Bruchlinie
Als Bruchlinien werden in der Geologie und Planetologie linienförmige Strukturen bezeichnet, die an der Oberfläche deutlich sichtbar sind und auf frühere oder rezente Krustenbewegungen schließen lassen.
Es können lokale geologische Störungen sein, deren Länge meist von einigen Kilometern bis etwa 50 km reicht, oder wesentlich längere Störungslinien, die meist mit Phänomenen der Plattentektonik zusammenhängen. Auf dem Mond wurden sie in Form von Rillen oder Rupes erstmals von Hieronymus Schröter zu Beginn des 19. Jahrhunderts untersucht, während sie auf der Erde vielfach erst später Beachtung fanden.
Manche von ihnen wurden erst auf Satelliten- oder Luftbildern entdeckt, weil sie im Gelände oft durch den Bewuchs oder durch jüngere Sedimente verdeckt sind. Viele Bruchlinien decken sich mit dem Lineament der großen Flusssysteme, die in vielen Regionen auffällig parallel verlaufen. Beispiele aus den Ostalpen sind die Oberläufe von Inn, Salzach und Enns, die Mur-Mürz-Furche und das obere Drautal. Diese Parallelität weist auf frühere Schwäche-, Schub- oder Dehnungszonen der Erdkruste hin. Teilweise sind solche Talverläufe auch mit Verwerfungen identisch oder mit gegenseitigen Überschiebungen verschiedener Gesteinseinheiten.
An den Rändern von Sedimentbecken verlaufen die Bruch- und Störungslinien oft ebenfalls parallel in Form sogenannter Staffelbrüche.