Der kleine Lord (1980)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der kleine Lord
Originaltitel Little Lord Fauntleroy
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1980
Länge 110 Minuten
Stab
Regie Jack Gold
Drehbuch Blanche Hanalis
Produktion Norman Rosemont
Musik Allyn Ferguson
Kamera Arthur Ibbetson
Schnitt Keith Palmer
Besetzung

Der kleine Lord (Originaltitel: Little Lord Fauntleroy) ist ein britischer Fernsehfilm des Regisseurs Jack Gold aus dem Jahr 1980. Als Vorlage diente der gleichnamige Roman von Frances Hodgson Burnett aus dem Jahr 1886.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Die Handlung spielt um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert. Der siebenjährige Cedric Errol, dessen verstorbener Vater ein Engländer war, lebt mit seiner aus den USA stammenden Mutter in sehr bescheidenen Verhältnissen in einem geschäftigen Stadtteil von New York City.

Eines Tages taucht Mr. Havisham, der Gesandte seines englischen Großvaters, des Earl von Dorincourt, auf und macht Cedrics Mutter das Angebot, zusammen mit ihrem Sohn nach England überzusiedeln, denn Cedric sei einziger Erbe des Adelstitels und des Vermögens seines englischen Großvaters geworden. Er soll den Titel "Lord Fauntleroy" erhalten und zur Vorbereitung auf seine späteren Aufgaben auf seinem künftigen Schloss erzogen werden.

Der verwitwete, von Konventionen und Dünkel geprägte Earl, der große Ressentiments gegen Amerika hegt und seinen jüngsten Sohn – Cedrics Vater – wegen dessen Heirat mit einer US-Bürgerin verstoßen hat, gestattet es nicht, dass auch Cedrics Mutter mit im Schloss wohnt, sondern verlangt, dass sie in einer nahegelegenen Privatunterkunft untergebracht wird. Um der Zukunft ihres Sohnes nicht im Wege zu stehen, geht die Mutter, unter der Bedingung, dass ihr Sohn nichts von der Abneigung des Großvaters gegen sie erfährt, auf das Angebot ein. Eine Apanage des Earls lehnt sie ab.

Der mürrische und zurückgezogen lebende Großvater empfängt seinen Enkel zunächst sehr reserviert. Cedric gelingt es mit seiner aufgeschlossenen und direkten Art jedoch schnell, nicht nur die Anerkennung der Bewohner der Grafschaft zu erringen, sondern auch das verhärtete Herz des greisen Earls zu erweichen: er blüht sichtlich auf, entwickelt eine stolze Liebe zu seinem Enkel (und Erben), übernimmt erstmalig auch Verantwortung für seine armen Pächter und beginnt alte verwandtschaftliche und gesellschaftliche Kontakte neu zu beleben. Diese glückliche Wandlung wird erst gestört, als eine Frau auftaucht, die Cedric den Titel und die spätere Erbschaft zu Gunsten ihres eigenen Sohnes streitig machen will, indem sie behauptet, die Witwe des zweitältesten Sohns des Earls zu sein.

Die Geschichte vom sympathischen kleinen Amerikaner, der um sein britisches Erbe gebracht werden soll, zieht weite Kreise und wird auch von der amerikanischen Presse aufgegriffen. So erfahren Cedrics New Yorker Freunde, der Gemischtwarenhändler Mr. Hobbs und der Schuhputzer Dick, ebenfalls davon. Wie es der Zufall will, erkennen sie auf einem Zeitungsfoto in der angeblichen Erbin die ehemalige Frau von Dicks Bruder wieder, die mit ihrem Kind (einem Neffen Dicks) vor längerer Zeit nach England ausgewandert ist. Unverzüglich reisen Mr. Hobbs, Dick und sein Bruder nach England und entlarven die freche Betrügerin.

Erleichtert bereitet man im großen Kreis das Weihnachtsfest vor. Zur Bescherung bittet der alte Earl Cedrics Mutter auf das Schloss, öffnet sich ihr und erkennt sie reumütig als seine Schwiegertochter an. Cedric wird als rechtmäßiger Erbe und zukünftiger Lord Fauntleroy von allen gefeiert.

Die Kunst des Regisseurs und der Darsteller besteht insbesondere darin, den kleinen Cedric zum Sprachrohr der Gedanken des erwachsenen Roman- und Drehbuchautors zu machen, ohne die Figur so altklug wie manch andere Kinder US-amerikanischer Produktionen erscheinen zu lassen.

[Bearbeiten] Hintergrund

  • Abgesehen von einigen Auslassungen und abweichenden Akzentuierungen - der Film endet z. B. nicht mit Cedrics achter Geburtstagsfeier, sondern mit einem Weihnachtsfest - folgt der Film weitgehend dem Inhalt des gleichnamigen Romans.
  • Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen war am 26. Dezember 1982 in der ARD.

[Bearbeiten] Kritiken

„Detailgetreue Verfilmung eines Jugendromans aus dem 19. Jahrhundert, angesiedelt zwischen poesievoller Unwirklichkeit und humorvoller Distanz. Trotz einer gefühlvollen und melodramatischen Inszenierung ein gelungener Appell an Güte und Mitmenschlichkeit.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eintrag im Lexikon des Internationalen Films
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