Dalheim-Rödgen

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Pförtnerhaus am Rakyweiher

Dalheim-Rödgen ist einer von 40 Ortsteilen der nordrhein-westfälischen Mittelstadt Wegberg im Kreis Heinsberg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Lage

Die Ortschaft besteht aus den Teilen "Dalheim" sowie "Rödgen" und liegt unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze. Um Dalheim-Rödgen liegen große Waldgebiete. Im Norden liegt der Meinweg-Wald, im Süden der Dalheimer Busch und Effelder Wald. Der Ort befindet sich im Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Zu Fuß lässt sich in den Niederlanden der Nationalpark De Meinweg und das ehemalige Kolleg St. Ludwig erreichen.

Dalheim und Rödgen werden durch den Helpensteiner Bach und eine Eisenbahnlinie getrennt, erstere Ortschaft liegt nördlich, die letztere südlich. Westlich von Rödgen liegen einige Weiher, hier wurde der Bach aufgestaut. Jenseits davon liegt als Kulturdenkmal eine Motte, ein hochmittelalterlicher Rittersitz (siehe Arsbeck, Geschichte).

Die Dalheimer Mühle und der Dalheimer Klosterhof liegen westlich von Rödgen auf der südlichen Seite des Helpensteiner Baches jeweils als Einzelsiedlung mitten im Dalheimer Busch. Die Wassermühle liegt an einem Mühlenteich direkt an der Grenze zu den Niederlanden.

Im Osten liegen Büch und Arsbeck, im Süden Wildenrath und die dortige ehemalige Wohnsiedlung der britischen Armee.

[Bearbeiten] Gewässer

  • Helpensteiner Bach
  • Raky-Weiher
  • Teich an der Dalheimer Mühle

[Bearbeiten] Ortsnamen

Dalheim wurde 1200 und Rode 1312 erstmals urkundlich erwähnt. Rödgen wurde 1481 Raetgen, 1562 gen Roetgen genannt. Es handelt sich um das Diminutiv von Rath, bedeutet also kleine Rodung. Der Ortsname Dalheim weist auf das Tal des Helpensteiner Bachs hin und gehört zur Gruppe der -heim Namen.

[Bearbeiten] Geschichte

Dalheim und Rödgen lagen zunächst in der Herrschaft Arsbeck, gelangten mit dieser an Wassenberg und dem Herzogtum Jülich, wo sie Teil des Amtes Wassenberg waren.

[Bearbeiten] Dalheim

Der Dalheimer Bahnhof

1231 existierte in Dalheim eine Wassermühle. Um 1258 verlegten die Zisterzienserinnen ihr Kloster von Ophoven nach Dalheim. Das Kloster besaß in der näheren und weiteren Umgebumg umfangreichen Besitz, so in Rurich das Gut Kippingen.

Im Rahmen der Säkularisation unter französischer Herrschaft am Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgehoben. Die Nonnen fanden Aufnahme in Roermond und schenkten das sogenannte Dalheimerkreuz aus dem 13. Jahrhundert der Kathedrale St. Christophorus. Das Kloster in Dalheim wurde abgerissen.

Es bestanden nur noch die Mühle und der Dalheimer Klosterhof. Als nördlich des Helpensteiner Baches im Dalheimer Busch der Grenzbahnhof errichtet wurde, erhielt dieser und die nun entstehende Ortschaft den Namen Dalheim.

Von besonderer Bedeutung für die Ortsgeschichte war der Bau des Bahnhofs Dalheim an der grenzüberschreitenden Bahnlinie Eiserner Rhein als Verbindung vom Ruhrgebiet zum Hafen Antwerpen im Jahr 1879.

[Bearbeiten] Rödgen

Die Bewohner des Dorfes waren bis zum 19. Jahrhundert Berechtigte am Meinweg, einem genossenschaftlich genutzten Wald-Heidegebiet ("Allmende"). Das bereits im Mittelalter erwähnte Dorf Rödgen ("kleine Rodung"- alte Namen: In gen Raetgen, Raytgen) lag ungefähr am heutigen Kreisverkehr und bildete bis zum Jahre 1561 zusammen mit Arsbeck die Herrlichkeit Arsbeck-Rödgen; der Herrschaftssitz befand sich ursprünglich auf der Motte "AldeBerg". Die "Rödgener Mühle" an den heutigen, sogenannten Raky-Weihern war von 1820 bis 1899 in Betrieb. An eben diesen, künstlich angelegten Weihern befinden sich bemerkenswerte Überreste eines schloßähnlichen Villenkomplexes im romantisierenden Stil, den der Bohrgeräteingenieur und Unternehmer Anton Raky ab 1904 dort errichten ließ (Hauptgebäude 1972 gesprengt) Die Anlage eines seit 1961 am Dorfrand befindlichen "Kinderdorfes" geht in seinen Ursprüngen auf eine Gründung des Klosters St.Josef mit Kinderheim der Dominikanerinnen von Bethanien zurück.

[Bearbeiten] Religion

Beim heutigen Kreisverkehr, vor der Ecke des Hauses Lisges, befand sich ursprünglich eine 1675 geweihte Kapelle; die Gemeinde gehörte zur Pfarrei Arsbeck. Als Vorläufer der heutigen St.Rochus-Kirche entstand eine Kapelle mit Dachreiter im oberen Teil des Dorfes, 1920 wurde Rödgen schließlich eigenständige Pfarre. Nach dem 2.Weltkrieg, mit dem Zuzug zahlreicher protestantischer Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten, wurde am Dorfrand, zwischen den Neubaugebieten Wildenraths und Dalheim-Rödgens ein evangelisches Gotteshaus errichtet; verwaltet wird diese Gemeinde von der evangelischen Kirche Wassenberg

[Bearbeiten] Infrastruktur

  • Katholisches Jugendheim
  • Kindergarten Kastanienbaum
  • Freie Waldorfschule
  • Waldsportplatz
  • Kinderdorf St. Josef

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Dalheimer Mühle
  • Die Motte "Der Alde Berg", Burgberg mit Vorburg, gelegen auf einem abgeteilten Geländesporn, der ins Feuchtgebiet der sogen.Rakyseen ragt. Funde belegen eine Nutzung als Burgplatz eines Ritters zwischen den Jahren 1200 und 1400. Führungen möglich.
  • das "Rakyschlösschen", idyllisches "Postkartenmotiv" am Rand eines ebenso idyllischen Naturgebietes.Früher das Pförtnerhäuschen eines legendären, romantisierenden Villenkomplexes von 1904, dessen Hauptbau 1972 abgerissen wurde.Weitere Überreste sind ein burgturmähnlicher, heute verschlossener Aussichtsturm, der "Weinkeller" in Form einer Burgruine und das vormalige Gärtnerhaus,heute Wohnhaus.
  • Die Dalheimer Mühle steht unmittelbar an der niederländischen Grenze und gehörte ursprünglich zum mittelalterlichen Kloster, älteste Teile von 1775, nach einem Brand wurde die als Ausflugslokal beliebte Mühle wiederaufgebaut.
  • Dalheimer Klosterhof mit dem Torbau aus der Spätphase (1732) des vormaligen, mittelalterlichen Zisterzienserinnenklosters Dalheim
  • Archäologische Reste des Westwalles, auf Dalheimer Gebiet befanden sich neben einigen noch heute erkennbaren Panzergräben und Strassensperren annähernd 20 Beton-Bunker, die jedoch nicht in Kampfhandlungen verwickelt wurden. Die Bunker wurden nach dem Krieg gesprengt und sind heute größtenteils überbaut oder zugeschüttet.
  • Auswandererhalle von 1911, einstmals Wartesaal und Logis von täglich bis zu 100 Amerikaauswanderern

→ siehe auch Liste der Baudenkmäler in Wegberg

[Bearbeiten] Söhne und Töchter von Dalheim-Rödgen

  • Herbert Mai (* 1947), ehemaliger Gewerkschaftsvorsitzender (ÖTV) und Manager

[Bearbeiten] Verkehrsanbindung

[Bearbeiten] Literatur

  • "Franz Mayer,Geschichte der Pfarren Arsbeck und Dalheim-Rödgen, 1934"(Privatdruck)
  • Heimatkalender des Kreises Heinsberg, diverse, insbesondere 1985, 2005, 2006 und 2007
  • "Dalheim für Roermonder,Versuch eines Kulturführers" (deutsch) in: "De luis in de pels", ISBN 978-90-812749-1-3 Hrsg.Stichting Ruimte, Roermond 2008
  • Barthels,Barthels, Möller, "Der Eiserne Rhein", Barthels 2005
  • Michael Schulz, Dalheimer Wanderkarte mit ausführlicher Beschreibung der Sehenswürdigkeiten, Hrsg Dalheimer Mühle 2009

[Bearbeiten] Weblinks

51.1555555555566.1886111111111Koordinaten: 51° 9′ 20″ N, 6° 11′ 19″ O

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