Barßel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Barßel
Barßel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Barßel hervorgehoben
53.1702777777787.74666666666672Koordinaten: 53° 10′ N, 7° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cloppenburg
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 84 km²
Einwohner: 12.438 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26676
Vorwahlen: 04499, 04497 (Harkebrügge)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: CLP
Gemeindeschlüssel: 03 4 53 001
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Theodor-Klinker-Platz 1
26676 Barßel
Webpräsenz: www.barssel.de
Bürgermeister: Bernhard Schulte (parteilos)
Lage der Gemeinde Barßel im Landkreis Cloppenburg
Landkreis Ammerland Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Leer Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Landkreis Osnabrück Landkreis Vechta Landkreis Wesermarsch Oldenburg (Oldenburg) Barßel Bösel Cappeln (Oldenburg) Cloppenburg Emstek Essen (Oldenburg) Friesoythe Garrel Lastrup Lindern (Oldenburg) Löningen Molbergen SaterlandKarte
Über dieses Bild

Barßel ist eine Gemeinde im Landkreis Cloppenburg im Nordwesten von Niedersachsen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 45 km nördlich der Kreisstadt Cloppenburg in einem ehemaligen Sumpfgebiet im nördlichsten Zipfel des Landkreises Cloppenburg. Dort direkt angrenzend sind die Landkreise Ammerland und Leer (Ostfriesland). Sie ist 40 km von der Meeresbucht Dollart bei der Emsmündung entfernt. Dennoch hat sie nur eine Seehöhe von einem Meter und war daher früher oft durch Hochwasser gefährdet. Die größte Höhe von sieben Metern hat eine kleine Erhebung im Süden von Barßel. Den Ortskern von Barßel umfließen die Aue (nördlich), dort Barßeler Tief genannt, und die Soeste (südlich).

Die Entfernungen zu benachbarten Städten betragen:

Ortsgliederung[Bearbeiten]

  • Barßel
  • Barßelermoor
  • Carolinenhof
  • Elisabethfehn
  • Harkebrügge
  • Lohe
  • Loher-Ostmark
  • Loher-Westmark
  • Neuland
  • Neulohe
  • Osterhausen (früheres Johanniter-Nonnenkloster)
  • Reekenfeld
  • Roggenberg

Geschichte[Bearbeiten]

Barßel wurde erstmals im Jahre 1330 urkundlich erwähnt. Die grundherrenfreien Bauern der Dörfer Barßel, Lohe und Harkebrügge betrieben vor allem Schafzucht und Fischerei. In den Jahren 1522 und 1538 kam es zu Raubzügen von Oldenburgern, bei denen man den Barßlern und Anderen die Schafe und damit ihre Existenzgrundlage nahm. Daher begann die Bevölkerung von nun an, ihren Lebensunterhalt mit Torfhandel zu bestreiten. Der Torf wurde vor allem mit Schiffen auf Kanälen transportiert. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Barßel im Jahre 1638 von hessischen Truppen gebrandschatzt. 1760 und 1857 wuchs Barßel weiter durch Besiedelung der Ortsteile Barßelermoor und Elisabethfehn.

1900 kamen die Siedlungen Loher Ostmark, Lohe und Carolinenhof zur Gemeinde hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg trafen in Barßel viele Flüchtlinge und Vertriebene ein. Um ihnen eine Siedlungsfläche zur Verfügung zu stellen, wurden 1957 Entwässerungsprojekte an der Soeste und ein Hochwasserschutz durchgezogen. Über die Jahrhunderte war Barßel – obwohl küstenfern – die Heimat vieler Kapitäne, die die Weltmeere bereisten. Bekannt wurde z. B. Kapitän Johann Dänekamp, der 1978 bei einem tragischen Unglück samt 28 Mann Besatzung im Nordatlantik mit dem 261m-LASH-Carrier „München“ verschollen ist. Ein weiteres tragisches Schiffsunglück ereignete sich im Juni 1994, bei dem der Barßeler Kapitän Hans Lampen ums Leben kam.

Wappen[Bearbeiten]

Kirche St. Cosmas und Damian im Zentrum Barßels

Blasonierung: In Rot ein nach links fahrendes einmastiges Segelboot mit goldenem, symmetrischem Rumpf mit schwarzer Bordlinie, goldenem Vor- und Sprietsegel, blauem, nach rechts wehendem Wimpel an der Mastspitze, auf zwei übereinander liegenden blauen Wellenzügen mit je drei Wellenkämmen, den Schildfuß ausfüllend.

Religion[Bearbeiten]

Die 2006 fusionierte katholische Barßeler Kirchengemeinde Sankt Ansgar besteht aus den früheren Pfarreien St. Cosmas und Damian (Barßel), St. Elisabeth (Elisabethfehn) und St. Marien (Harkebrügge). Des Weiteren existieren drei evangelische Gemeinden:

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Das Barßeler Rathaus

Bei der Bürgermeisterwahl vom 10. September 2006 setzte sich Bernd Schulte mit einem großen Abstand zu seinen Kontrahenten Otto Elsen und Andreas Freesemann durch.[2]

Bewerber Partei 10. Sept. 2006
Elsen CDU 405 7,52 %
Freesemann Einzelwahlvorschlag 1.733 32,21 %
Schulte Einzelwahlvorschlag 3.241 60,25 %
Wahlbeteiligung 56,31 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung 2011
Sitzverteilung 2006

Bei den letzten Wahlen zum Gemeinderat verloren aufgrund der Ratsverkleinerung von 30 auf 28 Sitze die CDU und die BFB jeweils einen Sitz. Die Grünen traten erstmals an und schafften direkt den Einzug, während die FDP dies verpasste. Die SPD blieb als einzige unverändert.[3][4]

Partei 10. Sept. 2006 11. Sept. 2011
CDU 46,6 % 7.333 14 Sitze 45,91 % 7.134 13 Sitze
BFB 27,1 % 4.261 8 Sitze 24,47 % 3.802 7 Sitze
SPD 23,9 % 3.752 7 Sitze 23,75 % 3.691 7 Sitze
Grüne - - - 4,40 % 685 1 Sitz
FDP 2,4 % 381 1 Sitz 1,44 % 225 0 Sitze
Wahlbeteiligung 56,62 % 53,30 %

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 16. März 2001 besteht eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Barßel und der Gmina Elbląg (Gemeinde Elbing) in Polen. Elblag ist eine polnische Landgemeinde. Sie liegt im nordöstlichen Teil Polens etwas 70 km von Danzig und 50 km von der polnisch-russischen Grenze entfernt. Bis zur Ostsee (Frisches Haff) sind es rund 30 km. Die Entfernung zwischen Barßel und Elblag beträgt 1000 km.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Barßeler Bootshafen an der Soeste, links im Hintergrund das Ortszentrum
Der „Leuchtturm“ als Wahrzeichen des Barßeler Bootshafens

Barßel ist als Mitglied des „Zweckverbands Interkommunaler Industriepark Küstenkanal“ am Industrie- und Gewerbegebiet c-Port beteiligt. Durch einen knappen Mehrheitsbeschluss (16 zu 15 Stimmen) wurde die Mitgliedschaft am 2. Dezember 2010 gekündigt. Wirksam wird diese erst zum 1. Januar 2014.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Barßel ist über die Autobahn-Abfahrt Apen/Barßel der A28 in etwa 15 Minuten zu erreichen. Zwischen Apen und Barßel verläuft auch die Bahnlinie Emden-Oldenburg. Der Barßel nächstgelegene Bahnhof an dieser Strecke ist Augustfehn.

Eine weitere Straßenanbindung besteht von der Abfahrt Oldenburg/Eversten der A28 über die B401. Aus Süden führt von der A1 (Abfahrt Cloppenburg) auch die B72 nach Barßel.

Der Barßeler Bootshafen ist über die Ems, die Jümme, das Barßeler Tief und die Soeste zu erreichen. In ihm machen sich noch die Gezeitenunterschiede der Nordsee bemerkbar.

Barßel besitzt einen kleinen Flugplatz.

Schulen[Bearbeiten]

  • Grundschule Barßel, Marienschule
  • Grundschule Sonnentau
  • Grundschule Elisabethfehn West
  • Grundschule Harkebrügge
  • Hauptschule Barßel
  • Realschule Barßel (Europaschule)
  • Soesteschule Barßel

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Ebkenssche Windmühle
Sehenswürdigkeiten
Vereine

In der Gemeinde Barßel gibt es fünf Sportvereine, den SV Harkebrügge, den SV Viktoria Elisabethfehn (Fusionsverein aus SV Elisabethfehn und Viktoria Reekenfeld), den STV Barßel, den SV Hellas Apen + Barßel und den Tennisverein Barßel e. V. von 1973.

Panorama des Boothafens von dem Aussichtsturm aus

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. SPD: Bürgermeisterwahlen im Bezirk Weser Ems, Seite 2 (PDF; 25 kB)
  3. KDO-Wahlportal: Gemeinderatswahl 2011 in der Gemeinde Barßel
  4. KDO-Wahlportal: Gemeinderatswahl 2006 in der Gemeinde Barßel
  5. Barßel steigt aus C-Port aus
  6. Niedersächsische Mühlenstraße: Ebkensche Mühle

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Eveslage: Zur Geschichte der Barßeler Schiffahrt. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 1984. Vechta 1983, S. 5–14.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barßel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien