Braunshardt

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49.9141666666678.57102Koordinaten: 49° 54′ 51″ N, 8° 34′ 12″ O

Braunshardt
Wappen von Braunshardt
Höhe: 102 m ü. NN
Fläche: 4,71 km²
Einwohner: 5340 (30. Jun. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1973
Postleitzahl: 64331
Vorwahl: 06150
Karte

Lage von Braunshardt in Weiterstadt

Schloss Braunshardt

Schloss Braunshardt

Braunshardt (mundartlich: Brauscht)[2] ist ein Stadtteil der Stadt Weiterstadt und liegt im hessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Braunshardt liegt nordwestlich von der Kernstadt Weiterstadt. Um das Wohngebiet herum ist landwirtschaftliche Fläche. Im Süden besitzt es ein kleines Waldstück. Ebenfalls im Süden fließt ein kleiner Bach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Nordwesten liegt Worfelden (Kreis Groß-Gerau), im Nordosten Schneppenhausen und Gräfenhausen und im Westen liegt Büttelborn (Kreis Groß-Gerau). Südöstlich liegt Weiterstadt. Die nächstgrößere Stadt (Einwohnerzahl und Fläche) ist das kreisfreie Darmstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Braunshardt wurde erstmals am 26. August 1318 urkundlich erwähnt. In der Urkunde wird von einer Besitzaufteilung zwischen den beiden Grafen Berthold und Eberhard von Katzenelnbogen über den Wald Brunishardt berichtet. Im Jahre 1319, also ein Jahr nach der ersten Urkundlichen Erwähnung Braunshardts, bekam Graf Wilhelm von Katzenelnbogen von der Würzburger Kirche den Wald Brinshard als Lehen. Er legte einen Gutshof an. Um diesen Gutshof siedelten sich nach und nach die Bediensteten an. Damit wurde das Dorf gegründet. 1627 übertrug der Landgraf Georg II. das herrschaftliche Hofgut seinem Kanzler Anton Wolff v. Todenwarth als Erblehen. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts löste es Landgraf Ludwig VIII. von den Erben des Kanzlers wieder ein. Darauf wurde der landesfremde, der Parforcejagd verfallene August Friedrich von Minnigerode Herr der Meierei.[3] Der Name Braunshardt ist eng verbunden mit dem historischen Schloss Braunshardt. Es wurde um 1760 von Prinz Georg Wilhelm von Hessen gebaut und in der Folgezeit entwickelte es eine höfische Lebenskultur. Nach häufigem Besitzerwechsel ist jetzt ein Teil des Schlosses im Besitz des Johannesbundes e.V. Leutesdorf/Rhein. Es wird als Alten- und Pflegeheim genutzt. Der andere Teil, das eigentliche Schloss, wurde von privater Seite restauriert und renoviert. Im Jahr 2006 wurde das Schloss von der Stadt Weiterstadt gekauft. Nach einigen Renovierungen, wie z. B. der Schlosskapelle, wurde es jetzt der Bevölkerung zugänglich gemacht. So finden regelmäßig Führungen statt, der Schlossgarten ist für jeden zu den Öffnungszeiten zugänglich, und im Schloss kann geheiratet werden.

Im Laufe der Jahrhunderte wird der Ort in historischen Dokumenten mit wechselnden Ortsnamen genannt[4]. Von Brunishart im Jahr 1318 über Brunshart (1427), Obern Brunßhart und Nyddern Brunßhart (1460) bis Braunshard im Jahr 1702. Die Verwaltungszugehörigkeit von Braunshardt zur Gerauer Mark ist 1427 belegt. Von 1783 bis 1820 gehört es dann zum Amt Darmstadt, von 1820 bis 1821 zum Oberamt Darmstadt, von 1821 bis 1832 zum : Landratsbezirk Langen, von 1832 bis 1848 wieder zum Kreis Groß-Gerau, vom 1848 bis 1852 während der kurzen Zeit der Regierungsbezirke in der Provinz Starkenburg zum Regierungsbezirk Darmstadt und ab 1852 mit der Neueinführung von Kreisen zum Kreis Darmstadt[4].

Am 1. Juli 1973 schloss sich die bis dahin selbstständige Gemeinde freiwillig der Stadt Weiterstadt an.[5]

Braunshardt vom Braunshardter Tännchen aus gesehen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Vor 1834 sind die Einwohnerzahlen wie folgt belegt:[4]

  • 1557: 7 oder 8 Herdstätten
  • 1629: 14 Hausgesessene
  • 1829: 218 Einwohner
Stichtag[6] Einwohner Stichtag Einwohner
3. Dezember 1834 216 27. Mai 1970 1.991
3. Dezember 1864 262 31. Dezember 1975 2.546
1. Dezember 1895 355 31. Dezember 1981 2.725
17. Mai 1939 619 30. Juni 1986 3.163
29. Oktober 1946 965 1. Januar 2001 4.393
6. Juni 1961 1.117 31. Dezember 2007 4.701
Braunshardt: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
216
1840
  
272
1846
  
261
1852
  
228
1858
  
260
1864
  
262
1871
  
273
1875
  
284
1885
  
316
1895
  
355
1905
  
422
1910
  
459
1925
  
510
1939
  
619
1946
  
965
1950
  
1.011
1956
  
990
1961
  
1.117
1967
  
1.638
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten]

Lokale Parteien sind die ALW (Alternative Liste Weiterstadt) sowie die FWW (Freien Wähler Weiterstadt). Braunshardt wird von der Stadt Weiterstadt verwaltet.

Wappen[Bearbeiten]

Das Braunshardter Wappen ist ursprünglicherweise ein Gerichtssiegel. Es stammt aus dem Jahr 1683. Es zeigt eine Mondsichel, mit einem aufgesetzten Tatzenkreuz. Des Weiteren befinden sich zwei sechszackige Sterne an der Mondsichel.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Seit dem 1. Oktober 2007 gibt es in Braunshardt einen Supermarkt sowie einen weiteren Getränkemarkt. Im Ortskern befinden sich kleine Betriebe wie Metzgerei und Bäckerei. Weiter hat Braunshardt mehrere kleine Restaurants.

Braunshardt hat außerdem eine Grundschule sowie drei Kindertagesstätten.

Die Wasserversorgung und Kanalanbindung geschah erst Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Des Weiteren besteht eine Verkehrsanbindung am Bahnhof Weiterstadt sowie durch Busverbindungen (5515/5516) in Richtung Darmstadt, Worfelden und Gräfenhausen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Rokokoschloss Braunshardt von 1780 ist eine der bedeutendsten Anlagen dieser Art in Hessen. Angegliedert ist ein öffentlicher Landschaftspark mit Brunnen und Pavillon der auch als Traustätte genutzt wird. Zwei Kastanienalleen enden am Gartenpavillon. Im Osten des Parks ist ein Teil im französischen Gartenstil gestaltet, während im Westen ein Teil als englischer Garten angelegt ist.

Das älteste Fachwerkhaus am Ort stammt aus dem Jahr 1683.

Sport[Bearbeiten]

Der TSV Braunshardt 1889 e.V. bietet vielfältige Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten sowie ein Blasorchester. Der TSV hat auch eine BMX-Abteilung, sowie eine eigene BMX-Bahn, die in Weiterstadt liegt. Im Jahr 2008 fand dort die Europameisterschaft und im Jahr 2010 fanden zwei Europameisterschaftsläufe statt. Weiter verfügt Braunshardt über einen eigenen Sportplatz sowie eine eigene Sporthalle.

Berühmte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In den 90er-Jahren wohnten die Weather Girls in Braunshardt

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Hoch: Chronik der Gemeinde Weiterstadt und ihrer Ortsteile Braunshardt, Gräfenhausen, Riedbahn, Schneppenhausen. 1988, ISBN 9783924803087.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Braunshardt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistische Informationen der Stadt Weiterstadt: Einwohnerzahlen HW
  2. Darmstädter Echo, 16. September 2014: Bräuschter Kerb bleibt niemals stumm
  3. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Hessen, 3. überarbeitete Aufl., S. 60
  4. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBraunshardt, Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 1. November 2012.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 354.
  6. Die Daten bis ins Jahr 1986 stammen aus dem Buch Chronik der Gemeinde Weiterstadt von Günther Hoch.