Biber (Brückenlegepanzer)
| Brückenleger "Biber" | |
|---|---|
Brückenleger mit Panzerschnellbrücke Biber |
|
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 2 (Kommandant, Fahrer) |
| Länge | 11,82 m (mit Brücke) |
| Breite | 4 m |
| Höhe | 3,55 m |
| Masse | 45,3 Tonnen |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | bis zu 70 mm |
| Hauptbewaffnung | keine, da Brückenlegepanzer |
| Sekundärbewaffnung | Nebelmittelwurfanlage |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | MTU MB 838 CA M500, 10 Zylinder, Mehrstoffmotor-Dieselmotor 830 PS (610 kW) |
| Federung | Torsionsstab (Leopard 1 Chassis) |
| Höchstgeschwindigkeit | 62 km/h (Straße) |
| Leistung/Gewicht | 18,35 PS/ t |
Der Biber ist ein Brückenlegepanzer aus deutscher Produktion. Er gehört zur Gruppe der Kampfunterstützungsfahrzeuge und basiert auf dem Fahrgestell des Leopard 1.
Inhaltsverzeichnis |
Entwicklung [Bearbeiten]
Mit Einführung des Leopard 1 und der Forderung, das Fahrgestell als Basis zu benutzen, entwickelte die Firma MaK in den 1960er Jahren für das Heer einen Nachfolger für den amerikanischen Brückenlegepanzer M48 A2 Armored Vehicle Launched Bridge (AVLB).
Insgesamt lieferte MaK in den Jahren 1973 bis 1975 als Generalunternehmer 105 Brückenlegepanzer an die Panzerpionierkompanien der Bundeswehr.
Allgemein [Bearbeiten]
Der Brückenlegepanzer mit der namensgebenden Panzerschnellbrücke Biber ist dazu vorgesehen, im Gefecht je nach Geländebeschaffenheit Geländeeinschnitte wie Gewässer und Schluchten bis 20 Meter Breite zu überwinden. Die Panzerschnellbrücke ist 22 Meter lang, 4 Meter breit und kann innerhalb von 2 bis 8 Minuten unter Panzerschutz ausgelegt werden. Ihr Gewicht beträgt etwa 9,94 Tonnen. Die Auslegung ist für die Militärische Lastenklasse 60 beziehungsweise bis etwa 55 Tonnen zugelassen. Die Besatzung besteht aus zwei Soldaten, dem Fahrer und dem Kommandanten. Der Brückenleger ist unbewaffnet, verfügt aber über eine Nebelmittelwurfanlage.
Zum Eisenbahntransport muss die Brücke in zwei Längshälften getrennt werden. Die Panzerpionierkompanien der Bundeswehr verfügen darüber hinaus über einen 3-achsigen Flachbettanhänger 15 Tonnen der Firma Kögel (Typ 2300269) mit Spezialzwischenrahmen, auf dem sich die Panzerschnellbrücke halbiert (kompakt - wie auf dem Trägerfahrzeug), als auch zerlegt (geviertelt) transportieren lässt.
Verlegevorgang [Bearbeiten]
Im Gegensatz zu anderen Brückenlegern, die ihre Brücke im Scherenverfahren verlegen, erfolgt der Verlegevorgang beim Biber horizontal im freien Vorbau. Der Vorteil dieser Verlegeart ist die deutliche niedrigere Silhouette, was jedoch wiederum mit einem erheblich höheren technischen Aufwand erkauft werden muss.
In Transportstellung liegen die jeweils elf Meter langen symmetrischen Brückenhälften horizontal übereinander auf dem Haupt- und Heckausleger des Fahrzeugs. Zum Verlegen werden die beiden Elemente angehoben und die untere Brückenhälfte nach vorne verschoben. Nach dem Verbinden wird die gesamte Festbrücke mittels Hauptauslegers über dem Hindernis abgelegt. Die Aufnahme der Brücke erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Während des Verlegevorgangs ruht die gesamte Last auf dem am Bug befindlichen Stützschild, der die Standfestigkeit erhöht.
Nutzer [Bearbeiten]
Neben der deutschen Bundeswehr nutzen die Streitkräfte Australiens, Chiles, Dänemarks, Italiens (64 von OTO-Melara gefertigt), Kanadas, der Niederlande und Polens den Brückenleger. Die Gesamtanzahl beläuft sich auf 145 Fahrzeuge.
Zukunft [Bearbeiten]
Mit der Kampfwertsteigerung des Leopard 2 zum A5 bzw. A6 ist der Brückenleger ebenfalls an seine Grenzen gekommen. Nach Problemen mit der ursprünglich als Nachfolgemodell vorgesehenen Panzerschnellbrücke 2 auf dem Chassis des Leopard 2 testet die Bundeswehr seit 2009 das Leguan-Brückensystem ebenfalls auf einem Leopard 2-Fahrgestell. Das Projekt PSB 2 gilt seither als eingestellt. [1]
Weblinks [Bearbeiten]
- Panzertechnik extrem – Der Leopard – Dokufilm u.a. über den Biber (ab ≈ 30:15) bei YouTube (Hochgeladen am: 18.2.2012; Länge: ≈ 44:41; ursprünglich erstmals gesendet auf N24 vor dem 22.2.2008)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Frank Lobitz:Kampfpanzer Leopard 2 Entwicklung und Einsatz in der Bundeswehr S. 140 Panzerschnellbrücke 2, Verlag Jochen Vollert-Tankograd Publishing, Erlangen 2009 ISBN 978-3-936519-08-2
Kampfpanzer: M47 | M48A1, M48A2C, M48A2GA2 | Leopard 1 | Leopard 2
Schützenpanzer: M39 | Schützenpanzer kurz, Hotchkiss 11-2 | Schützenpanzer lang, HS 30 | Marder | Puma
Raketenwerfer: Raketenwerfer MARS
Jagdpanzer: Kanonenjagdpanzer | Raketenjagdpanzer 1, HS 30 | Raketenjagdpanzer 2 | Jaguar 1 und 2
Spähpanzer/Beobachtungspanzer: M41 | Schützenpanzer Kurz 11-2 | Beobachtungspanzer
Panzerhaubitzen: Leichte Panzerhaubitze M7B2 Priest | Mittlere Panzerhaubitze M44 | Mittlere Panzerhaubitze M52 | Schwere Panzerhaubitze M55 | Selbstfahrlafette M107 | Selbstfahrlafette M110 | Panzerhaubitze M109 | Panzerhaubitze 2000
Transportpanzer: T16 gepanzertes Transportfahrzeug | M113 G3 GE | Bv206D/S Geländetransportfahrzeug
Panzerpioniere: Minenwurfsystem Skorpion | Pionierpanzer Dachs | Panzerschnellbrücke Biber | Brückenlegepanzer M48 | Pionierpanzer 1 | Minenräumpanzer Keiler
Flugabwehrpanzer: Roland | M42 A1 | Flugabwehrkanonenpanzer Gepard
Bergepanzer: Bergepanzer M74 | Bergepanzer 1 | Bergepanzer 2 | Bergepanzer Büffel
Sanitätspanzer: Wiesel 2 KrKw | M113 Krkw | Bv 206 S KrKw
Waffenträger: M113 Panzermörser 120 mm | Wiesel 1 MK | Wiesel 1 TOW | Wiesel 2 120mm Mörser | Wiesel 2 Gefechtsstand | Wiesel 2 Pionier-Erkundungstrupp | Wiesel 2 Ozelot
Kettenzugmittel: Vollkettenartillerietraktor M4 | Vollkettenartillerietraktor M5A4
Prototypen: TÜR | Kampfpanzer 70 | VTS1 | VT1-1/-2 | Spähpanzer SP I.C. | GPM | Marder 2 | PSB 2 | Panzerschnellbrücke Leguan (in Erprobung)
Neue Gepanzerte Plattform | Transport- und Gefechtsfahrzeug PUMA | Begleitpanzer 57 AIFSV | Panzerkampfwagen 2000