Dominikanerkirche (Wien)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dominikanerkirche St. Maria Rotunda nach der Renovierung im November 2009
Dominikanerkirche (links) um 1758, gemalt von Bernardo Bellotto (genannt il Canaletto)
Innenraum und Altar

Die Dominikanerkirche (St. Maria Rotunda) ist eine ursprünglich im Jahr 1237 erbaute und zuletzt im 17. Jahrhundert neu errichtete römisch-katholische Pfarrkirche in Wien. Sie befindet sich auf der Dominikanerbastei an der Postgasse 4a im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Orden der Dominikaner wurde im Jahr 1226 von Herzog Leopold VI. nach Wien berufen. Auf einem den Mönchen zur Verfügung gestellten Grundstück in der Nähe des Stubentors wurde ein Kloster mit angeschlossener Kapelle errichtet. Die romanische Kapelle wurde 1237 geweiht, aber bereits 1283 – nach Zerstörungen durch zwei Brände – wurde der Bau einer neuen und größeren, diesmal gotischen Kirche beschlossen. 1302 wurde der Chor dieser Kirche vom Dominikanerkardinal Nikolaus Boccasini (dem späteren Papst Benedikt XI.) geweiht. Im Zuge der Ersten Türkenbelagerung 1529 wurde die Kirche größtenteils abgetragen, um mit dem dadurch gewonnenen Baumaterial die Wiener Stadtmauer zu verstärken.

Am 6. Mai 1631 legte Kaiser Ferdinand II. den Grundstein für eine neue, barocke Kirche.[1] Nach rund drei Jahren war der Rohbau fertiggestellt, die Weihe erfolgte am 1. Oktober 1634. Die Kuppel und Fassade wurden erst nachträglich, von 1666 bis 1674 gebaut. Zu dieser Zeit war die Dominikanerkirche nach dem Stephansdom die zweitgrößte Kirche Wiens.

1927 wurde die Kirche von Papst Pius XI. zur Basilica minor erhoben.

Gestaltung[Bearbeiten]

Am Bau der heutigen Barockkirche waren vor allem italienische Baumeister und Künstler beteiligt, unter anderem der Freskenmaler Carpoforo Tencalla und die Baumeister Cypriano Biasino, Antonio Canevale und Jacopo Spacio. Steinmetzarbeiten führte Meister Hieronymus Bregno aus Kaisersteinbruch durch, die Stufen der Stiegen im Klostertrakt und zur Kirchenempore und jene einer Turmstiege wurden aus hartem Kaiserstein gefertigt. Die Gestaltung der Fassade orientiert sich an frühbarocken römischen Kirchen, die wiederum Anleihen bei der florentinischen Dominikanerkirche Santa Maria Novella nahmen. Über dem Portal befindet sich eine Statue der Hl. Maria vom Rosenkranz, der auch die Kirche geweiht ist. Die Vorderfront der Kirche beherbergt noch weitere acht Steinfiguren von Heiligen, die allesamt dem Dominikanerorden angehören.

Das Kirchenschiff ist 46,54 Meter lang, 20,90 Meter breit und hat eine Höhe von 22,10 Metern. Der heutige Hochaltar von Karl Rösner mit einem von Leopold Kupelwieser gemalten Altarbild stammt aus den Jahren 1839 bis 1840. Die Altarbilder der Thomaskapelle malte der Hofmaler Kaiser Ferdinands III., Frans Luycx, im Jahre 1649. 1896 wurde die Kirchenorgel durch eine neue Orgel der Firma Rieger ersetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kaisergruft.at | Die Dominikanerkirche

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dominikanerkirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.20888888888916.378888888889Koordinaten: 48° 12′ 32″ N, 16° 22′ 44″ O