Donna Karan

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Donna Karan (2008)

Donna Karan (* 2. Oktober 1948 in Forest Hills (New York City), geb. Donna Ivy Faske) ist eine international bekannte US-amerikanische Modedesignerin und Unternehmerin.

Ab Beginn der 1980er Jahre beeinflusste Karan den Kleidungsstil urbaner Frauen, indem sie ein System aus verschiedenen Basis-Kleidungsstücken – welche sie ursprünglich „Seven Easy Pieces“ und später „Essentials“ nannte – mit vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten für Business- und Abendmode schuf.[1] Karan propagierte schwarz als Basisfarbe und entwarf Mode, welche auch dem Körper der Durchschnitts-Frau schmeichelte. Man schreibt ihr zudem die Erfindung des „Bodys“ (Bodysuit) aus elastischem Trikotstoff als Basis-Kleidungsstück für die Alltagsgarderobe zu.

Die von Karan 1985 in New York gegründete Modemarke Donna Karan New York besteht unter Karans Einfluss als hochpreisige Damenkollektion – neben der Brückenlinie DKNY sowie der Lizenzmarke DKNY JEANS für Damen und Herren – bis heute.

Werdegang[Bearbeiten]

Ausbildung und Designerlaufbahn[Bearbeiten]

Donna Karan wurde als Donna Ivy Faske in eine in der Modebranche tätige Familie hineingeboren und wuchs in Woodmere, Long Island auf. Der Vater, Gabby Faske, war Maßschneider und handelte mit Kurzwaren, die Mutter, Helen, arbeitete als Showroom-Model.[2] Im Alter von 14 Jahren brach sie die Schule ab und begann in einer Boutique im New Yorker Vorort Cedarhurst zu arbeiten. Dort konnte Karan wichtige Kontakte knüpfen und bekam so die Zusage für eine Ausbildung an der Parsons School of Design in Manhattan. Diese schloss sie aber nicht ab, sondern avancierte nach einem Sommer-Aushilfsjob beim Damenmode-Label Anne Klein zum „Assistant Designer“. 1971 wurde sie „Associate Designer“. Sie blieb bis 1984 in dem Unternehmen, wo sie nach dem Tod der Firmengründerin Anne Klein im Jahr 1974 zusammen mit ihrem Kollegen Louis Dell’Olio die Leitung übernahm.

Ihren ersten Ehemann, Mark Karan, heiratete sie 1970 und bekam mit ihm 1974 die Tochter Gabrielle, Gabby genannt.

Vom Unternehmen zum Konzern[Bearbeiten]

Das Logo der Kosmetik-Sparte ihres Konzerns

Nach ihrer Scheidung heiratete Karan 1982 erneut, den Bildhauer Stephan Weiss, mit dem sie eine sehr enge Beziehung und „Seelenverwandtschaft“ verband. Mit ihm zusammen und dem japanischen Eigentümer von Anne Klein, Takiyho, Inc., machte sie sich 1984 selbstständig und gründete 1985 das Modelabel Donna Karan New York. Die erste Kollektion, inklusive Accessoires und Schmuck, unter ihrem Namen stellte sie im selben Jahr vor und wurde daraufhin vom Council of Fashion Designers of America zur 'Designerin des Jahres' gewählt. Karans Mode zeichnete sich dadurch aus, dass sie Kleidungsstücke designte, die sie selbst tragen würde, dass sie auch für etwas fülligere Damen tragbar waren, dass alle Teile der Kollektionen miteinander kombinierbar waren, sich als Business-Outfit eigneten und aus hochwertigen Materialien gefertigt waren. Nach eigener Aussage bestand Karans Mission darin: "to design modern clothes for modern people". Ihre „Seven Easy Pieces“ (dt.: „sieben lässige Teile“), die ein Baukasten-System für den Übergang von Tages- zu Abendgarderobe bildeten und nach Karan im Kleiderschrank jeder Frau hängen sollten, umfassten damals einen Bodysuit, eine Bluse, ein Jackett, einen Mantel, einen Rock, eine Hose und „something fancy“ (dt: etwas Schickes).[3] Karans bevorzugte Mode-Farbe war schwarz, welche sie allerdings immer wieder mit bunten Farben akzentuierte. Um ihre Mode für die Trägerin bequem zu gestalten, griff sie gerne auf das Material Elastan zurück. In einer Zeit, in der karrierebewusste Frauen auf Herren-Businesskleidung in kleinen Größen zurückgreifen mussten, traf Karans Modekollektion auf äußerst erfolgreiche Art den Nerv ihrer Kundinnen.

Expansion[Bearbeiten]

1989 stellte Karan nach dem immensen Erfolg ihrer Hauptlinie das weniger hochpreisige Label DKNY (Akronym für: Donna Karan New York) als Brückenlinie vor, welches jüngere Kundinnen als Zielgruppe hatte. Hier soll ihre Tochter Gabby als Inspiration gedient haben, für deren Alltag in der eleganten Donna Karan New York Kollektion wenig Passendes zu finden war. Für den europäischen Markt wurde DKNY infolge als echte Zweitlinie positioniert. Gleichzeitig startete Karan die Brillenkollektion Donna Karan Eyewear. 1990 wurde die DKNY-Linie durch DKNY JEANS, eine denimbasierte Streetwear-Kollektion im unteren Preissegment, komplementiert. Im Laufe der Zeit gab es zudem als Lizenzvergaben noch die Nebenlinien DKNY Active (Sportmode), DKNY Underwear (Unterwäsche), DKNY Kids (Kindermode) und DKNY JEANS Juniors (Jugendmode), welche später zum Teil jedoch eingestellt wurden.

Ihre Firma Donna Karan Beauty, für welche 1997 die Lizenzen von Estée Lauder aufgekauft werden sollten, brachte 1992 das Parfüm Donna Karan New York heraus, für dessen Kreation, inklusive der Gestaltung des Flakons, ihr Mann Stephan Weiss verantwortlich war, der den Geschäftsbereich Kosmetik des Unternehmens leitete und gleichzeitig neben Karan als Co-CEO fungierte. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Düfte, auch für Herren, lanciert, von denen einige später jedoch wieder eingestellt bzw. erst 2008 wieder neu auf den Markt gebracht wurden.

1992 lancierte Karan auch Donna Karan New York Menswear (Herrenmode), Donna Karan Shoes (Schuhe) und Donna Karan Intimates (Dessous). Sie wurde im gleichen Jahr vom CFDA zur 'Herrenmodedesignerin des Jahres' gewählt.[4]

1993 startete die Herren-Brückenkollektion DKNY Men's sowie Kinderbekleidung unter DKNY Kids und im folgenden Jahr wurde der erste DKNY-Flagshipstore der Welt sowie 1996 die erste Collection-Boutique in London eröffnet. Karan präsentierte zudem Donna Karan Essentials, neu aufgelegte Basis-Klassiker bzw. Bestseller aus vorherigen Kollektionen. 1995 entwarf Karan die Kostüme für Martha Grahams Choreographie Snow on the Mesa. Ihr Mann Stephan zog sich aus der Modebranche zurück, um sich der Bildhauerei zu widmen. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits an Lungenkrebs erkrankt. 1996 wurden die Produktlinien Signature Donna Karan New York (Prêt-à-porter-Linie für Damen und Herren), D by DKNY (hochpreisigere Variante der DKNY-Damenlinie), Donna Karan Home Accessories (später: Donna Karan Home Collection) auf den Markt gebracht. Das Unternehmen ging im selben Jahr an die Börse, was aber nicht den gewünschten Erfolg brachte. 1997 zog sich auch Donna Karan aus dem operativen Geschäft zurück, blieb aber im Vorstand und betreute weiter als Designerin die Kollektionen. Im gleichen Jahr eröffnete im April die Donna Karan Boutique im Quartier 206 an der Friedrichstraße in Berlin, welche allerdings 2001 wieder geschlossen wurde.[5][6] Erst 1999 und 2001 folgten die Eröffnungen der DKNY-Geschäfte in Manhattan und ebenso 2001 auch eine Collection-Boutique. 2000 kam die DKNY JEANS Juniors Kollektion für Jugendliche zum Portfolio hinzu.

LVMH[Bearbeiten]

2001 verkaufte Karan ihr Unternehmen an den Luxuskonzern LVMH (Louis Vuitton Moet Hennessy) für insgesamt 643 Mio. Dollar, stimmte jedoch gleichzeitig zu, weiterhin als Designerin der Marke zu fungieren. Ihr Mann erlag im selben Jahr seiner Erkrankung und Donna Karan zog sich eine Weile zurück. Aus dem ehemaligen Atelier von Stephan Weiss in Manhattan machte Karan nach seinem Tod einen Showroom und gründete dort ihre Urban Zen Foundation Initiative, eine Stiftung, welche sich unter anderem karitativ im Bereich 'Yoga bei Krebserkrankungen' engagiert. Heutzutage designt Karan die Kollektionen nicht mehr selbst, sondern sorgt als Supervisor dafür, dass sie den typischen „Donna-Karan“-Stil erhalten. Am Ende der Donna Karan und DKNY Modenschauen erscheint sie bis heute auf dem Laufsteg. LVMH stellte nach der Übernahme die hochpreisigen Herren-Kollektionen (Collection und Signature) ein – Pläne, die Herrenmode, neben DKNY Men und DKNY JEANS for men, wieder aufzunehmen wurden später nicht verwirklicht – und auch die Signature-Damenlinie wurde nicht fortgeführt. 2005 eröffnete der firmeneigene Onlineshop.

Boutiquen[Bearbeiten]

Im Juli 2006 existierten weltweit 16 Donna Karan New York Stores und 47 DKNY Stores. Dazu kommen weltweit noch zahlreiche DKNY JEANS Geschäfte sowie firmeneigene Outlet-Stores.

Kollektionen[Bearbeiten]

Aktuelle Kollektionen:

  • Donna Karan New York (Collection) – Black Label, Couture-Mode für Damen (seit 1985) und ehemals auch Herren (von 1992 bis 2002) im obersten Preissegment
  • DKNY – Brückenkollektion für Damen (seit 1989) und Herren (seit 1993), sowie D by DKNY (eingestellt), DKNY Active (eingestellt), Underwear (seit 1999) und DKNY Kids (seit 1993) im Mittelpreissegment
  • DKNY JEANS – Denim-basierte Kollektion für Damen und Herren im oberen Niedrigpreissegment (seit 1990) inklusive DKNY JEANS Juniors (seit 2000)
  • Donna Karan Home Collection – Bettwäsche, Handtücher, Kissen, Dekoschals etc. (seit 2001)

Ehemalige Kollektionen:

  • Donna Karan New York Essentials – neu aufgelegte Klassiker aus vergangenen Kollektionen für Damen (von 1993 bis 1996)
  • Donna Karan New York Signature – Gold Label, Nachfolgekollektion der Essentials-Linie, hochpreisige Luxus-Mode für Damen und Herren (von 1996 bis 2004)

Daneben bestehen Accessoires- und Schuh-Kollektionen für die Hauptkollektion. Die Tatsache, dass für den amerikanischen Markt Liz Claiborne die Lizenz an DKNY JEANS und DKNY Menswear hält und für Europa und Asien ab 2002 der italienische Modehersteller SINV und danach verschiedene andere Modeproduzenten, resultierte in qualitativen Unterschieden der jeweiligen Marken.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Coty American Fashion Critics Award – 1977, 1981, 1984 (mit Aufnahme in die Coty Award Hall of Fame), 1985
  • Fashion Footwear Association of New York Award – 1988
  • Council of Fashion Designers of America – 1985 (Special Award), 1986 (Special Award), 1987 (Special Award), 1990 (Damenmode), 1992 (Herrenmode), 2004 (Lebenswerk)
  • Woolmark Award – 1992
  • Honorary Degree, Bachelor of Fine Arts Parsons School of Design – 1987

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Donna Karan, Donna Karan, New York, ISBN 3-88814-643-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bella donna The Irish Times (engl.), 25. September 2010
  2. Donna Karan: Die Königin der Business-Mode wird 60, Die Welt, 2. Oktober 2008
  3. Donna Karan's Journey, Harper's Bazaar, 21. September 2010
  4. Council of Fashion Designers of America: Past Winners, cfda.com (engl.), abgerufen: 2. Oktober 2010
  5. Quartier 206: Als der Luxus nach Berlin kam, Die Welt, 8. Oktober 2007
  6. Quartier 206 ohne Donna Karan, Berliner Zeitung, 28. Dezember 2001