Ara Güler

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Ara Güler (2007)

Ara Güler (armenisch Արա Կիւլեր; * 16. August 1928 in İstanbul, Türkei) ist ein türkischer Fotograf armenischer Abstammung. Er gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Türkei.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Güler wurde als Kind einer armenischen Apothekerfamilie geboren. Seine Familie siedelte zuvor in den 1910er Jahren von der anatolischen Kleinstadt Şebinkarahisar nach Istanbul über.[2] Vom Kino fasziniert, begann er eine Schauspielausbildung bei Muhsin Ertuğrul. Der folgte ein Studium der Wirtschaftswissenschaft. Er entschied sich schließlich für eine Karriere als Fotojournalist. Seinen Militärdienst leistete Güler als Leutnant einer Kompanie des motorisierten Infanterie-Bataillons der 3. gepanzerten Brigade ab.[3] Seit 1950 arbeitete er für die Zeitung „Yeni İstanbul“ („Neues Istanbul“), später folgten Arbeiten als Nahostkorrespondent für internationale Zeitschriften wie Time-Life, Paris Match oder Der Stern. Im Jahr 1956 lernte er Henri Cartier Bresson sowie Marc Riboud kennen. Außerdem wurde er Mitglied der Agentur Magnum Photos.[4] Nach seinem Militärdienst übernahm er 1961 die Position des Chefs der Fotoredaktion der Zeitschrift „Hayat" („Das Leben"). Internationale Engagements in Japan, Nordamerika und Europa folgten.

Ara Güler fotografiert weitgehend mit einer Leica in schwarz-weiß. Ein Großteil seiner Bilder porträtiert seine Heimatstadt Istanbul. Dabei liegt sein Fokus häufig auf kleinen Details, dem einfachen Leben und Kindern. Der autobiografische Roman Istanbul – Erinnerung an eine Stadt des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk ist mit Fotografien Gülers illustriert; „Ara Gülers Istanbul ist mein Istanbul“, äußerte sich Pamuk. Zudem porträtierte er eine Vielzahl von Prominenten, darunter İsmet İnönü, Winston Churchill, Indira Gandhi, Bertrand Russell, Maria Callas, Alfred Hitchcock, Salvador Dalí und Picasso. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet: 1961 bezeichnete ihn das „Photography Annual" als einen der sieben besten Fotografen weltweit, 1962 wurde er zum „Master der Leica" gekürt, 1968 wurde er vom Museum of Modern Art, New York zu den „Zehn Meistern der Farbfotografie" gewählt, 1999 erhielt er die türkische Auszeichnung als „Fotograf des Jahrhunderts". Er fotografiert bis heute. Nebenher ist er Namensgeber eines Cafés in der Nähe der İstiklal Caddesi in Istanbul.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2010: Gruppenausstellung Istanbul. Sammlung Huma Kabakci. 60 Jahre türkische Kunst. Zwischen Tradition und Povokation, Osthaus Museum Hagen, Mönchehaus Museum Goslar
  • 2014: Einzelausstellung "Ara Güler - Das Auge Istambuls. Retrospektive von 1950 bis 2005", Willi-Brandt-Haus, Berlin

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ara Güler: Photographs, Istanbul, 1980.
  • The Movie World of Ara Güler, Istanbul, 1989.
  • The Sixth Continent, Ankara, 1991.
  • Eski Istanbul Anilari, Istanbul, 1994.
  • Yüzlerinde Yeryüzü, Istanbul, 1995.
  • Röportaj, YGS Yayınları, Istanbul 2001. ISBN 975-7012-24-6.
  • Istanbul (mit einem Vorwort von Orhan Pamuk), DuMont, Köln 2010, ISBN 978-3-8321-9292-1.
  • Istanbul – From the Point Hotel / Taksim collection. İlke Basın Yayım, Istanbul 2013, ISBN 978-605-88813-0-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mely Kiyak: Türkische Tage. Armenien liegt gleich neben dem Gezi-Park. Die Zeit Online vom 4. Juli 2013, abgerufen am 5. Juli 2013.
  2. ntvmsnbc.com: "Ara Güler kendi caddesinin açılışını yaptı" (abgerufen am 25. November 2014)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatÖzgeçmiş. In: http://www.fotograf.net/. fotograf.net, S. 1, abgerufen am 8. April 2009 (türkisch).
  4. Nina Zschocke: Photographie des 20. Jahrhunderts. Museum Ludwig Köln, TASCHEN, Köln 2005, S. 209.