Cali

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Cali, für weitere Bedeutungen siehe Cali (Begriffsklärung).
Cali
Cali (Kolumbien)
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Koordinaten 3° 27′ N, 76° 32′ W3.457222-76.528333Koordinaten: 3° 27′ N, 76° 32′ W
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Basisdaten
Staat Kolumbien

Departement

Valle del Cauca
Höhe 1070 m
Fläche 560,3 km²
Einwohner 2.068.386 (2005[1])
Metropolregion 2.730.796
Dichte 3691,6 Ew./km²
Webauftritt www.cali.gov.co/
Politik
Bürgermeister Rodrigo Guerrero
Sonstiges
Stadtgliederung 22 städtische Bezirke (comunas)

15 ländliche Bezirke (corregimientos)

Volksbezeichnung CaleñoVorlage:Infobox Ort/Wartung/Anmerkung
Cali II.jpg

Cali (offiziell: Santiago de Cali) ist die Hauptstadt des kolumbianischen Departamento Valle del Cauca und nach der Einwohnerzahl drittgrößte Stadt des Landes. Cali bildet das ökonomische, industrielle und landwirtschaftliche Zentrum im Südwesten Kolumbiens. Mit der Gründung 1536 ist Cali eine der ältesten Städte Amerikas. Sie wird auch die „Hauptstadt des Salsa“ oder Sucursal del cielo (übersetzt etwa: Himmelsniederlassung) genannt.

Geographie[Bearbeiten]

Cali liegt in ca. 1000 m Meereshöhe im Westen des Landes am Zusammenfluss des Río Cauca mit dem Rio Cali. Durchschnittstemperatur ist 26,8 °C, es gibt aufgrund der Nähe zum Äquator keine großen saisonalen Schwankungen.

In der Umgebung gibt es eisen- und kohlehaltige Hügel, deren rostrote Farbe zusammen mit dem üppig grünen äquatorialen Pflanzenwuchs die Gegend charakterisiert.

Cali grenzt im Norden an die Gemeinden Yumbo und La Cumbre, im Osten an Palmira und Candelaria, im Süden an Jamundí und im Westen an Buenaventura und Dagua.

Cali
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: IDEAM
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Cali
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Max. Temperatur (°C) 29,8 29,9 30,2 29,7 29,3 29,5 30,2 30,9 30,3 29,2 28,8 29,1 Ø 29,7
Min. Temperatur (°C) 19,2 19,2 19,3 19,4 19,3 19,0 18,0 18,5 18,8 18,9 19,0 19,0 Ø 19
Niederschlag (mm) 88 120 146 190 165 91 55 64 108 170 159 129 Σ 1.485
Regentage (d) 11 13 15 18 17 12 9 9 13 19 17 13 Σ 166
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Quelle: IDEAM
Cali

Geschichte[Bearbeiten]

Cali wurde vom spanischen Offizier Sebastián de Belalcázar, der zur Eroberungsarmee Francisco Pizarros gehörte, 17. Juli 1559 unter dem Namen Santiago de Cali gegründet.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt ist das Zentrum des Cauca-Tals, einer Region intensiver Landwirtschaft. Schwerpunkt ist die Herstellung von Rohrzucker. Wirtschaftlich wird die Region um Cali von einigen wenigen Familien dominiert.

Bekannt wurde die Stadt auch durch das Cali-Kartell, das im Handel mit Kokain neben dem Kartell von Medellín eines der wichtigsten und mächtigsten Drogenkartelle der Welt war. Drogenhandel und im Zusammenhang mit Drogen stehende Gewaltkriminalität spielen trotz des Zerfalls des Kartells in Cali immer noch eine große Rolle.

Der Arzt Rodrigo Guerrero, der 1992 und nach mehreren Jahren Pause auch 2011 wieder Bürgermeister der Stadt wurde, sah die Mordrate, die in den frühen 1990er Jahren noch um ein Viertel höher lag als in der Hauptstadt Bogota (dort: 80 pro 100.000 Einwohner). Anhand von Statistiken erkannte er das Mordrisiko als grösste Einzelursache von Todesfällen und bekämpfte es gemäss WHO-Empfehlungen wie eine Krankheit. Da Morde - in den 90ern - vor allem mit Alkohol und Bars zusammenhingen, wurde erfolgreich ein Alkoholausschankverbot in Lokalen ab 1 Uhr, am Wochenende ab 2 Uhr früh und an Wochenenden ein Waffenverbot verfügt. Anfang Oktober erhielt Guerrero den erstmals vergebenen und mit 100.000 $ dotierten Roux-Preis, vergeben vom Institute for Health Metrics and Evaluation der Universität Washington vergeben für Bekämpfung von Krankheiten mit Hilfe statistischer Daten.[2]

In der Stadt selbst gibt es mehrere „Invasionen“, Hüttensiedlungen, die durch aus anderen Landesteilen Vertriebene bewohnt werden. Zu den Problemvierteln gehören Aguablanca, eine Wellblechstadt in den feuchten Flussniederungen des Rio Cauca, und Siloé an den Berghängen im Westen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Cali bietet eine Vielzahl von Parks, Kirchen, Monumenten, Museen und Plätzen als Touristenattraktion. Das Nachtleben konzentriert sich auf Bars, Grilles und Rumbeaderos der Avenida Sexta und die Salsa-Diskotheken in Juanchito, Zona Rosa und Barrio Granada. Im Dezember findet die berühmte Feria de Cali statt.

Wechselnde Kunstausstellungen bieten das Casa Pro Artes, in der Nähe das Centro Cultural, FES und das Museo de Arte Moderno la Tertulia. Letzteres ist ein moderner Ausstellungsbau, der u. a. eine Cinemateca bereithält. Ausgestellt werden hier nationale Künstler aus allen Sparten der Bildenden Kunst. Die junge Kunstszene findet sich im „lugar a dudas“. Das Künstlerhaus, vom Documenta-Teilnehmer Oscar Munoz gegründet, zeigt wechselnde Ausstellungen und organisiert, hervorzuheben ist das Filmprogramm mit internationalen Filmen und das Residenz-Programm für aus- und inländische Künstler.

Als Theater sei das Teatro Municipal im Stil des kreolischen Klassizismus genannt.

Sport[Bearbeiten]

In Cali sind América de Cali und Deportivo Cali beheimatet, zwei der erfolgreichsten Fußballvereine Kolumbiens. Das 1970 erbaute „Alcides Nieto Patiño Velodrome“ (geplant von deutschen Architekten Schürmann) war Ort zahlreicher internationaler Bahnrad-Wettbewerbe, darunter mehrere Weltcup-Rennen.[3]
Die zweiten Schwimmweltmeisterschaften fanden 1975 in Cali statt.
Die 9. World Games 2013 der nicht-olympischen Sportarten wurden vom 25. Juli bis 4. August in Cali ausgetragen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Censos general 2005 (PDF-Datei; 160 kB)
  2. http://orf.at/stories/2247760/2247759/ Arzt sucht Medizin gegen Mordwelle – Mit Medizinpreis ausgezeichnet, ORF.at 6. Oktober 2014
  3. copamundopistacali.com (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cali – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien