Chambéry

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Chambéry
Wappen von Chambéry
Chambéry (Frankreich)
Chambéry
Region Rhône-Alpes
Département Savoie (Präfektur)
Arrondissement Chambéry
Kanton Chef-lieu von 4 Kantonen
Gemeindeverband Chambéry Métropole.
Koordinaten 45° 34′ N, 5° 55′ O45.5663888888895.9208333333333Koordinaten: 45° 34′ N, 5° 55′ O
Höhe 245–560 m
Fläche 20,99 km²
Einwohner 58.437 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 2.784 Einw./km²
Postleitzahl 73000
INSEE-Code
Website www.mairie-chambery.fr

Ein Blick von der Anhöhe Les Monts auf die Stadt
.

Chambéry (dt. veraltet Kamrach)[1] ist eine Stadt in der Region Rhône-Alpes in Frankreich. Sie ist die Präfektur (Verwaltungssitz) des Départements Savoie.

Die Stadt verfügt über einen Flughafen und ist Sitz der Universität Savoyen. Auf einer Fläche von 20,99 km² wohnen 58.437 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Chambéry ist Sitz der Communauté d’agglomération Chambéry Métropole, diese Agglomeration zählt rund 125.000 Einwohner.

Chambéry wurde zur Alpenstadt des Jahres 2006 gekürt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt auf 270 m am Fuße der Savoyer Alpen. Nicht weit entfernt befinden sich die regionalen Naturparks "Massif des Bauges und La Chartreuse". Im Süden grenzen die Weinlagen der Coteaux de la Combe de Savoie, im Norden der Lac du Bourget an. Der Lac du Bourget ist der größte Natursee Frankreichs und wird zum größten Teil von Fluss Leysse gespeist, der das Stadtgebiet von Süden nach Norden durchquert.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits die Römer hatten an der Stelle des heutigen Chambéry eine Siedlung, die sie Lemencum nannten. Chambéry kommt erstmals 1029 als Camberiacum in Urkunden vor und war vom 11. bis zum 13. Jahrhundert eine selbstständige Grafschaft. 1232 wurde es vom Grafen Thomas I. von Savoyen erworben, der den Einwohnern wichtige Privilegien verlieh. Graf Amadeus V. machte Chambéry 1295 zur Hauptstadt der Grafschaft Savoyen, welchen Status sie bis 1563 behielt.

Die Herzöge von Savoyen bewahrten das Turiner Grabtuch, nachdem sie es 1453 von einer Nachfahrin Geoffroy de Charnys erworben hatten, mit Unterbrechungen in Chambéry auf und schließlich dauerhaft von 1502 bis 1578 in der Sainte-Chapelle von Chambéry. Beim Brand der Sainte-Chapelle am 4. Dezember 1532 wurde das Grabtuch beschädigt und trägt seitdem die heute sichtbaren Brandlöcher. 1578 ließ es Herzog Emanuel Philibert von Savoyen von Chambéry in seine neue Residenzstadt Turin in den Turiner Dom überführen.

Zwischen 1536 und 1713 wurde Chambéry mehrfach von den Franzosen besetzt. Der Friede von Utrecht sprach es wieder Savoyen zu. 1730 ließ sich der König Viktor Amadeus II. von Sardinien, nachdem er die Regierung niedergelegt hatte, hier nieder. 1742 wurde Chambéry von einer französisch-spanischen Armee erobert. Von 1792-1814 stand die Stadt erneut unter französischer Herrschaft und war Hauptort des Départements Mont-Blanc. Hatte der Erste Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 Chambéry bei Frankreich gelassen; so kam es im Zweiten Pariser Frieden vom 20. November 1815 an Sardinien zurück. 1860 wurde es mit Savoyen endgültig an Frankreich abgetreten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg der Herzöge von Savoyen

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Chambéry

Sport[Bearbeiten]

Der Handballclub Chambéry Savoie HB gehört zu den Spitzenclubs der französischen 1. Division.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verbunden mit der Stadt[Bearbeiten]

  • Jean-Jacques Rousseau (1712–1778), Genfer Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge lebte von 1729-1742 in Chambéry. Ihm ist ein Denkmal und eine Mediothek in der Stadt gewidmet.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Chambéry unterhält seit 1997 eine Partnerschaft mit der italienischen Großstadt Turin in Piemont und seit 1979 eine Partnerschaft mit Albstadt in Baden-Württemberg.

Kultur[Bearbeiten]

Seit 2003 findet in der Stadt einmal im Jahr ein Comic-Festival statt[2].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Chambéry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang von Stromer, Die Nürnberger Handelsgesellschaft Gruber-Podmer-Stromer im 15. Jahrhundert, Nürnberg 1963, Seite. 146, Fußnote 25
  2. [1] Offizielle Seite des Comic-Festivals (frz.)