Dubrovnik (Schiff, 1979)

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Dubrovnik
MF Dubrovnik in Dubrovnik, 2008 (3).JPG
p1
Schiffsdaten
Flagge KroatienKroatien (Handels- und Dienstflagge zur See) Kroatien
IrlandIrland Irland
FrankreichFrankreich (Nationalflagge zur See) Frankreich
andere Schiffsnamen
  • Connacht
  • Duchesse Anne
Schiffstyp Fähre
Bauwerft Verolme Cork Dockyards, Cobh
Baunummer 955
Stapellauf 20. Juni 1978
Indienststellung 7. Februar 1979
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
122,36 m (Lüa)
Breite 18,82 m
Tiefgang max. 4,83 m
Vermessung 9.796 BRT
Maschine
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
18.000 kW (24.473 PS)
Geschwindigkeit max. 20 kn (37 km/h)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 1.373 tdw
Zugelassene Passagierzahl 1.300
PaxKabinen 149
Kojen für Passagiere 459
Fahrzeugkapazität 300 PKW
Sonstiges
Registrier-
nummern

IMO 7615048

Die Dubrovnik in Split, 3. Januar 2012
Die Dubrovnik (links) in Ancona; rechts die Olympic Champion der ANEK Lines

Die Dubrovnik (IMO-Nummer 7615048) ist ein RoRo-Fährschiff, das von 1979 bis 1988 unter irischer Flagge zwischen Irland, England und Wales, dann von 1988 bis 1996 unter französischer Flagge zwischen der Bretagne, England und Irland, und seitdem unter kroatischer Flagge in der Adria verkehrte bzw. verkehrt.

Bau und Technische Daten[Bearbeiten]

Das Schiff lief am 20. Juni 1978 auf der Werft der Verolme Cork Dockyards in Cobh, Irland, mit der Baunummer 955 und dem Namen Connacht für die British and Irish Steam Packet Company (B+I Line) vom Stapel. Es war 122,36 m lang und 18,82 m breit und hatte 4,83 m Tiefgang. Es war mit 9.796 BRT und 3.818 NRT vermessen. Die Tragfähigkeit betrug 1.373 Tonnen. Vier 8-Zylinder-Schiffsdieselmotoren von MaK mit zusammen 18.000 kW Leistung ermöglichten eine Geschwindigkeit von 20 Knoten. Das mit Bug- und Heckklappe ausgestattete Schiff hatte Platz für etwa 330 PKW und 1.500 Passagiere, davon 540 in Schlafkabinen und 470 in sogenannten Pullmansesseln.[1][2]

Schicksal[Bearbeiten]

B+I Line: Connacht[Bearbeiten]

Die Connacht wurde im Januar 1979 ausgeliefert und nahm am 7. Februar 1979 ihren Dienst auf, zunächst zwischen Cork und Swansea. Am 22. Mai 1979 wurde dieser Dienst auf die neu eröffnete Linie Cork-Pembroke Dock verlegt, die die Connacht in acht Stunden bewältigte.[3][4] Im September 1980 wurde sie auf die Strecke Dublin-Liverpool verlegt, auf der ab Juli 1981 auch ihr Schwesterschiff Leinster (heute Madeleine) verkehrte. Um die Ertragssituation der defizitären Reederei zu verbessern, wurde im Frühjahr 1981 eine tägliche Hin- und Rückfahrt Dublin-Holyhead zwischen die Übernachtfahrten Dublin-Liverpool-Dublin eingeschoben.[5] Im Frühjahr 1986 wurde die Innenausstattung der Connacht und ihres Schwesterschiffs Leinster grundlegend verändert, veranlasst durch die Umstellung von vorwiegend Nachtfahrten auf Tagfahrten zwischen Dublin und Holyhead. Die Kabinen auf dem Oberdeck, dem bisherigen Hauptkabinendeck, wurden durch einen weiträumigen Duty-free-Shop, ein Kino und Lounges mit verstellbaren Ruhesesseln ersetzt. Das Restaurant und die Cocktail-Lounge auf dem Service-Deck wurden durch eine Selbstbedienungs-Cafeteria ersetzt, und die bisherige Cateteria wurde zu einem Restaurant umgestaltet. Am 6. Januar 1988 machte die Connacht ihre letzte Fahrt auf der Dublin-Liverpool-Route, auf der nunmehr nur noch die Leinster verkehrte, und am 12. Januar 1988 eröffnete sie die neue Strecke Rosslare Harbour-Pembroke Dock.

Britanny Ferries: Duchesse Anne[Bearbeiten]

Im Juni 1988 zwang die prekäre Finanzlage die Reederei zum Verkauf der Connacht an die französische Société Anonyme Bretonne d’Economie Mixte d`Equipment Navale (SABEMEN), die das Schiff ihrer Schwestergesellschaft Brittany Ferries zur Bereederung übergab.[6] Ab 3. Oktober 1988 wurde das Schiff auf der Meyer Werft in Papenburg grundüberholt, ehe es dann unter dem neuen Namen Duchesse Anne wieder in Fahrt kam. Zuerst fuhr es einige Wochen im Januar und Februar 1989 in Charter für die Stoomvaart Maatschappij Zeeland (SMZ),[7] die seinerzeit unter dem Namen Crown Line fungierte, zwischen Hoek van Holland und Harwich, dann aber wurde es am 13. Februar 1989 auf der Route Saint-Malo-Portsmouth von Brittany Ferries in Dienst gestellt.[8] Ab Juni 1993, als die wesentlich größere Bretagne[9] diese Route übernahm, fuhr die Duchesse Anne dann sowohl von Saint-Malo als auch von Roscoff nach Plymouth und nach Cork. Ab 1994 bediente sie versuchsweise auch die saisonale Strecke Saint-Malo-Poole. Mit dem Ende der Sommersaison 1996 wurde die Duchesse Anne aus dem Verkehr gezogen, und im Oktober 1996 wurde sie an die kroatischer Fährschiffgesellschaft Jadrolinija in Rijeka verkauft.[10]

Jadrolinija: Dubrovnik[Bearbeiten]

Das Schiff wurde umbenannt in Dubrovnik und für seine neue Aufgabe, Passagierfährdienst entlang der kroatischen Küste und über die Adria von und nach Italien, renoviert und modifiziert. Die Dubrovnik ist heute für 1.300 Passagiere und 300 PKW zugelassen. Sie verfügt über 459 Betten in 149 Kabinen sowie über 384 bequeme Ruhesessel. Zur Ausstattung gehören ein Restaurant mit 135 Plätzen, eine Cafeteria mit 224 Plätzen, ein Bar-Café mit 274 Plätzen, ein Kino mit 96 Plätzen, ein Video-Raum, ein Spielraum für Kinder, und Einkaufs-Arkaden. Das Schiff fuhr auf vielen Strecken entlang der dalmatinischen Küste, so u.a. zwischen Rijeka, Split, Stari Grad undKorčula und nach Bari und Ancona in Italien, wird heute jedoch vorwiegend auf der Strecke Split-Ancona eingesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: IMO 7615048 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. http://www.irishships.com/images/B+I%20SHIPS/Connacht%20stats.jpg
  2. http://www.ferryfantastic.webs.com/duchesseanne.htm
  3. http://www.irishships.com/images/B+I%20SHIPS/Connacht%20stats.jpg
  4. http://www.irishships.com/bihistory.html
  5. Dies führte in den ersten Monaten zu erheblichen Spannungen mit den Hafenbetreibern von Sealink UK Ltd., einer Tochtergesellschaft des British Railways Board, in Holyhead. Zweimal, am 2. März und am 9. März 1981, verhinderten Sealink-Angestellte mit Booten das Docken der Connacht. Die Crew der B+I-Fähre Munster blockierte daraufhin im Gegenzug die St. David der Sealink in Dún Laoghaire.
  6. Die Société Anonyme Bretonne d’Economie Mixte d`Equipment Navale (SABEMEN) war eine Tochtergesellschaft der bretonischen S.A. Bretagne – Angleterre – Irlande (BAI), die auch die Muttergesellschaft der Brittany Ferries war; siehe http://www.isemar.asso.fr/fr/pdf/note-de-synthese-isemar-58.pdf
  7. https://en.wikipedia.org/wiki/Stoomvaart_Maatschappij_Zeeland
  8. http://www.ferryfantastic.webs.com/duchesseanne.htm
  9. http://www.marinetraffic.com/ais/de/shipdetails.aspx?MMSI=227286000
  10. http://www.ferryfantastic.webs.com/duchesseanne.htm