Landkreis Cloppenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Cloppenburg Deutschlandkarte, Position des Landkreises Cloppenburg hervorgehoben52.917.9Koordinaten: 52° 55′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Verwaltungssitz: Cloppenburg
Fläche: 1.418,18 km²
Einwohner: 160.033 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: CLP
Kreisschlüssel: 03 4 53
Kreisgliederung: 13 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg
Webpräsenz: www.lkclp.de
Landrat: Hans Eveslage (CDU)
Lage des Landkreises Cloppenburg in Niedersachsen
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Über dieses Bild

Der Landkreis Cloppenburg (Niederdeutsch: Landkreis Cloppenborg, Saterfriesisch: Loundkring Kloppenbuurich) liegt im nordwestlichen Niedersachsen. Er grenzt im Westen an die Landkreise Emsland und Leer, im Norden an den Landkreis Ammerland, im Osten an die Landkreise Oldenburg und Vechta und im Süden an den Landkreis Osnabrück. Der Landkreis ist Teil der Region Oldenburger Münsterland.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Thülsfelder Talsperre

Die Ausdehnung des Kreises beträgt Nord-Süd etwa 50 km und Ost-West 40 km. Das Gebiet ist Flachland mit einer mittleren Höhenlage von 30-40 m über NN. Nördlich von Cloppenburg bildet die Soeste einen etwa 3 km langen See, die Thülsfelder Talsperre.

Bei Cloppenburg betrieb das IfAG bis in die Siebzigerjahre eine geodätische Satellitenstation.

Geologie[Bearbeiten]

Im Landkreis wechseln sich Geest- mit Moorböden ab (vgl. auch Oldenburger Land und Landkreis Oldenburg).

Kulturlandschaft[Bearbeiten]

Die südliche Hälfte des Landkreises liegt innerhalb der geographischen Landschaft der Ems-Hunte-Geest, gegliedert in den Hümmling-Anteil im Westen von Lindern (Oldenburg) bis Friesoythe-Markhausen, in die zentrale Cloppenburger Geest und in den Randbereich der Delmenhorster Geest nördlich von Emstek am Ostrand des Kreises. Im Süden des Geestzuges gehört ein schmaler Streifen von Löningen bis Essen (Oldenburg) zur geographischen Landschaft Artland. Das Gebiet nördlich und nordwestlich der Geest von Garrel bis Barßel zählt zur Leda-Jümme-Niederung.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm Cloppenburg

Der Landkreis liegt in der gemäßigten Klimazone Niedersachsens im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima der Nordseeküste und dem kontinentalen Klima im Süden und Osten und ist durch gemäßigtes Seeklima, beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee, geprägt.

Temperatur[Bearbeiten]

Zur Darstellung der Temperaturverhältnisse dienen die von Hoffmeister (1937) veröffentlichten Daten der von der Stadt Cloppenburg etwa 21 km entfernten Messstation in Löningen/Kreis Cloppenburg. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8,4 °C. Das Maximum der Monatsmittel liegt bei 16,7 °C im Juli. Der Januar als kältester Monat hat eine mittlere Temperatur von 0,8 °C. Die mittlere Zahl von Tagen mit mehr als 5 °C beträgt 288, bei 10 °C sind es 155 Tage (Hoffmeister, 1937).

Niederschlag[Bearbeiten]

Grundlage für die Beschreibung des Niederschlages sind Daten des Wasserwirtschaftsamtes Cloppenburg (o.J.) aus dem Zeitraum 1951–1988.

Der mittlere Jahresniederschlag beträgt 785 mm Jahr für den Zeitraum von 1951–1980 und 801 mm Jahr für 1961–1988. Das Maximum wurde 1961 mit 1053 mm N/Jahr erreicht; der niedrigste Wert betrug 576 mm N/Jahr im Jahre 1969. Wie in der Abbildung zu erkennen ist, fallen die höchsten Niederschläge des Jahres im Juni. Im langjährigen Mittel sind es 81 mm N/Monat. Eine zweites Maximum besteht in den Wintermonaten, insbesondere im Dezember, in dem durchschnittlich 78 mm N/Monat fallen. Dem gegenüber stehen zwei Minima im Februar und Oktober/September mit jeweils 49 und 58,4 mm N/Monat. Die relative Variabilität der mittleren Monatsniederschläge beträgt im Durchschnitt 50 % der Mittelwerte. Während der Vegetationsperiode von April bis September fallen mit 403 mm N 50 % des Jahresniederschlags; in der Hauptvegetationsperiode von Mai bis Juli sind es mit 224 mm N 28 %.

Die räumliche Verteilung des Niederschlages ist entscheidend von der Geesthochfläche bestimmt. Nach Norden in Richtung Leda-Jümme-Niederung nimmt der mittlere Jahresniederschlag um etwa 60 mm ab und beträgt 725 mm N/Jahr. Ebenso tritt dies im Süden im Bereich der Hase-Niederung ein. Bei Lohne im Kreis Vechta sinkt der mittlere Jahresniederschlag beispielsweise um 85 mm auf 700 mm/Jahr ab. Im Untersuchungsgebiet fällt nach der Niederschlagskarte ein mittlerer Jahresniederschlag von etwa 775 mm/Jahr

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert existierten auf dem Gebiet des heutigen Landkreises die drei oldenburgischen Ämter Cloppenburg, Löningen und Friesoythe. 1879 wurde das Amt Löningen in das Amt Cloppenburg eingegliedert. 1933 wurden die Ämter Cloppenburg und Friesoythe zum Amt Cloppenburg zusammengefasst, aus dem 1939 der Landkreis Cloppenburg wurde. 1974 wurden die Gemeinden Gehlenberg und Neuvrees aus dem Landkreis Aschendorf-Hümmling nach Friesoythe und die Gemeinde Wachtum aus dem Landkreis Meppen nach Löningen eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Der Landkreis Cloppenburg gilt als CDU-Hochburg. Bei der Bundestagswahl 2005 erreichte der Direktkandidat der CDU im Bundestagswahlkreis Cloppenburg – Vechta (als einziger über 60 %) das beste Erststimmenergebnis aller siegenden CDU-Direktkandiaten in ganz Deutschland (mit Ausnahme von Bayern, wo die Schwesterpartei CSU antritt). Über mehrere Jahrzehnte erhielt die CDU im besagten Wahlkreis sogar über 70 % der Erststimmen.

Kreistag[Bearbeiten]

Sitzverteilung 2006
Sitzverteilung 2001

Bei den letzten Wahlen zum Kreistag kam es zu folgenden Ergebnissen:

Partei 11. Sept. 2011[2]
CDU 64,7 % 122.522 31 Sitze
SPD 18,9 % 35.832 9 Sitze
Grüne 6,7 % 12.715 3 Sitze
FDP 3,5 % 6.634 2 Sitze
BfB 1,59 % 3.010 1 Sitz
UWG 2,52 % 4.787 1 Sitz
UWG Saterl. 0,74 % 1.408 1 Sitz
WGL 0,57 % 1.084 0 Sitze
ZENTRUM 0,32 % 618 0 Sitze
LINKE 0,28 % 547 0 Sitze
Wahlbeteiligung 64.729 von 124.412
53,2 %

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen war im alten Amt Cloppenburg bis 1838 als Siegel gebräuchlich, wurde am 10. Juli 1958 vom Kreis erneut als Wappen angenommen und erhielt am 3. September 1959 Regierungsgenehmigung. Die Blasonierung des Wappens formulierte der Kreistag 1959:

„Im quadrierten Schild in Feld 1 zwei rote Balken in Gold, in Feld 2 ein goldenes Steckkreuz in Blau, in Feld 3 drei rote Seerosenblätter (auch als ausgebrochene Lindenblätter bezeichnet) in Silber, in Feld 4 ein roter Balken in Gold.“

Balken und Steckkreuz im oberen Teil des Wappens stammen aus dem oldenburgischen Landeswappen, da das vormals münstersche Amt Cloppenburg 1803 an das (Groß-)Herzogtum Oldenburg fiel. Im unteren Teil finden sich die Seerosenblätter aus dem Wappen der Grafen von Bentheim-Tecklenburg, die Ende des 13. Jahrhunderts die Cloppenburg errichteten und bis 1400 die Landesherrschaft ausübten. Der untere Rotbalken stammt aus dem Wappen des Bistums Münster und erinnert an die bischöfliche Landesherrschaft von 1400 bis 1803.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stallanlage bei Hemmelte
Biogasanlage

Die Wirtschaft besteht v.a. aus Dienstleistungen und Landwirtschaft, die von Massentierhaltung und Biogasanlagen geprägt ist. 2010 waren im Landkreis 88 Biogasanlagen in Betrieb und weitere 25 beantragt oder im Bau.[4]

Auf dem Gebiet des Landkreises finden sich die interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiete ecopark und c-Port.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnlinien

Der Landkreis Cloppenburg wird seit 1875 von der Strecke Oldenburg–Osnabrück der Oldenburgischen Staatsbahn durchzogen. Von ihr zweigte 1888 in Essen die Nebenbahn nach Löningen ab, die von dieser Gemeinde finanziert worden war; erst 1907 führte sie die Staatsbahn weiter bis zur Landesgrenze bei Lewinghausen, wo sie an die Meppen-Haselünner Eisenbahn anschloss.

Um die Jahrhundertwende wurde die Kreisstadt Cloppenburg zum lokalen Bahnknotenpunkt:

Der Landkreis und einige Gemeinden bildeten den Bahnverband Cloppenburg, der im Jahre 1900 die Schmalspurbahn über Lindern zur Landesgrenze eröffnete; der geplante Anschluss an die Hümmlinger Kreisbahn in Werlte kam jedoch nicht zustande.

Der Bahnverband Vechta-Cloppenburg stellte 1914 eine normalspurige Kleinbahn zur Nachbarkreisstadt Vechta her.

Die Oldenburgische Staatsbahn erschloss 1906-08 den Nordwesten des Kreises durch eine Nebenbahn über Friesoythe nach Ocholt, wo sie die Hauptbahn Oldenburg–Leer erreichte. Am äußersten Ostrand des Kreises berührte die 1885 eröffnete Bahnstrecke Ahlhorn–Vechta lediglich die Station Schneiderkrug.

Damit war ein Schienennetz von 170 km Länge entstanden. Innerhalb von zwanzig Jahren wurde der Personenverkehr auf eine 28 km lange Strecke mit zwei Stationen reduziert, die von der NordWestBahn GmbH betrieben wird, während die übrigen Strecken allenfalls noch Güter- und Museumszügen dienen:

  • 1950: Bad Zwischenahn – Edewechterdamm 12 km
  • 1952: Ahlhorn – Schneiderkrug – Vechta=Falkenrott 7 km, Vechta – Schwichteler – Cloppenburg 16 km, Cloppenburg – Lindern – Landesgrenze =750= 29 km (teilweise Güter- und Museumszüge);
  • 1960/62: Lewinghausen – Löningen – Essen 21 km
  • 1966: Meppen – Haselünne – Lewinghausen 1 km (Güter- und Museumsbahn)
  • 1968: Cloppenburg – Friesoythe- Ocholt 56 km

Bundesautobahnen

  • A 1 (Hansalinie)
  • A 29 (Jadelinie)

Bundesstraßen

Schiffbare Gewässer

Flug-/Landeplätze

Institutionen[Bearbeiten]

  • Oldenburgische Landschaft, eingetragene Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Pflege und Förderung kultureller und historischer Belange.

Religionen[Bearbeiten]

Der Landkreis Cloppenburg gehört wie der Landkreis Vechta, der Landkreis Emsland, die ehemaligen Stifte Osnabrück und Hildesheim und das Untereichsfeld zu den Regionen in Niedersachsen, die – im Gegensatz zum Großteil des Landes – traditionell von der katholischen Kirche geprägt sind. Seit 1990 verändert sich diese Struktur im Landkreis Cloppenburg aufgrund des hohen Zuzuges evangelischer Spätaussiedler.[5]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2012)[6]

Einheitsgemeinden

  1. Barßel (12.438)
  2. Bösel (7489)
  3. Cappeln (Oldenburg) (6532)
  4. Cloppenburg, Stadt, Selbständige Gemeinde (33.084)
  5. Emstek (11.551)
  6. Essen (Oldenburg) (8506)
  7. Friesoythe, Stadt, Selbständige Gemeinde (21.110)
  8. Garrel (14.062)
  9. Lastrup (6661)
  10. Lindern (Oldenburg) (4613)
  11. Löningen, Stadt (12.949)
  12. Molbergen (7950)
  13. Saterland (Sitz: Ramsloh) (13.088)
Landkreis Ammerland Landkreis Diepholz Landkreis Emsland Landkreis Leer Landkreis Oldenburg Landkreis Osnabrück Landkreis Osnabrück Landkreis Vechta Landkreis Wesermarsch Oldenburg (Oldenburg) Barßel Bösel Cappeln (Oldenburg) Cloppenburg Emstek Essen (Oldenburg) Friesoythe Garrel Lastrup Lindern (Oldenburg) Löningen Molbergen SaterlandMunicipalities in CLP.svg
Über dieses Bild

Sonstiges[Bearbeiten]

Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffern in Deutschland nach Landkreisen im Jahr 2003. Der Landkreis Cloppenburg war 2003 der einzige deutsche Landkreis mit einer Fruchtbarkeitsziffer > 1,7. Legende – grün: mehr als 1,7; gelb: 1,51 bis 1,7; orange: 1,41 bis 1,5; rosa: 1,31 bis 1,4; rot: 1,3 und weniger

Im Saterland lebt eine sprachliche Minderheit, die Saterfriesen. Sie bilden die kleinste Sprachinsel in Europa.

Der Landkreis Cloppenburg hat die höchste Geburtenrate in ganz Deutschland. Mit einer Fertilitätsrate von 1,92 Kindern pro Frau liegt der Landkreis weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 1,37. Als Grund dafür werden die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der konservativen Region sowie die vergleichsweise hohe Zahl russlanddeutscher Aussiedler in der Gegend, die eine tendenziell höhere Geburtenrate aufweisen, genannt.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hermann Bitter (* 26. September 1897 in Ramsloh; † 21. November 1982 ebenda), Landrat 1946–1964

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Hoffmeister: 1930: Das Klima Niedersachsens. Hannover. Veröffentlichungen der wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft zum Studium Niedersachsens. Reihe B, Heft 6.
  • J. Hoffmeister: 1937: Die Klimakreise Niedersachsens. Oldenburg i. O. Veröffentlichungen der wirtschaftswissenschaftlichen Gesellschaft zum Studium Niedersachsens Reihe B, Heft 16.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Cloppenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. http://wahl.kdo.de/
  3. Manfred Furchert: Oldenburgisches Wappenbuch. Band 1. Oldenburg 2003, S. 35
  4. Wilking, Johannes und Manfred Kayser: Biogaserzeugung im Oldenburger Münsterland – Entwicklungen und Perspektiven. In: Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 2011. Vechta 2010, S. 211
  5. Deutschlandradio:Russen auf dem platten Land
  6. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012
  7. Deutschlandradio:Russen auf dem platten Land