Diether Posser

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Mit Bundespräsident Lübke, 1968
1977 in Dortmund

Diether Posser (* 9. März 1922 in Essen; † 9. Januar 2010[1]) war ein deutscher Politiker (GVP, SPD).

Leben[Bearbeiten]

Posser besuchte das Essener Burggymnasium. In seiner Jugendzeit wurde er vom evangelischen Jugendpfarrer Wilhelm Busch und dessen Arbeit im Weigle-Haus geprägt. Nach Kriegsdienst und -gefangenschaft studierte Posser Rechtswissenschaft und ließ sich 1951 als Rechtsanwalt nieder. 1952 gründete er mit dem ehemaligen Bundesinnenminister Gustav Heinemann (zuvor CDU), Hans Bodensteiner (CSU), Thea Arnold, Helene Wessel (beide Zentrumspartei), Hermann Etzel (Bayernpartei) und dem späteren Bundespräsidenten Johannes Rau die Gesamtdeutsche Volkspartei, in der er nach dem Rücktritt Bodensteiners 1953 Generalsekretär wurde.

1977 mit Johannes Rau

Nach deren Scheitern wurde er 1957 Mitglied der SPD, für die er 1966 in den Landtag Nordrhein-Westfalen einzog. 1968 wurde er dort zum Minister für Bundesangelegenheiten ernannt. 1972 wechselte er in das Justizressort, bevor er 1978 Finanzminister wurde. Dieses Amt hatte er bis 1988 inne (u. a. Kabinett Rau II und Kabinett Rau III). Er war auch bis 1988 Stellvertreter des Ministerpräsidenten und von 1970 bis 1986 Mitglied des Parteivorstandes der SPD. Vom 12. Mai 1982 bis zum 26. April 1990 war er einer der beiden Vorsitzenden des Vermittlungsausschusses und damit der erste Nichtministerpräsident, der auf der Bundesratsseite als Vorsitzender amtierte. 1990 wurde er von Johannes Rau abgelöst.

Siehe auch[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Rapallo, nicht Tauroggen. In: Stimme der Gemeinde. Heft 4, 1954, Seiten 87 ff.
  • Politik ohne Solidarität. In: Gesamtdeutsche Rundschau. Heft 24, 1955.
  • Anwalt im Kalten Krieg. Ein Stück deutscher Geschichte in politischen Prozessen 1951–1968. C. Bertelsmann Verlag, München 1991, ISBN 3-570-02347-8 (und weitere Auflagen).
  • Gustav Heinemann. In: Klaus Scholder und Dieter Kleinmann (Hrsg.): Protestantische Profile. Lebensbilder aus fünf Jahrhunderten. Königstein/Ts. 1983, S. 382–396.
  • Die Hauptsache ist, daß die Hauptsache die Hauptsache bleibt. In: Karl-Heinz Ehring und Ulrich Parzany (Hrsg.): Begegnungen mit Wilhelm Busch. Neukirchen-Vluyn 1997, S. 67–71.
  • Radiofeature von Alexander Goeb „Diether Posser: Pianospieler – Lebensweg eines Spitzenpolitikers“, WDR 2002
  • Diether Posser: Der beharrliche Lebensweg eines früheren Spitzenpolitikers – Der Pianospieler von Alexander Goeb, NRhZ-Online 20. Januar 2010
  • CD-Produktion von Alexander Goeb (unterstützt von der Friedrich-Ebert-Stiftung): Diether Posser: So oder so ist das Leben – Schicksale und Hits verfolgter Künstler in der Nazi-Zeit

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Die Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen 1966 bis 1970 (Sechste Wahlperiode) (Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen 8), hrsg. von Christoph Nonn, Wilfried Reininghaus und Wolf-Rüdiger Schleidgen, eingel. u. bearb. von Andreas Pilger, Siegburg 2006, ISBN 3-87710-361-8
  • Die Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen 1970 bis 1975 (Siebte Wahlperiode) (Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen 27), hrsg. von Frank Michael Bischoff, Christoph Nonn und Wilfried Reininghaus, eingel. u. bearb. von Martin Schlemmer, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-9805419-7-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Diether Posser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Korfmann: Ehemaliger SPD-Finanzminister Diether Posser gestorben. Meldung auf derwesten.de vom 11. Januar 2010; abgerufen am 22. Februar 2012