Blue Öyster Cult

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Blue Öyster Cult
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Blue Öyster Cult live, Santa Cruz Beach Boardwalk, Kalifornien, USA, 25. Juli 2008
Blue Öyster Cult live, Santa Cruz Beach Boardwalk, Kalifornien, USA, 25. Juli 2008
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock
Gründung 1967
Website www.blueoystercult.com
Gründungsmitglieder
Eric Bloom
Gitarre, Gesang, Synthesizer, Perkussion
Donald Roeser
aka Buck Dharma
Keyboard, Gesang, Gitarre, Bass
Allen Lanier † (bis 2007)
Bass, Gesang
Joe Bouchard (bis 1986)
Schlagzeug, Gesang, Gitarre, Perkussion, Mundharmonika
Albert Bouchard (bis 1981, 1985)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Rhythmusgitarre, Perkussion, Keyboard
Eric Bloom
Gitarre, Gesang, Synthesizer, Perkussion
Donald Roeser
aka Buck Dharma
Keyboard, Gesang, Gitarre
Richie Castellano (seit 2004)
Bass
Kasim Sulton (seit 2012)
Schlagzeug
Jules Radino (seit 2004)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Les Braunstein (1967–1969)
Schlagzeug
Rick Downey (1981–1984)
Schlagzeug
Thommy Price (1985)
Keyboard
Tom Zvoncheck (1985–1987)
Schlagzeug
Jimmy Wilcox (1985–1987)
Bass
Jon Rogers (1987–1995)
Schlagzeug
Ron Riddle (1987–1991)
Schlagzeug
Chuck Burgi (1991–1992, 1992–1995, 1996–1997)
Schlagzeug
John Miceli (1992, 1995)
Bass
Greg Smith (1995)
Schlagzeug
John O'Reilly (1995–1996)
Bass
Danny Miranda (1995–2004)
Schlagzeug
Bobby Rondinelli (1997–2004)
Keyboard
Kasim Sulton (1998)
Gitarre
Al Pitrelli (1999)
Bass
Rudy Sarzo (2007-2012)

Blue Öyster Cult (Abkürzung BÖC) ist eine US-amerikanische Hardrock-Band. Die bekanntesten Singles sind (Don’t Fear) The Reaper vom 1976er Album Agents of Fortune und Godzilla vom Nachfolger Spectres. BÖC lieferte als erste Band in Konzerten eine Lasershow. Die Band gilt als Erfinder des Heavy-Metal-Umlauts.

Geschichte[Bearbeiten]

Blue Öyster Cult wurde zunächst in den 1960er-Jahren als Soft White Underbelly auf Long Island, NY, gegründet. 1968 wurde daraus die Stalk-Forrest Group und 1970 führte man den bis heute gültigen Namen Blue Öyster Cult (zunächst jedoch ohne Trema) ein.

Das Unterlegen der Hardrock-Klänge mit Texten von Schriftstellern wie Sandy Pearlman, Richard Meltzer und Michael Moorcock verschaffte den Musikern den Ruf, die Heavy-Metal-Band der Intellektuellen zu sein.

Während man heute den Stil der Band als Prog-artigen Hardrock charakterisieren würde, war sie in ihren Anfangsjahren eher von Formationen wie Velvet Underground, Doors und MC5 inspiriert. Die Rezeption ihrer Alben ist noch heute zu einem Großteil auf die Independent-Szene beschränkt. Einflüsse von BÖC finden sich bei wegweisenden Bands wie Sonic Youth und Hüsker Dü, oder auch bei Minutemen und Firehose, von denen es auch BÖC-Coverversionen gibt.

Die ersten drei Alben (Blue Öyster Cult, Tyranny and Mutation sowie Secret Treaties) etablierten die Band als psychedelisch inspirierten Westcoast-Rockact. Sie enthielten Songs, die heute als Klassiker anzusehen sind, wie z. B. Cities on Flame with Rock and Roll, The Red & The Black, 7 Screaming Diz-Busters, ME 262, Harvester of Eyes und vor allem Astronomy. Herausstechend waren auch die Gitarrenspiel-Künste von Donald Buck Dharma Roeser und die durch zeitgenössische Literaten wie Sandy Pearlman und Richard Meltzer beeinflussten Texte.

In den darauffolgenden Jahren ließ es Blue Öyster Cult musikalisch etwas ruhiger angehen (Agents of Fortune, Spectres, Mirrors) und integrierte u. a. Kurt Weill-Einflüsse. Die musikalische wie auch die textliche Ausrichtung veränderte sich in Richtung Science Fiction und komplexeren Hardrock. Passend dazu lieferte BÖC als erste Band in Konzerten eine Lasershow. Ihre internationale Bekanntheit befand sich nun auf ihrem Höhepunkt, vor allem aufgrund des Hits (Don’t Fear) The Reaper von Agents of Fortune.

Es folgte Cultösaurus erectus, das den musikalischen Übergang in ihre 1980er-Phase markiert. Die folgende Tour mit Black Sabbath, Black & Blue, wurde von ca. 1,5 Millionen Zuschauern gesehen.

Die nächsten Studioalben Fire of Unknown Origin (mit ihrem größten US-Hit Burnin’ for You), The Revölution by Night und Club Ninja sind von straighteren Hardrock-Songs mit prägnanten Keyboards geprägt.

Das Konzeptalbum Imaginos, 1988 veröffentlicht, sollte eigentlich ein Soloalbum des langjährigen Schlagzeugers Albert Bouchard werden. Die Plattenfirma wollte es jedoch lieber als BÖC-Album veröffentlichen, woraufhin die anderen Mitglieder der Urbesetzung an Bord geholt wurden und mit ihrem langjährigen Manager und Urheber der "Imaginos-Saga" Samuel "Sandy" Pearlman die Produktion des größtenteils fertigen Albums ohne Albert Bouchard zu Ende führten. Von Fans und Kritikern wurde das Werk nach seiner Veröffentlichung sehr zwiespältig aufgenommen und gehört bis heute zu den polarisierendsten Alben der Band.

Nach einigen Jahren Funkstille meldete sich BÖC 1998 mit einer Metal-dominierten CD namens Heaven Forbid zurück, der 2001 Curse Of The Hidden Mirror und 2002 die Live-Aufnahme A Long Day’s Night folgten. Die Band spielt auch heute noch regelmäßig Konzerte, die sich aber vor allem auf die US-Westküste beschränken. Die beiden Gründungsmitglieder Joe und Albert Bouchard formierten 2007 zusammen mit dem Ex-Alice-Cooper-Bassisten Dennis Dunaway die Band Blue Coupe, die 2011 den Longplayer Tornado On The Tracks veröffentlichte.

2012 verließ Bassist Rudy Sarzo die Band, der bereits seit 2007 für Blue Öyster Cult tätig war.[1]

Überwiegend wird die Black & White-Periode der ersten drei Alben als schaffenstechnischer Höhepunkt der Band angesehen. Das 1976er Album Agents of Fortune mit der Single (Don’t Fear) The Reaper ist das kommerziell erfolgreichste Album der Band.

Anmerkungen[Bearbeiten]

Die Texte zu den Songs Black Blade vom 1980er Album Cultösaurus Erectus sowie Veteran of the Psychic Wars vom Nachfolgealbum Fire of Unknown Origin (1981) schrieb Fantasy-Autorenlegende Michael Moorcock. Bei Black Blade handelt es sich um eine Liedversion von Moorcocks Saga vom ewigen Helden (Eternal Champion, im Liedtext Cosmic Champion) in seiner Inkarnation als Elric von Melniboné.

Die beiden Stücke Heavy Metal – The Black and Silver und Vengeance – The Pact vom 1981er Album Fire of Unknown Origin waren für den Film Heavy Metal (nach dem gleichnamigen Comicmagazin) bestimmt. Vengeance – The Pact kam jedoch nicht zum Einsatz, da es die Geschichte der letzten Episode aus dem Film vorweggenommen hätte. Letztlich war es dann ein komplett anderer Song, Veteran of the Psychic Wars, vom gleichen Album, der es auf den Soundtrack und in den Film schaffte.

Bei dem Album Cult Classic von 1994 handelt es sich nicht um eine Best Of-Zusammenstellung. Vielmehr enthält es komplette Neueinspielungen älterer Songs und wird somit von der Band selbst als offizielles Album geführt. Der Hintergrund, vor dem das Album entstand, ist die TV-Verfilmung des Buches The Stand – Das letzte Gefecht von Stephen King. Das Buch beginnt mit dem Zitat der dritten und letzten Strophe aus (Don’t Fear) The Reaper, weshalb vorgesehen war, den Song an den Anfang des Films zu stellen (kurioserweise werden letztlich nur die ersten beiden Strophen gespielt). Da die Plattenfirma aber die Nutzung der Originalaufnahme verweigerte, spielte die Band in ihrer damaligen Besetzung den Song neu ein, woraus sich letztlich ein ganzes Album entwickelte.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

  • 1972: Blue Öyster Cult
  • 1973: Tyranny and Mutation
  • 1974: Secret Treaties
  • 1976: Agents of Fortune
  • 1977: Spectres
  • 1979: Mirrors
  • 1980: Cultösaurus Erectus
  • 1981: Fire of Unknown Origin
  • 1983: The Revölution by Night
  • 1986: Club Ninja
  • 1988: Imaginos
  • 1994: Cult Classic
  • 1998: Heaven Forbid
  • 2001: Curse of the Hidden Mirror

Offizielle Livealben[Bearbeiten]

  • 1975 – On Your Feet or on Your Knees
  • 1978 – Some Enchanted Evening
  • 1982 – Extraterrestrial Live (auch E.T.L. genannt)
  • 2002 – A Long Day’s Night

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1990 – Career of Evil: The Metal Years
  • 1990 – On Flame with Rock and Roll
  • 1993 – The Reaper – Best (1975–88) (Label: Zounds, alle Titel digital remastered)
  • 1995 – Workshop of the Telescopes
  • 2003 – The Essential Blue Öyster Cult
  • 2013 - The Columbia Albums Collection

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 1982 – Buck Dharma: Flat Out (Soloalbum des Gitarristen Donald Roeser)
  • 1992 – Bad Channels (Soundtrack komponiert von Buck Dharma; beinhaltet zwei Blue Öyster Cult-Songs)
  • 2001 – St. Cecilia: The Elektra Recordings (Demo-Aufnahmen der Formation Soft White Underbelly sowie Aufnahmen, die ursprünglich als Stalk-Forrest Group-Debütalbum veröffentlicht werden sollten)

Literatur[Bearbeiten]

  • Irwin Stambler: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage. St. Martin’s Press, New York City, New York 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 68-70.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.rockhard.de: Rudy Sarzo steigt bei Blue Öyster Cult aus

Weblinks[Bearbeiten]