Beitar Jerusalem

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Beitar Jerusalem
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Voller Name Beitar Jerusalem Football Club
Gegründet 1936
Stadion Teddy-Kollek-Stadion
Plätze 32.700
Präsident Israeli Eli Arazi
Trainer Israeli Itzhak Shum
Liga Ligat ha'Al
2013/14 7. Platz
Heim
Auswärts

Beitar Jerusalem Football Club (מועדון כדורגל בית"ר ירושלים; Mōadōn Kadūregel Beitár Yerushaláyim, auch bekannt als Beitar Yerushalayyim) ist ein israelischer Fußballverein aus Jerusalem.

Geschichte[Bearbeiten]

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Frühe Geschichte[Bearbeiten]

David Horn und Shmuel Kirschstein, Anhänger von Betar, entschieden sich 1936 eine Fußballmannschaft zu gründen. Hadar (Selbstachtung) und Hod (Ehre), als Grundprinzipien der Betar-Bewegung, sollten auch die Grundprinzipien dieser Mannschaft sein. Deswegen bestand die Mannschaft zunächst ausschließlich aus Anhängern Betars. Aufgrund der politischen Verwicklungen mit der revisionistischen Partei kam es zu Auseinandersetzungen zum einen mit Anhängern Hapoel Jerusalems, die zu der Zeit der Sozialistischen Partei nahestanden und andererseits mit der britischen Autorität, da Palästina unter britischem Mandat stand. Einige Mitglieder Beitar Jerusalems waren zudem bei Irgun Tzwai Le’umi oder Lechi, zwei militärischen Untergrundorganisationen, die für die Unabhängigkeit von der britischen Kontrollmacht kämpften. Viele Spieler wurden deshalb verhaftet und ins Exil nach Eritrea oder Kenia gebracht, kehrten jedoch nach der israelischen Staatsgründung 1948 wieder zurück. Um Verbindungen zur Irgun zu leugnen, nannte David Horn die Mannschaft für kurze Zeit in Nordia Jerusalem um.

1950er/60er[Bearbeiten]

Beitar begann in den 1950er Jahren in der Bet League, der seinerzeit zweithöchsten Spielklasse Israels. 1953 gelang der Aufstieg in die Aleph League, jedoch musste der Verein nach nur einem Jahr wieder absteigen. Zwar gelang 1958 die Meisterschaft in der Bet League, jedoch wurde die Liga neu strukturiert und Beitar verblieb in der jetzt in Aleph League umbenannten Liga. Ziel war es nun, in die neu geschaffene National League, die höchste Spielklasse, aufzusteigen. 1968 gelang dieses Ziel.

Die stürmischen 1970er[Bearbeiten]

1975 machte Beitar negative Schlagzeilen: Während eines Spiels gegen Hapoel Petakh Tiqwa stürmten die Anhänger Beitars das Spielfeld und attackierten Spieler und Fans von Hapoel. Als Strafe mussten einige Heimspiele vor leeren Rängen in anderen Städten ausgetragen werden. Ein geplanter Zwangsabstieg wurde durch die Intervention der Knesset-Abgeordneten Yossi Sarid und Ehud Olmert vom Likud abgewehrt. Im folgenden Jahr gelang der erste größere Erfolg, als der Pokal im Finale gegen Maccabi Tel Aviv mit 2:1 gewonnen werden konnte. 1979 konnte der Erfolg gegen den gleichen Gegner mit dem gleichen Ergebnis wiederholt werden.

Die erfolgreichen 1980er[Bearbeiten]

1980 musste Beitar als Tabellenletzter absteigen, schaffte aber schnell den Wiederaufstieg. 1984 spielte man um die Meisterschaft mit. Am letzten Spieltag genügte ein Unentschieden gegen Hapoel Tel Aviv. Allerdings verlor man und der Titel ging an Maccabi Haifa. Seither sind die Anhänger Hapoel Tel Avivs und Beitars untereinander verhasst. 1985 gelang der erneute Pokalsieg, der 1986 wiederholt wurde. 1987 spielte Beitar die gesamte Saison in Tel Aviv im Bloomfield-Stadion, wurde aber dennoch zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte israelischer Meister. 1989 erreichte man erneut das Pokalfinale und schlug Maccabi Haifa im Elfmeterschießen.

Die wilden 1990er[Bearbeiten]

Innenansicht des Teddy-Kollek-Stadions

1991 musste Beitar in die zweite Liga, die Liga Artzit, absteigen. Der sofortige Wiederaufstieg gelang und Beitar feierte 1993 als Aufsteiger zum zweiten Mal den israelischen Meistertitel. 1997 wurde Beitar erneut Meister und verteidigte den Titel im folgenden Jahr. Wegen schlechter Finanzpolitik stand der Verein allerdings kurz vor dem Bankrott. Das Trainingsgelände musste verkauft werden. Die Firmengruppe von Kobi Ben Gur übernahm den Verein.

2000er[Bearbeiten]

Durch die Zweite Intifada und die dadurch drohende Gefahr auf öffentlichen Plätzen und Veranstaltungen verlor Beitar massiv an Zuschauerzuspruch. Auch die finanziellen Probleme setzten dem Verein stark zu. Im August 2005 wurde Beitar vom russischstämmigen Milliardär Arkadi Gaydamak gekauft. Sein Engagement ist allerdings bei den Beitar-Fans sehr umstritten. Vor allem eine diplomatische Geste, als er FC Bnei Sachnin 400.000 US-Dollar überwies, und der Rauswurf des beliebten Trainers Eli Ohana erzürnte die Anhänger. Die Ankündigung Gaydamaks, einen arabischen Spieler (Abbas Suan) verpflichten zu wollen, wurde aufgrund der massiven Fanproteste nicht vollzogen. Bis 2013 hatte der Verein keine arabischen Spieler aufgenommen.[1][2] 2008 konnte Beitar sowohl die israelische Meisterschaft als auch den Landespokal gewinnen. Letzterer Titel wurde 2009 verteidigt.

Erfolge[Bearbeiten]

Stadion[Bearbeiten]

Beitar spielt im Teddy-Kollek-Stadion. Das 32.700 Zuschauer fassende Stadion ist wegen der hitzigen Stimmung unter dem Spitznamen Gehinnom (Hölle) bekannt.

Rassismus und Islamophobie[Bearbeiten]

Rund 20 Prozent der israelischen Staatsbürger sind Palästinenser muslimischen Glaubens, doch Beitar Jerusalem weigert sich seit mehr als siebzig Jahren diese muslimischen Palästinenser in die Mannschaft aufzunehmen. Einige Anhänger der Mannschaft sind bekannt für ihre rechtsextreme politische Ausrichtung und vor allem für ihren rabiaten Rassismus. Bei einem Spiel kurz vor dem Holocaust-Gedenktag 2013 zeigten sie im Stadion ein Banner mit der Aufschrift "Beitar ewig rein" ("בית"ר טהורה לעד") und "70 Jahre Prinzipien" ("70 שנים של עקרונות"), um gegen die Pläne zu protestieren, zwei muslimische Spieler aus Tschetschenien in die Mannschaft aufzunehmen.[3] Ein früherer muslimischer Spieler, Ibrahim Nadallah aus Nigeria, musste die Mannschaft aufgrund der ständigen rassistischen Beschimpfungen durch die eigenen Fans verlassen. Christliche Spieler werden jedoch durchaus akzeptiert. Im März 2012 griffen hunderte Beitar-Anhänger nach einem verlorenen Spiel palästinensische Angestellte eines Einkaufszentrums an und riefen rassistische Parolen. Die Polizei schritt nicht ein.[4] Die Ausschreitungen wurden in Israel selbst vielfach als Pogrom charakterisiert, darunter vom stellvertretenden Bürgermeister von Jerusalem, Pepe Alalu.[5] Einige Fan-Gruppierungen sind offen rassistisch und stolz darauf: Wenn die Mannschaft zum Aufwärmen auf das Spielfeld kommt, intonieren die Fans: "Hier kommt sie, die rassistische Gruppe des Staates [Israel]" ("הנה היא עולה, הקבוצה הגזענית של המדינה"). Weitere gängige Schlachtrufe sind "Tod den Arabern" und "Vernichtet die Amalekiter".[6] 2011 veröffentlichte die israelische Zeitung Haaretz ein Foto, dass die Beitar-Fankurve mit einer riesigen Kach-Fahne zeigt.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beitar Jerusalem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Norbert Jessen: Maccabi – Bayerns ganz besonderer Gegener. Die Welt, 10. November 2013, abgerufen am 4. Januar 2014.
  2. Israelis zu Haftstrafe verurteilt. sport1, 15. September 2009, abgerufen am 4. Januar 2014.
  3. גזענות ביציע. Haaretz, 28. Januar 2013.
  4. Gilad Schubert: Tibi: Beitar riots – unprecedented pogrom. Ynet, 25. März 2012; Oz Rosenberg: Hundreds of Beitar Jerusalem fans beat up Arab workers in mall; no arrests. Haaretz, 23. März 2012.
  5. Melanie Lidman: Police investigate anti-Arab riot at Malha Mall. Jerusalem Post, 25. März 2012; Melanie Lidman: Aharonovitch: Probe police failure at Malha riot. Jerusalem Post, 29. März 2012; Gideon Levy: Jerusalem-style mauling. Haaretz, 30. März 2012; Gideon Levy: Between France and the Malha mall. Haaretz, 25. März 2012; Phoebe Greenwood: Israeli football fans in racist attack against shoppers in Jerusalem. The Guardian, 23. März 2012.
  6. Nir Zadok: גזענות על כר הדשא: מלחמת היציעים בטדי. Haaretz, 30. Januar 2013
  7. Artikel in der Haaretz (engl.)