Color TV-Game 6

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Color TV-Game 6 (Modell CTG-6V)
Logo Nintendo
Color TV-Game 6
Hersteller Nintendo
Typ Spielkonsole
Generation
Veröffentlichung
JapanJapan 1977
Speichermedien keine
Controller Zwei integrierte Regler
Verkaufte
Einheiten
1 Mio.[1]
Vorgänger keiner
Nachfolger Color TV-Game 15 (1978)

Das Color TV-Game 6 (jap. カラー テレビゲーム6, Karā Terebi-Gēmu 6) ist ein von Nintendo ab 1977 vermarktetes elektronisches Spielzeug zum Anschluss an einen Fernseher. Es ist ein Lizenzprodukt zur Magnavox-Odyssey-Reihe mit Pong-Varianten und wurde in Zusammenarbeit von Nintendo und Mitsubishi in Japan produziert.[2]

Zwei Spieler können mit den integrierten Drehreglern Light Tennis (vergleichbar mit Pong) spielen. Es stehen sechs Spielvarianten zur Verfügung - daher der Name Color TV-Game 6.[2] Das Gerät ist ausschließlich in Japan verkauft worden und es gab in den folgenden Jahren mehrere Varianten.

Entwicklung[Bearbeiten]

1975 war Nintendo einem Bankrott nahe. Elektronisches Spielzeug wie der Love Tester von Gunpei Yokoi,[3] die mit Lichtstrahlen arbeitenden Schießspiele der Kōsenjū-Reihe aber auch die öffentlichen Schießstände mit Lasergewehren waren zwar bei den Verbrauchern beliebt. Doch hatte die erste weltweite Ölkrise 1973 in Japan zu einer Rezession geführt und die Ausgaben der Verbraucher für Unterhaltung nahmen ab. Firmenchef Hiroshi Yamauchi war verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Verkaufsschlager. Er beobachtete den Markt: US-Unternehmen wie Atari und Magnavox produzierten neuartige Geschicklichkeitsspiele, die an einen Fernseher angeschlossen wurden.[1] Atari war mit Home Pong im US-Weihnachtsgeschäft 1975 erfolgreich[4] und das japanische Unternehmen Epoch verkaufte TV Tennis, ein ähnliches, wenn auch primitives Produkt, in Japan.[4] 1977 handelte Yamauchi mit Magnavox eine Lizenz aus, einen Nachfolger der Magnavox Odyssey mit Farbausgabe in Japan zu produzieren und zu vermarkten.[1][4]

Nintendo fehlte die notwendige Technologie zur Entwicklung und Herstellung der erforderlichen Platinen mit Mikroprozessor-Technik. Auf Vorschlag des Ingenieurs Masayuki Uemura kooperierte man mit der Mitsubishi Electric bei der Produktion des TV-Game 6.[1]

Technik[Bearbeiten]

Zusätzlich zum Spiel Light Tennis kann man mit der Konsole Handball Ein- und Zwei-Spieler, Tennis Ein- und Zwei-Spieler, Hockey Ein- und Zwei-Spieler spielen. Hierzu sind in die Konsole zwei DFÜ-Controller eingebaut, wodurch zwei Spieler gleichzeitig spielen können. Das Gerät verfügt über keine abnehmbaren Controller. Stattdessen gibt es zwei Knöpfe auf der Konsole, so dass die Spieler ihre Schläger nach oben und unten drehen können. Für den Anschluss an einen Monitor verfügt das Gerät über einen RF-TV-Video-Ausgang. Die Stromversorgung erfolgt wahlweise mit sechs Stück UM2-Batterien (C-Format) oder einem externen Netzteil.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d David Sheff: Game Over. GamePress, Wilton (CT) Januar 1999. ISBN 0-9669617-0-6. S. 27
  2. a b  Dan Fleming: Powerplay: toys as popular culture. Manchester University Press, 1996, ISBN 0-7190-4717-X, S. 180 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. David Sheff: Game Over. GamePress, Wilton (CT) Januar 1999. ISBN 0-9669617-0-6. S. 22, 25
  4. a b c Chris Kohler: Power Up. Brady Games/Pearson Education, Indianapolis (Indiana) 2004. ISBN 0-7440-0424-1. S. 30-31.
  5. Color TV Game 6 + Color TV Game 15. gamepressure.com. Abgerufen am 1. August 2012.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Sheff: Game Over. How Nintendo Conquered the World. GamePress, Wilton (CT) 1999. ISBN 0-9669617-0-6. Seiten 22, 24-25, 27–28, 32

Weblinks[Bearbeiten]