sind aus diesen Steinen gemauert. Das Schwarz ist Symbol der früheren Industrieansiedlung im westlichen Gemeindeteil. Das Gold wurde gewählt, um einen Hintergrund zu haben, der die vorgenannten Farben untermalt. Außerdem stimmen diese Farben mit denen des Landkreises Ammerland überein.

Flagge[Bearbeiten]

Die Streifenflagge zeigt in der oberen Hälfte die Farbe blau und in der unteren Hälfte die Farbe rot. Die Mitte der Flagge ist mit dem Gemeindewappen belegt.[4]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinde führt eine Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Gizalki. Gizalki ist Teil des Landkreises Plescew, welcher wiederum Partnerlandkreis des Landkreises Ammerland ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Augustfehn: Kleinbahn des Stahlwerkes
Windmühle Hengstforde
Landschaftsfenster „Wasser“ in Tange

Theater[Bearbeiten]

  • Männeken-Theater, das Figurentheater ANNEs Bühne. Annes Puppen- und Figurentheater ist mittlerweile überregional bekannt und genießt einen guten Ruf. Auf dem Spielplan stehen nicht nur eigene Aufführungen auch andere Bühnen geben im Theater ihr Repertoire zum Besten.

Museen[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Fehntjer Shanty-Chor Augustfehn
  • Ten Sing Apen/Augustfehn
  • Da Capo
  • Der Kinderchor „Aper Turmspatzen“

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Historische Eisenhütte auf dem Dorfplatz in Augustfehn, Ausstellungsstücke aus der Eisenverarbeitung, Denkmal in Form einer Bronzeporträtbüste des Namensgebers von Augustfehn - Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg
  • St. Nicolai-Kirche in Apen
  • Kapelle in Vreschen-Bokel
  • Windmühle in Hengstforde
  • Straßenbrücke am Aper Tief

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kornmähen in Aperberg, das historische Erntefest im Norden
  • Frühlingstreff in Augustfehn (erstes Aprilwochenende)
  • Schützenfest Augustfehn II (Pfingstwochenende)
  • Schützenfest in Augustfehn-Bokel (Mitte Juni)
  • Fest der 1000 Laternen in Augustfehn (letztes Juliwochenende)
  • Bauernmarkt in Tange
  • Frühjahrs- und Herbstmarkt in Apen
  • Schützenfest in Godensholt
  • Matjesfest in Apen
  • Oktoberfest in Apen
  • Reitertage der Pony- und Pferdefreunde Augustfehn
  • Fußball(hallen) Turniere Stahlwerk oder HRS Augustfehn
  • Frühtanz am Pfingstsonntag in der Diskothek Tange

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Als besondere kulinarische Spezialitäten (nicht nur in der Gemeinde Apen) gelten der langgereifte, mildgeräucherte Ammerländer Schinken wie auch das Grünkohlessen mit der dazu traditionell durchgeführten Kohlfahrt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Apen ist Sitz des Maschinenbauunternehmens AMF-Bruns.

Verkehr[Bearbeiten]

Augustfehn: Bahnhof
Bahn

Der Bahnhof von Augustfehn ist ein Fernbahnhof und liegt an der Bahnstrecke Oldenburg–Leer. Nächster Bahnhof in östlicher Richtung ist der Bahnhof Westerstede-Ocholt, in westlicher Richtung erreicht man den Bahnhof Leer. Augustfehn ist die letzte Station des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen (VBN), die Station Leer ist diesem nicht mehr angeschlossen.

Autobahn

Etwa 4 km nördlich verläuft die Bundesautobahn 28 in Ost-West-Richtung. Die Autobahnausfahrt lautet Apen/Remels.

Fernbus

Apen wird mehrmals täglich von der Public-Express Fernbuslinie bedient, die die Städte Groningen, Oldenburg und Bremen miteinander verbindet. Zudem bedient dieser Bus auch den Flughafen Bremen. Die Busse halten am Autohof Apen/Remels.

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Augustfehn I
  • Grundschule Am Stahlwerk
  • Grundschule Apen
  • Grundschule Nordloh
  • Zweigstelle Apen des Gymnasiums Westerstede Europaschule
  • Oberschule Augustfehn
  • Zweigstelle Apen der Oberschule Augustfehn

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Hengstforde befindet sich das Freibad Hengstforde mit 50-m-Becken und 70-m-Großrutsche bei einer Wassertemperatur 24-25 Grad. Es gibt einen Eltern-Kind-Bereich und einen modernen Kioskbetrieb.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Apen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Jürgen Udolph.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 11. September 2014.
  4. a b Hauptsatzung der Gemeinde Apen, abgerufen am 11. September 2014