Deutsche Umwelthilfe

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Deutsche Umwelthilfe
(DUH)
Logo der Deutschen Umwelthilfe
Zweck: Umwelt- und Verbraucherschutz
Vorsitz: Harald Kächele
Gründungsdatum: 1975
Sitz: Hannover
Website: www.duh.de

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) ist eine deutsche, nichtstaatliche Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation. Sie ist gleichzeitig ein klageberechtigter Verbraucherschutzverband nach Unterlassungsklagegesetz (UKlaG). Die DUH ist deutsches Mitglied des Europäischen Umweltbüros (EEB) in Brüssel. Außerdem verfügt sie aus dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz über ein Recht zur Verbandsklage und ist als gemeinnützig anerkannt.

Die DUH wurde am 15. August 1975 gegründet. Klimaschutz und der Erhalt der biologischen Vielfalt, eine nachhaltige, auf Effizienz und regenerativen Energien basierende Energieversorgung, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft, gesunde Luft, nachhaltige Mobilität und Verbraucherschutz stehen im Mittelpunkt der Arbeit der Organisation.

Bundesvorsitzender ist seit 1. April 2001 Professor Harald Kächele. Bundesgeschäftsführer sind Jürgen Resch und Michael Spielmann. 88 hauptamtliche Mitarbeiter arbeiten 2014 in den Bundesgeschäftsstellen in Berlin, Radolfzell und Hannover sowie in den Projektbüros in Köthen und Erfurt.[1]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) wurde am 15. August 1975 zeitgleich mit dem BUND Landesverband Baden-Württemberg von Hermut Ruland, Gerhard Thielcke und Rudolf L. Schreiber gegründet. Von 1975 bis 1988 war Hermut Ruland Bundesvorsitzender, von 1988 bis 2001 Prof. Dr. Gerhard Thielcke. Seit 2001 hat Prof. Harald Kächele dieses Ehrenamt inne.

In den ersten dreizehn Jahren ihres Bestehens konzentrierte sich die DUH auf die Themen Umweltbildung und Finanzierung von Naturschutzprojekten. Die damalige Geschäftsstelle lag in Öhningen (Baden-Württemberg). 1988 bezog die DUH ihre neue Geschäftsstelle in Radolfzell. Zu dieser Zeit erweiterte die DUH ihr Umweltbildungsengagement, erstellte und verbreitete Informationsbroschüren zu aktuellen Natur- und Umweltschutzthemen, führte Haus- und Straßensammlungen zur Unterstützung von jährlich mehreren hundert überwiegend lokalen Natur- und Umweltschutzprojekten durch und rief die Aktion „Jugend erlebt Natur“ ins Leben.

1990 schrieb die DUH erstmals einen bundesweiten Wettbewerb im Bereich „Kommunaler Umweltschutz“ aus. Erster Träger der Auszeichnung „Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz“ war die Stadt Erlangen. Aus derselben Zeit stammt das Bodensee-Umweltschutzprojekt, aus dem 1992 die „Bodensee Stiftung für Natur und Kultur" hervorging.[2] Die Schwerpunktthemen waren das Eintreten für ein nachhaltiges Wirtschaften, d.h. umweltfreundlicher Tourismus, Biotopschutz, ressourcenschonender Verkehr, ökologische Landwirtschaft und Schutz des Trinkwasserspeichers Bodensee. Die Idee, durch ein umweltfreundliches Verkehrskonzept „Bodensee-S-Bahn“ den zunehmenden Autoverkehr am Nordufer des Sees und vom Thurgau in den Hegau zu minimieren, wurde wenige Jahre später mit dem noch heute zusätzlich zur Deutschen Bahn betriebenen 'Seehas' Regionalzug Realität. 1998 entstand die internationale Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF). Das bis heute größte Projekt des GNF ist das Lebendige Seen Netzwerk "Living Lakes" mit weltweit über 102 Partnern Seen an 33 Seen.[3]

Seit 2001 ist die DUH mit einer Geschäftsstelle in Berlin vertreten. Sie ist Zentrum der immer stärkeren bundespolitischen Arbeit des Vereins.

2004 erkannte das Bundesverwaltungsamt die DUH als klageberechtigten Verbraucherschutzverband an.[4]

2008 erkannte das Umweltbundesamt (UBA) die DUH als klageberechtigte Vereinigung nach Umweltrechtsbehelfsgesetz an.

Organisation und Mitglieder[Bearbeiten]

Die DUH ist ein eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein nach deutschem Vereinsrecht.

Regionalverbände[Bearbeiten]

Die DUH gliedert sich in drei Regionalverbände (RV Nord mit Sitz in Hannover, RV Ost mit Sitz in Berlin und RV Süd mit Sitz in Radolfzell). Ihre Funktion ist es, die Ziele und Aufgaben der DUH auf lokaler und regionaler Ebene zu verfolgen. [5]

Vorstand und Delegiertenversammlung[Bearbeiten]

Der Vorstand der DUH legt die Ziele für ihre praktische Arbeit fest und berät und überwacht die Arbeit der Geschäftsführung. Der Vorstandsvorsitzende der DUH ist seit 1. April 2001 Professor Harald Kächele. Die Delegiertenversammlung beschließt den Haushalt, genehmigt den Jahresabschluss und entlastet und wählt den Vorstand sowie die Kassenprüfer.[5][6]

Geschäftsführer[Bearbeiten]

Die Geschäftsführung ist mit dem operativen Geschäft der DUH betraut. Sie ist zur Wahrnehmung der wirtschaftlichen, verwaltungsmäßigen und personellen Angelegenheiten der Bundesgeschäftsstelle bevollmächtigt.[5] Die Bundesgeschäftsführer sind Jürgen Resch (seit 1986) und Michael Spielmann (seit 2012). Ehemalige Geschäftsführer sind: Rainer Baake (2006-2012) und Jörg Dürr-Pucher (1998-2006), Jürgen Rosemund (1998-2006) und Hans-Jürgen Dippel (1987-1988).

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Die wesentliche inhaltliche Projektarbeit wird von den hauptamtlich beschäftigten Mitarbeitern geleistet. An den vier Standorten beschäftigt die Umwelthilfe insgesamt 88 Mitarbeiter (Stand 2014). [7]

Mitgliedschaften und Kooperationen[Bearbeiten]

Die deutsche Umwelthilfe ist Mitglied der europäischen Kampagne „Rußfrei fürs Klima“, deren Arbeit sie in Deutschland koordiniert, außerdem ist sie an der von der EU geförderten NGO-Kampagne „Clean Air“ als nationaler Partner beteiligt. Im Zusammenschluss OCEAN2012 engagiert sie sich gegen die Überfischung der europäischen Meere. Die DUH ist Mitglied des Bündnisses „Atomausstieg selber machen“, Partner im „HAND IN HAND-Fonds“ und der Initiative „Handys für die Umwelt[8]. Sie koordiniert außerdem seit über 25 Jahren die Haus- und Straßensammlung für den Natur- und Umweltschutz und ist Partner der Imagekampagne „SolarLokal[9]. Das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ wurde maßgeblich durch die DUH gegründet und wird beim Aufbau des eigenständigen Vereins von ihr unterstützt.[10] Die DUH initiierte 1995 die Kampagne „Lebendige Flüsse“, welche bis heute existiert. Das Netzwerk „Lebendige Elbe“ ist eines der ältesten Projekte der DUH. Zahlreiche grenzüberschreitende Natur- und Artenschutzprogramme tragen zusätzlich zur europäischen Völkerverständigung bei. Dazu gehört unter anderem das deutsch-tschechische Jugendaustauschprojekt „Die Sprachen des Flusses“. Die DUH ist außerdem in der „Mehrweg-Allianz“ vertreten und gründete das Projekt „Wild Cities“.[11]

Selbstverständnis[Bearbeiten]

Die Deutsche Umwelthilfe ist ein politisch unabhängiger Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutzverband. Ziel der DUH ist es, dass heutige wie auch künftige Generationen gleichermaßen Chancen auf ein erfülltes Leben in einer intakten Umwelt haben. Über ihren unmittelbaren Nutzen für den Menschen hinaus besitzt die Natur für die DUH einen unersetzbaren Eigenwert. Daher tritt die DUH für nachhaltige Lebensweisen und moderne Formen des Wirtschaftens ein, die ökologische Belastungsgrenzen respektieren.

Die für die Erreichung der Ziele gewählten Methoden sind profil- und stilbildend für die Deutsche Umwelthilfe. Kritik an den vorhandenen Zuständen gehört ebenso dazu wie das konzeptionelle Denken in Alternativen. Die DUH unterbreitet dabei jeweils konstruktive Vorschläge und versteht sich auch als Denkfabrik. Sie organisiert Dialogprozesse und Netzwerke, um Debatten anzustoßen und Themen voranzutreiben. Ein Beispiel dafür ist der „Bürgerdialog zur Westküstenleitung in Schleswig-Holstein“ im Auftrag des schleswig-holsteinischen Ministeriums für Energiewende. Die DUH initiiert und koordiniert dabei auch Forschungsprojekte, zum Beispiel zur regionalen Wertschöpfung kommunaler Investitionen in erneuerbare Energien.

Darüber hinaus skandalisiert und personalisiert die DUH Missstände - nicht um ihrer selbst willen, sondern mit dem Ziel, Wirtschaft und Politik über eine Mobilisierung der Öffentlichkeit auf einen besseren Weg zu bringen. Als klageberechtigter Verband gelingt es ihr, die Einhaltung von umweltbezogenen Verbraucherschutzvorschriften, beispielsweise zur korrekten Angabe des Energie- bzw. Spritverbrauchs,des Quecksilbergehalts von Energiesparlampen oder des Abgasverhaltens von Maschinen, gerichtlich zu überprüfen und direkt durchzusetzen.

Die DUH organisiert Allianzen, wenn es zweckmäßig ist und hilft, ihre Ziele durchzusetzen. Wichtige Partner sind andere Umweltverbände, Wissenschaftler, sowie Unternehmen und ihre Verbände.

Die Arbeitsmethoden der DUH richten sich nach den Problemen, die zu lösen sind. Zu den Methoden gehören auch öffentlich ausgeschriebene Wettbewerbe und die Veröffentlichung von Rankings. Den Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die nationale und europäische Ebene. Besonders intensive Kontakte pflegt die DUH zu den Kommunen, die sich im Klima- und Biodiversitätsschutz und beim Thema Nachhaltigkeit engagieren.

Die Deutsche Umwelthilfe arbeitet eng mit anderen Verbänden sowie mit Kommunen zusammen und fördert jedes Jahr mehrere hundert Natur- und Umweltschutzprojekte im In- und Ausland. Wichtige Kooperationsfelder sind beispielsweise der Fließgewässerschutz mit dem Netzwerk „Lebendige Flüsse“, der Klimaschutz mit Modellprojekten wie „Mehrweg ist Klimaschutz“ und „Rußfrei fürs Klima“ oder der Kommunale Umweltschutz mit überregionalen Programmen für Städte, Gemeinden und Stadtwerke.

Zudem sucht die DUH gezielt den Austausch und die Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern, die eine ökologische Vorreiterrolle in ihrer Branche einnehmen bzw. einnehmen möchten. Sie ermutigt insbesondere marktführende Unternehmen dazu, ihre Produkte nach den Standards des „Blauen Engels“ zertifizieren zu lassen und unterstützt zusätzlich innovative Firmen bei der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien.[12][13][14][15][16][17]

Themen[Bearbeiten]

Naturschutz und Biodiversität[Bearbeiten]

In ihrer Arbeit zum Naturschutz und zur Biodiversität konzentriert sich die Deutsche Umwelthilfe auf die vier Kernbereiche „Biologische Vielfalt“, „Lebendige Wälder“, „Fließgewässerschutz“ und „Meeresschutz“. Gemeinsam mit anderen Verbänden führt die DUH im Netzwerk „Lebendige Flüsse“ Maßnahmen zur Rettung bedrohter Arten und zur Wiedervernetzung von Ökosystemen durch. Dabei spielen zunehmend auch Synergieeffekte eine Rolle: So diente z.B. das Naturschutzgebiet im Wulfener Bruch bei den Elbhochwassern von 2003 und 2013 als natürliches Rückhaltebecken. In einem Pilotprojekt, das 2014 am Stettiner Haff anläuft, verbindet die DUH den Artenschutz mit einem Förderprogramm für strukturschwache Regionen. Aus der Naturschutzarbeit der DUH entstand 1998 der Global Nature Fund (GNF), eine internationale Stiftung, die sich für den Erhalt von Seen und anderen Wasser-Ökosystemen einsetzt. Die DUH engagiert sich darüber hinaus an Elbe, Rhein, Neckar, Lippe, Weser, Werra und Spree mit der Kampagne „Lebendige Flüsse“. Zwischen 2002 und 2005 initiierte die DUH den Internationalen Elbebadetag. Rund 90.000 Menschen feierten an diesen Tagen an der Elbe und freuten sich über die verbesserte Wasserqualität. Seit 2008 besteht das Projekt „Lebendige Wälder“, in dem sich die DUH für den Erhalt und die Wiederherstellung intakter und naturnaher Wälder engagiert und konkrete Modellprojekte initiiert bzw. finanziell fördert, die einem breiten Spektrum an Lebewesen einen Lebensraum bieten. Die DUH unterstützt außerdem die Bemühungen im afrikanischen Botsuana, das Okavango-Delta als UNESCO Weltnaturerbestätte anzuerkennen. Zudem engagiert sie sich im Fischotterschutz und baut zwischen 2012 und 2014 gemeinsam mit dem Flussbüro Erfurt Brücken um, damit die Tiere sie gefahrlos unterqueren können. Die DUH koordinierte außerdem die Arbeit von OCEAN2012 in Deutschland. Diese europaweite Allianz setzte sich erfolgreich gegen die Überfischung der europäischen Meere und für einen nachhaltigen Interessensausgleich zwischen Industrie, Fischern, Naturschutz und den betroffenen Staaten ein.[18]

Energie und Klimaschutz[Bearbeiten]

Die naturverträgliche und sozial gerechte Energiewende ist eines der zentralen Ziele der DUH. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der dafür erforderlichen Infrastruktur ist eine große Herausforderung. Aus diesem Grund koordiniert die DUH Fachnetzwerke zu den Themen Energiewende, Netzintegration, Wärme, Energiespeicher und Bioenergie. Zusätzlich führt sie Informationsveranstaltungen in betroffenen Gemeinden durch, um im Dialog mit Anwohnern und Projektträgern mehr Akzeptanz für die Energiewende zu schaffen.

Seit 2008 organisiert und moderiert die Deutsche Umwelthilfe das „Forum Netzintegration Erneuerbare Energien“. Das vom Bundesumweltministerium bis 2014 geförderte Projekt bringt Politik und Netzbetreiber, Naturschützer und Energieexperten, Wissenschaftler und Bürgerinitiativen zusammen, um gemeinsam Maßnahmen für das Gelingen des Stromnetzumbaus zu erarbeiten. Ein erstes Ergebnis war 2010 der Plan N, ein gemeinsam erarbeitetes Politikpapier mit Maßnahmen zum Um- und Ausbau der Stromnetze. Ende 2013 hat das „Forum Netzintegration Erneuerbare Energien“ das Nachfolgepapier, den Plan N 2.0 veröffentlicht. Das umfangreiche Politikpapier zeigt, wie die neue Infrastruktur für eine risikoarme und nachhaltige Energieversorgung natur- und sozialverträglich gestaltet werden kann, um so ihre regionale Akzeptanz zu stärken. Zentrale Themen sind zum Beispiel der Schutz des Wohnumfeldes, um Anwohner weniger zu belasten, eine verbesserte und frühzeitige Bürgerbeteiligung, Möglichkeiten der Leitungsmitnahme oder auch des Leitungsrückbaus sowie Flexibilitätsoptionen im Verteilnetz zur Reduzierung des Ausbaubedarfs. Fast 60 am Diskussionsprozess beteiligte Institutionen, Unternehmen, Organisationen und Verbände haben Plan N 2.0 unterzeichnet, der im Januar 2014 im Rahmen eines parlamentarischen Abends in Berlin an die Politik übergeben wurde.

Daneben ist die Gebäudeeffizienz weiterer Arbeitsschwerpunkt. Die Wärmebereitstellung erzeugt knapp ein Viertel der CO2-Emissionen. Die energetische Sanierung von Gebäuden ist jedoch zwischen den Akteuren heftig umstritten: Hauseigentümer sind vom langfristigen Nutzen nicht überzeugt und Mieter sehen sich ihrer Meinung nach ungerechtfertigten Mieterhöhungen ausgesetzt. Mit der Marktüberwachung des seit dem 1.5.2014 verpflichtend vorzulegenden Energieausweis möchte die DUH die Sensibilität für die Kosten der Wärme als zunehmend bedeutsamen Anteil an den Wohnkosten erhöhen - ähnlich wie die Effizienzklassen bei Küchengeräten auf die Betriebskosten hinweisen.

Daneben informiert die DUH über Vorteile der Sanierung von Gebäuden und gibt praktische Hinweise für diese.

Verbraucherschutz[Bearbeiten]

Die DUH engagiert sich seit Jahren für eine korrekte Umsetzung umweltbezogener Verbraucherschutzvorschriften. Sie führt Stichproben zur Überprüfung der formalen Vorgaben zur Kennzeichnung von Produkten im Handel durch und kontrolliert die Einhaltung umwelt- und gesundheitsbezogener Produktvorgaben. Dazu gehören etwa die Einhaltung des maximal zulässigen Quecksilbergehalts bei Energiesparlampen oder die Einhaltung der Emissionsvorschriften bei Verbrennungsmotoren.

Mittels der Kennzeichnung von Produkten mit Energiedaten oder anderen Umwelteigenschaften erhält der Verbraucher Informationen über umweltrelevante Fakten des beworbenen Produkts und kann Kaufentscheidungen „in voller Sachkenntnis“ treffen. Nur wer transparent über die Folgekosten eines Produkts informiert wird, kann sich zugunsten des Geldbeutels und des Klimaschutzes entscheiden. Die DUH versteht sich als Anwalt des Verbrauchers, der auf die Gesetzeskonformität der in Deutschland vertriebenen Produkte vertraut und bei Nichteinhaltung dieser Vorschriften von Handel und Herstellern getäuscht wird.

Die DUH engagiert sich bei der Ausgestaltung neuer und bestehender umweltrechtlicher Vorschriften zum Schutz des Verbrauchers und bringt sich in den politischen Entscheidungsgremien ein.

Mehrere bundesweite Kampagnen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes wurden auf Initiative der DUH gestartet. Die Kampagnen haben zum Ziel, die Verbraucher zu informieren und aufzuklären und gesundheitliche und finanzielle Belastungen zu reduzieren. Die DUH hat es sich zum Ziel gesetzt, Betroffene dahingehend anzuleiten, dass sie selbst durch ihr Verhalten zu einer Verbesserung ihrer persönlichen Situation beitragen können. Im Ergebnis wurde die DUH immer wieder bundesweit zu einer Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die individuell beraten werden wollen. Die DUH ist seit 2004 in die Liste qualifizierter Einrichtungen nach Unterlassungsklagegesetz eingetragen und somit befugt, Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und andere Verbraucherschutzgesetze mit geeigneten Maßnahmen zu verfolgen. Die DUH leitete in 2013 stellvertretend für alle Verbraucherinnen und Verbraucher rund 375 gerichtliche Verfahren zur Durchsetzung von Verbraucherrechten gegenüber Händlern und Herstellern ein, die gegen Regelungen des umweltbezogenen Verbraucherschutzes verstießen.

Die Politik erlässt immer mehr Regelungen zum Schutz des Klimas, der Umwelt und des Verbrauchers, schafft es bislang aber nicht, eine ausreichende behördliche Infrastruktur zu ihrer Durchsetzung bzw. Überwachung einzurichten. In Deutschland finden nahezu keine Kontrollen zur Umsetzung dieser Vorschriften durch die Behörden statt, zu deren hoheitlichen Aufgaben dies jedoch zählt.

Die DUH kontrolliert die Einhaltung der in Kraft getretenen Vorschriften. Zugleich rügt sie gegenüber den staatlichen Stellen, dass diese über die Marktüberwachungsbehörden immer noch nicht in der Lage sind, für einen ordnungsgemäßen Gesetzesvollzug zu sorgen. Beispielhaft sei hier die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung für PKW (PKW-EnVKV) erwähnt. Die DUH legte bereits zwei Beschwerden bei der EU-Kommission ein, zuletzt im Jahr 2009. Die Bundesregierung hat daraufhin gegenüber der EU erklärt, dass die Überwachung deshalb funktioniere, weil die DUH die Prüfungen auf der Basis des UKlaG vornehme. Die DUH empfindet dies als nicht ausreichend. Denn der Staat darf sich bei der Durchsetzung seiner eigenen verbraucherbezogenen Gesetze nicht alleine auf Privatinitiativen aus der Zivilgesellschaft verlassen. Die Regelungen werden erlassen, um die Informationsanspruch der Verbraucherinnen und Verbraucher durchzusetzen. Die DUH sieht den Staat in der Verantwortung, durch eigenständige staatliche Kontrollen die Einhaltung seiner Gesetze sicherzustellen.

Verkehr und Luftreinhaltung[Bearbeiten]

Ein erheblicher Teil der Luftbelastung – vor allem in den Städten – stammt aus dem Verkehr. Bereits seit Mitte der 90er Jahre tritt die DUH für eine Verringerung negativer Umweltauswirkungen aus dem Straßenverkehr ein. So kämpfte sie Mitte der 90er Jahre für sparsame Pkw und startete 1998 ein Projekt zur vorzeitigen Einführung schwefelfreier Kraftstoffe. Trotz des erbitterten Widerstands der Mineralölindustrie gelang die Einführung zum September 2001. Seit 2005 kämpft die DUH für die Einhaltung der EU-Luftqualitätsziele und war an der Einrichtung von derzeit 48 Umweltzonen maßgeblich beteiligt. Auf dem juristischen Weg führte sie einen Gerichtsentscheid des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) für ein individuell einklagbares "Recht auf Saubere Luft" herbei. Dadurch gelang es in vielen Städten, wirksame Umweltzonen gerichtlich durchsetzen bzw. zu verteidigen. Dank ihrer Initiative gibt es heute außerdem den Blauen Engel für wirksame Austausch-Katalysatoren[15]. Gleichzeitig setzt sie sich auch dafür ein, dass auch die Luftbelastung aus anderen Quellen wie Bussen, Baumaschinen und Schienenfahrzeugen minimiert wird. Auch bei der Spritverbrauchsminderung von Pkw macht sich die DUH stark. Gemeinsam mit anderen NGO kämpft sie für die Verschärfung von Verbrauchsgrenzwerten und fordert zugleich die Kontrolle der Herstellerangaben bei Neufahrzeugen. In der europäischen Debatte um klimafreundlichere Kältemittel für Autoklimaanlagen hat die DUH bereits 2008 mit eigenen Unfallsimulationen, umfangreicher Medienarbeit und zahlreichen Gesprächen mit den Verantwortlichen die Gefahren des brennbaren und dabei tödliche Gase freisetzenden Kältemittels R1234yf in die öffentliche Diskussion getragen. Der deutsche Autohersteller Daimler hat 2012 erklärt, deshalb dieses Mittel nicht einzusetzen.[19]

Kommunaler Umweltschutz[Bearbeiten]

Bereits 1989 hat die DUH mit dem Wettbewerb Bundeshauptstadt im Natur- und Umweltschutz begonnen, Städte und Gemeinden für ihre Leistungen im Umweltschutz zu belohnen. Zahlreiche Folgewettbewerbe waren sehr erfolgreich und erzeugten ein bundesweites Medienecho. Insgesamt beteiligten sich bisher weit über 1.000 Kommunen. Seitdem sehen Städte und Gemeinden Umweltschutz nicht nur als lästige Pflichtübung, sondern haben verstanden, dass sie sich als „Umwelthauptstadt“ profilieren können. Die DUH hat darüber hinaus zu zahlreichen Themen umfangreiche Angebote für Kommunen erstellt, mit denen sie diese bei ihrer Arbeit unterstützt. Ein aktueller Schwerpunkt ist dabei die Förderung der Stadtnatur. Die DUH hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der „Naturschutz“ heute nicht mehr nur als der „Schutz von Schutzgebieten“ verstanden wird, sondern auch als die Förderung von Natur in urbanen Räumen. Sie thematisiert dabei unter dem Stichwort „Umweltgerechtigkeit“ die sozialen und gesundheitlichen Aspekte in praxisnaher Weise. Beim Klimaschutz möchte die DUH dazu beizutragen, das Engagement der „Bundeshauptstädte im Klimaschutz“ in die Breite zu tragen und auch kleine Kommunen zum Energiemanagement zu bewegen. Dafür hat sie gemeinsam mit dem Klima-Bündnis und dem Ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg einen eigenen „Coaching-Ansatz“ für kleine Kommunen entwickelt. Eine besondere kommunale Zielgruppe die im Fokus der DUH steht, sind die Stadtwerke, die oft entscheidend zum kommunalen Klimaschutz beitragen, aber nur selten als eigenständiger Akteur angesprochen werden. Dank der DUH können sich Stadtwerke als „KlimaStadtWerk“ profilieren. Die Aktivitäten der Stadtwerke werden dabei auch für Außenstehende vergleichbar. Die DUH unterstützt immer wieder neue Trends im kommunalen Natur- und Umweltschutz. Ihre Kommunalwettbewerbe sind von anderen Institutionen oft kopiert worden, beispielsweise von der EU beim „GreenCapital“, der europäischen Umwelthauptstadt.

Kreislaufwirtschaft[Bearbeiten]

Die DUH war maßgeblich an der Einführung des "Dosenpfands" auf Einweg-Flaschen und Getränkedosen beteiligt - bis heute ein großer umweltpolitischer Erfolg: In Deutschland werden Plastikflaschen und Dosen nicht mehr in die Landschaft geworfen, sondern zu 98 % über den Pfandbetrag zurückgegeben und hochwertig recycelt. Gleichzeitig wirkt sich das Einwegpfand auch positiv auf die Mehrwegquote aus: Im Bierbereich konnte durch das Einwegpfand die Dose zurückgedrängt und die Mehrwegquote auf über 85 Prozent erhöht werden. Bei den alkoholfreien Getränken allerdings hat das Pfand den Rückgang von Mehrweg nur gebremst, er liegt 2012 bei ca. 40%.

Die DUH setzt sich für eine Verringerung des Abfallaufkommens und die umweltgerechte Verwertung bzw. Entsorgung nicht vermeidbaren Mülls ein. Sie versucht durch die Wiederverwendung von Produkten und Verpackungen (=Mehrwegsysteme) sowie durch die Schließung von Stoffkreisläufen die Weiterentwicklung einer Kreislaufwirtschaft in Deutschland voranzutreiben. Projekte und Kampagnen wie „Mehrweg ist Klimaschutz“ und „Einweg-Plastik kommt nicht in die Tüte“ informieren gleichermaßen Handel wie Verbraucher über umweltfreundliche Verpackungen und klimafreundliche Mehrwegsysteme. Mit dem Mehrweginnovationspreis schafft die DUH einen zusätzlichen Anreiz für Verpackungsunternehmen, in Richtung Umweltschutz weiterzudenken. Gleichzeitig setzt sie sich für verbraucherfreundliche Produktkennzeichnungen ein und geht auch mit juristischen Mitteln gegen Verbrauchertäuschung vor. Auf europäischer Ebene veranstaltet die DUH alle drei Jahre eine europäische Mehrweg-Konferenz.

Außerdem führt die DUH regelmäßig Service-Checks in Baumärkten, im Elektrohandel und bei kommunalen Entsorgern durch. Damit soll sichergestellt werden, dass Bürger problematische Abfälle, wie z. B. Bauschaumdosen und Energiesparlampen auf verbraucherfreundliche Weise umweltgerecht entsorgen können. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom betreibt die DUH seit über zehn Jahren eine groß angelegte Althandysammlung mit dem Ziel, gebrauchte Geräte einer Wiederverwendung oder einem hochwertigen Recycling zuzuführen.[20] Bereits mehr als 1,6 Millionen alte Geräte konnten so zurückgenommen werden.

Umweltbildung[Bearbeiten]

Für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen führt die DUH generationenübergreifende Umweltbildungsprojekte mit den Schwerpunkten Ernährung und Biodiversität durch. Das Spektrum reicht von einzelnen Workshops für Schulklassen bis zu langfristigen Kooperationen mit lokalen Partnern. In Projekten wie „Grüne Inseln für Alt und Jung“ pflegen Kinder gemeinsam mit Senioren Wildblumenwiesen und schaffen Lebensraum für Insekten. „Gärten für die Zukunft“ ist ein Modellprojekt für zukunftsfähige Lebensstile und erhielt 2014 die Anerkennung als „UN-Dekade-Projekt Bildung für Nachhaltige Entwicklung“.

Fächerübergreifende Umweltbildung ist auch ein zentraler Bestandteil der DUH-Initiativen zum Schutz der Flüsse und Bäche. In verschiedenen Flusseinzugsgebieten gibt es Netzwerke von Schulen, in denen sich Jugendlichen lokal an ihrem Flussabschnitt engagieren, sich in regionalen Schüler-Camps austauschen und sich neues Wissen aneignen sowie mit gezielten praktischen Aktionen zum Erhalt lebendiger Fließgewässer beitragen.

Internationale Arbeit[Bearbeiten]

Initiiert von der Deutschen Umwelthilfe, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und dem Naturschutzbund Deutschland wurde 1987 – im ersten Europäischen Umweltjahr – die Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) gegründet. Sie unterstützt Naturschutzprojekte in ganz Europa.

Seit 1994 setzt sich die „Bodensee Stiftung für Natur und Kultur" für nachhaltige Wirtschaftsweisen in der internationalen Bodenseeregion und darüber hinaus ein. Sie entstand aus dem im Oktober 1990 im Beisein des damaligen Bundesumweltministers Klaus Töpfer gestarteten „Bodensee-Umweltschutzprojekt“ der DUH. 1998 entwickelte sich aus der Arbeit der DUH der Global Nature Fund (GNF), die sich als internationale Stiftung um den Erhalt von Seen und anderen Wasser-Ökosystemen bemüht.

Der „HAND IN HAND-Fonds“, den die DUH in Kooperation mit Rapunzel Naturkost GmbH gründete, hilft weltweit ambitionierten, ökologischen und sozialen Projekten. Er fördert unter anderem Urwaldschulen, Frauenprojekte sowie die Herstellung von gentechnikfreiem Saatgut und bietet Hilfe zur Bereitstellung sauberen Trinkwassers. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 wurden 176 Projekte in 48 Ländern mit einem Volumen von ca. 780.000 Euro unterstützt. Dahinter steht ein beispielhaftes Förderkonzept mit nachhaltiger Wirkung, bei dem ein Prozent des Einkaufswerts der HAND IN HAND-Produkte in den Fonds fließt. Im Vordergrund steht das Zusammenspiel von Bildung, ökologischen und sozialen Verbesserungen. Zudem werden Projekte gefördert, die über das unmittelbare Ziel hinaus die Selbstverantwortung ziviler Gesellschaften stärken.[21]

Die Deutsche Umwelthilfe koordiniert außerdem auf internationaler Ebene die Arbeit von Umweltverbänden und Netzwerken. In dieser Funktion ist sie zum Beispiel für die Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ („Black Carbon“) verantwortlich. Gleichzeitig ist sie Mitglied der „Clean Air Europe“-Kampagne, in der europäische Verbände die Interessen des Klimaschutzes gegenüber der EU vertreten. Bis Dezember 2013 koordinierte die DUH in Deutschland die Arbeit der europäischen OCEAN2012-Kampagne gegen die Überfischung der Meere. Mit dem Netzwerk „Lebendige Elbe“, das die DUH gemeinsam mit den Organisationen NABU, BUND und WWF führt, verfolgt sie darüber hinaus das Ziel, das gesamte Einzugsgebiet der Elbe von Tschechien bis zur Nordsee zum Weltnatur- und Kulturerbe zu machen. Dabei tragen grenzüberschreitende Natur- und Artenschutzprogramme sowie Projekte wie der deutsch-tschechische Jugendaustausch „Die Sprachen des Flusses“ zur europäischen Völkerverständigung bei.

Verleihung von Umweltpreisen[Bearbeiten]

Die Deutsche Umwelthilfe vergibt jedes Jahr den UmweltMedienpreis. Mit dieser undotierten Auszeichnung würdigt der Bundesvorstand der DUH hervorragende Leistungen in den Kategorien „Lebenswerk“, „Print“, „Hörfunk“ und „Film“, die sich mit der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen auseinandersetzen. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Klaus Töpfer, Ernst Simonis, Stefan Rahmstorf, Stefanie Peyk, Michael Bauchmüller, Marie-Monique Robin, Peter Lustig, Fritz Vorholz, Dagmar Dehmer, Werner Boote, Verena Schmitt-Roschmann, Al Gore, Volker Angres und Valentin Thurn.[22]

Mit dem Mehrweg-Innovationspreis zeichnen die DUH und die Stiftung Initiative Mehrweg herausragende Neuentwicklungen im Bereich umweltfreundlicher Mehrwegsysteme aus. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Weiterentwicklung und der Verbreitung des Glas-Mehrwegsystems.[23]

Kritik[Bearbeiten]

Die Deutsche Umwelthilfe wurde 2005 im Rahmen ihrer Kampagne zur Einführung von Dieselpartikelfiltern „Kein Diesel ohne Filter“ von der FDP kritisiert, da sie Spenden von Dieselrußfilter-Herstellern angenommen hatte.[24][25][26] Die Umwelthilfe hat diese Zusammenarbeit allerdings von Anfang an aktiv kommuniziert. Seit 2008 unterstützt die Umwelthilfe in einigen Städten Musterklagen betroffener Bürger, mit deren Hilfe Fahrverbote für Dieselfahrzeuge mit hohem Partikelausstoß durchgesetzt wurden.[27]. Seit 2012 kann sie diese Klagen eigenständig führen.[28] Weil nach Auffassung der Deutschen Umwelthilfe auch mangelhafte Austauschkatalysatoren verkauft werden, hatte sie die Einführung des Blauen Engels für diese Katalysatoren initiiert.[29] Sie fordert von Autoteilehändlern und Werkstätten, „ausschließlich Blauer-Engel-Kats oder Originalteile zu verkaufen und einzubauen“[30].

Die DUH steht ebenfalls wegen ihres Vorgehens gegen Kfz- und Haushaltsgerätehändler in der Kritik, insbesondere von den sich gegen diese Überprüfung wehrenden Industrien und Teilen des Handels. Sie führt stichprobenartig Marktüberwachungen durch und mahnt in ihrer Eigenschaft als klageberechtigter Verbraucherschutzverband Händler und Hersteller ab, die ihren Energieverbrauchs-Kennzeichnungspflichten nicht nachkommen, Energiesparlampen mit zu hohem Quecksilbergehalt in Verkehr bringen oder falsche bzw. fehlerhafte Angaben über Strom- und Spritverbrauch bzw. CO2-Ausstoß machen.[31]

In einem Fall hat das Landgericht Hannover das Verlangen der Deutschen Umwelthilfe nach einer Vertragsstrafenzahlung als "missbräuchlich" bezeichnet.[32] In mehreren hundert anderen Entscheidungen wurde hingegen die Rechtmäßigkeit ausdrücklich bestätigt. Zum Beispiel in einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom 18.12.2012. Darin heißt es: „Die vom Kläger [Anmerkung: der Deutschen Umwelthilfe] vorformulierten Unterlassungserklärungen benachteiligen die Schuldner auch sonst nicht unangemessen. Eine verschuldensunabhängige Haftung begründen sie nicht.“ Das Oberlandesgericht Oldenburg kam am 20. Juli 2012 zu dem Urteil: „Der Kläger [Anmerkung: die Deutsche Umwelthilfe] hat die geltend gemachten Unterlassungsansprüche gegen die Beklagten, weil diese durch ihre aus den Anlagen K 3 bis K 5 ersichtlichen Werbung im Internet gegen ihre sich aus der Pkw-EnVKV ergebenden Informationspflichten verstoßen haben.“

Finanzierung[Bearbeiten]

Die DUH finanziert sich vornehmlich (zu 32%) durch Projektzuschüsse, die in etwa zur Hälfte aus öffentlichen Quellen und zur anderen Hälfte von privaten Institutionen bereitgestellt werden, des Weiteren (zu 24%) aus Spenden, die zum größeren Teil von Unternehmen und zu einem kleineren Teil von privaten Spendern stammen sowie durch Einnahmen aus dem Verbraucherschutz (20%). Sponsoringbeiträge, Zuweisungen von Justizbehörden und Beiträge von Förderern und Paten tragen in kleinerem Umfang ebenfalls zu den Einnahmen bei.

Bei den Ausgaben standen 85% der finanziellen Mittel für die Sacharbeit und 15% für Verwaltungskosten zur Verfügung (Stand 2012). Die vorhandenen Gelder wurden für Projekte in den Bereichen Energiepolitik (15%), Verbraucherschutz (15%), Verkehrspolitik (13%), Naturschutz (7%), Kommunaler Umweltschutz (6%) sowie Kreislaufwirtschaft und Mehrwegschutz (4%) eingesetzt. Weitere Mittel (10%) werden für Projektzuschüsse verwendet, welche die DUH an ihre Partnerorganisationen vergibt und damit die eigene Projektarbeit noch ergänzt. Im Jahr 2012 waren dies vor allem Zuschüsse in den Bereichen Naturschutz und Verkehr.

Die Jahresabschlüsse der DUH werden durch einen vereidigten Wirtschaftsprüfer testiert. Die vorstehenden Angaben beziehen sich auf das Jahr 2012, testierte Zahlen für das Jahr 2013 lagen im Mai 2014 noch nicht vor. Die DUH veröffentlicht ihre Finanzzahlen im Rahmen der Jahresberichte und auf ihrer Internetseite.[33]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1], Deutsche Umwelthilfe e.V.: Jahresbericht 2013.
  2. Selbstdarstellung der Bodensee-Stiftung.
  3. Projektdarstellung des Global Nature Fund zu Living Lakes.
  4. [2], Deutsche Umwelthilfe e.V., Tätigkeitsbericht 2004.
  5. a b c Satzung der Deutschen Umwelthilfe e.V.
  6. Internetseite Deutsche Umwelthilfe e.V.: Vorstand der Deutschen Umwelthilfe.
  7. Übersicht der Mitarbeiter der Deutschen Umwelthilfe.
  8. [3] Kampagnenseite "Handys für die Umwelt".
  9. Internetauftritt von Solar Lokal
  10. [4] Internetauftritt des Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt".
  11. Projektinformation "Wild Cities".
  12. Deutsche Umwelthilfe e.V.: DUHwelt Ausgabe 02/2005.
  13. [5], Deutsche Umwelthilfe e.V.: Deutsche Umwelthilfe moderiert Bürgerdialog zur Westküstenleitung in Schleswig-Holstein, Pressemitteilung vom 26. März 2013.
  14. [6] Blauer Engel beflügelt Telekom: Erste Schnurlos-Telefone am Markt mit Umweltzeichen ausgezeichnet.
  15. a b [7] Erste Austauschkatalysatoren wurden mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet.
  16. [8] Online-Demo: Jugendliche fordern zum Schulstart 2013 „Engel-Papier. Jetzt!“
  17. Deutsche Umwelthilfe e.V.: Deutsche Umwelthilfe blamiert deutsche Automobilhersteller: Weltpremiere: Erster Smart mit Diesel-Partikelfilter vorgestellt.
  18. Deutsche Umwelthilfe e.V.: Europäisches Parlament erhöht finanzielle Mittel für die Beendigung der Überfischung.
  19. Autobild: Mercedes verbannt Killer-Kältemittel
  20. Althandysammlung
  21. Hand In Hand-Fonds der Deutschen Umwelthilfe und Rapunzel Naturkost GmbH
  22. Deutsche Umwelthilfe e.V.: UmweltMedienpreis der DUH.
  23. [9] Deutsche Umwelthilfe: Mehrweg-Innovationspreis
  24. MDL: Feinstaub: Spendenpraxis der Umwelthilfe gerät ins Zwielicht. In: Die Welt. 12. April 2005. Abgerufen am 23. Juni 2009.
  25. Andreas Middel: Spenden. In: Die Welt. 12. April 2005. Abgerufen am 23. Juni 2009.
  26. Andreas Middel: Spende wirbelt Staub auf. In: Die Welt. 11. April 2005. Abgerufen am 23. Juni 2009.
  27. Deutsche Umwelthilfe: Feinstaub: Musterklagen sollen Fahrverbote in Berlin, München und Dortmund erzwingen, 28. Februar 2005.
  28. Musterklagen für das Recht auf saubere Luft
  29. Deutsche Umwelthilfe e.V.: Pressemitteilung vom 10. Februar 2014
  30. Deutsche Umwelthilfe: Deutsche Umwelthilfe initiiert „Blauen Engel“ für Austauschkatalysatoren, 10. September 2012.
  31. Deutsche Handwerkszeitung: Ausgabe 12/2010
  32. Landgericht Hannover: Urteil vom 16. Februar 2011, Aktenzeichen 21 O 44/10
  33. Deutsche Umwelthilfe e.V.: Jahresberichte