ESK Mungo

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Mungo auf der ILA 2006
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Der ESK Mungo – Einsatzfahrzeug Spezialisierte Kräfte Mungo – ist ein luftverlade- und luftverlastbares Mehrzweckfahrzeug der Bundeswehr (Teilstreitkraft Heer) auf Basis des Multicar M30/FUMO. Das Fahrzeug wird seit Frühjahr 2005 eingesetzt. Aufgrund des dringenden Bedarfs wurden die Erprobungen direkt im Einsatzland Afghanistan durchgeführt.

Einsatzspektrum[Bearbeiten]

Mungo in Afghanistan (2005)

Der Mungo ist bis auf die Variante 3 ein unbewaffnetes, gepanzertes Mehrzweckfahrzeug. Er soll laut Hersteller Krauss-Maffei Wegmann eine voll ausgerüstete Fallschirmjägergruppe transportieren können. Die Besatzung besteht aus zehn Mann, davon sitzen zwei im klimatisierten, gepanzerten Führerhaus, die weiteren acht auf der bis zur Brusthöhe gepanzerten Ladefläche. Die Anordnung der Sitze ist fünf gegen und drei in Fahrtrichtung.

Entwicklung[Bearbeiten]

Im Rahmen des Einsatzgebietes der Division Spezielle Operationen (DSO), Evakuierungsoperationen in Krisen- und Kriegsgebieten, Einsätze gegen irreguläre Kräfte und Terroristen schrieb das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung Ende 2002 einen Forderungskatalog mit der Lieferung von 8 Vorserienfahrzeugen aus. Beteiligt waren Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit dem Mungo-ESK und Rheinmetall Landsysteme (RLS) mit dem Wolf ESK. Gefordert waren ein Transportfahrzeug für Mannschaft und Material sowie die Möglichkeit weiterer modularer An- und Aufbauten. Im Frühjahr 2003 erfolgte die Vergleichserprobung, zum Teil unter Einsatzbedingungen in Afghanistan.

Im Februar 2005 lieferte Krauss-Maffei Wegmann die ersten von 396 Mungo an die Division Spezielle Operationen der Bundeswehr. Bis September 2011 wurden insgesamt mehr als 400 Mungo-ESK in den drei verschiedenen Varianten Truppentransporter, Mehrzweckfahrzeug, und Großraumkabine an die Bundeswehr ausgeliefert

Eine weitere Bestellung über 31 Mungo 2 (Mehrzweck) erfolgte im September 2011. Die Fahrzeuge sind wiederum für den Einsatz in der Division Spezielle Operationen geplant und sollen bis 2013 geliefert werden.[1]

Technik[Bearbeiten]

Technische Daten[2]
  Mungo 1 Mungo 2 Mungo 3
zulässiges Gesamtgewicht: 5300 kg 5400 kg 5400 kg
Nutzlast: 2000 kg 2000 kg 1000–1500 kg
Nutzvolumen: 8 m³ 7 m³ 6–8 m³
Länge: 4,47 m 4,48 m 4,53–4,71 m
Breite: 1,94 m
Höhe: 2,44 m 2,14 m 2,09 m
Höhe/abgeklappt: 1,89 m
Luftverladbarkeit: CH53, C130, C160, A400 M
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h elektronisch abgeregelt
Schutz: Level 1 Level 1 Level 1–3
Besatzung: 2–10 2–10 4–5
Bewaffnung:
keine
fernbedienbare Lafette
Mungo als Außenlast eines CH53

Insgesamt bietet KMW drei Varianten an, die auch nachträglich umgebaut werden können. Der Mungo ist aufgrund seiner Anforderungen zum Lufttransport in Variante 3 maximal 4,71 m lang, 1,94 m breit und 2,09 m hoch. Variante 1, die Basisversion ist 4,47 m lang, 2,44 m hoch und nicht größer als ein Mercedes Benz „Wolf“, allerdings schwerer. Sein 78 kW[3] leistender TDI-Motor bietet dem rund 3,3 t schweren Fahrzeug genug Leistung. Der Mungo ist voll geländegängig; sein Allradantrieb, die breiten griffigen Reifen, die Sperrdifferenziale und das hohe Drehmoment des Motors ermöglichen ihm auch in sandigen Steigungen mit voller Besatzung ein Weiterkommen. Der Fahrkomfort ist bedingt durch die kleinen Räder sehr eingeschränkt.

Das Fahrzeug lässt sich mit wenigen Handgriffen in fünf Minuten zur Luftverladbarkeit in der CH-53 vorbereiten. Dazu wird das Dach des Führerhaus und die Plane des Transportraumes abgenommen, die darunterliegende Tragkonstruktion aus Aluminiumrohren wird abgeklappt. Die Höhe beträgt dann 1,89 m. Der Transporthubschrauber kann vom Raumangebot her zwei Mungos, der Airbus A400M, die Hercules C-130 und die Transall C-160 maximal drei Fahrzeuge transportieren. Eine weitere Möglichkeit des Transportes ist die Außenlast oder das Absetzen mittels Lastenfallschirm.

Die Panzerung schützt die Insassen gegen Antipersonenminen, Handgranaten und direktes Feuer bis etwa 7,62 mm NATO-Standardmunition; eine optionale Zusatzpanzerung gegen Hartkerngeschosse kann angebracht werden. Der Unterboden ist komplett gepanzert und vom Fahrwerk abgekoppelt. Die vier großen Türen des Heckaufbaus ermöglichen ein schnelles Auf- und Absitzen. Im Gegensatz zur Variante 1 (Mungo 1) ist die Variante 3 (Mungo 3) mit einer Großraumkabine ausgestattet. Diese ist rundum geschützt gegen Artilleriesplitter und ballistische Bedrohungen vom STANAG Level 3 oder gegen Minenexplosionen der Klasse 2a sowie gegen Straßenbomben (IED) aus 5 Meter bis 100 kg. Mögliche Rüstsätze für die Variante 3 können sein: Fernmelde- und Sanitätsausstattungen sowie Gefechtsfeldaufklärung- und ABC-Spürfahrzeuge.[2]

Durch Schnellverschlüsse an den Sitzbänken lässt sich der Mungo innerhalb kurzer Zeit durch das serienmäßig vorhandene hydraulische Hub- und Transportsystem zu einem Materialtransporter mit bis zu 2 t Nutzlast umrüsten.

Eine weitere Variante ist der Mungo-Mehrzweck (Mungo 2). Aufgrund der Multicarbasis können an der Variante 2 durch handelsübliche Schnellwechselsysteme Anbaugeräte, wie Räumschild oder Palettengabel angebracht werden.

Im Gegensatz zum Mungo-Personen- und Materialtransport ist diese Variante direkt auf den Transport von Rüstsätzen wie Hochdruckschwemmbalken, Kehrwalzen, Räumschaufeln, Erd- und Kernbohrgeräte, Pressluftgeräte, Tauchpumpen, Motorsägen und den Einsatz als Wechselladerfahrzeug zugeschnitten. Er ist somit als ergänzender Fahrzeugtyp für die Kräfte der DSO zu sehen. So verfügt das Fahrzeug direkt über eine Transportplattform mit hydraulischem Hub- und Transportsystem und einem Schnellwechselsystem für Frontanbaugeräte.

Mängel[Bearbeiten]

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Die Aufhängung eines ESK Mungos im ISAF-Einsatz in Afghanistan. Deutlich sichtbar die notdürftige Feldinstandsetzung mittels Draht und Kabelbindern.
Die schwierigen geografischen Bedingungen in Afghanistan bereiten dem Fahrzeug sowie den Fahrern Probleme.

Der Mungo hatte einige „Kinderkrankheiten“ wie mangelhafte Kabelführung, Anfälligkeiten der Klimaanlage, zu straffe Federung und klappernde Panzerung. Des Weiteren wurde der unzureichenden Stauraum bemängelt, was dazu führte, dass Rucksäcke an der Außenwand transportiert werden mussten. Auch die zu schwachen Halterungen der Panzertüren wurden bemängelt.

Nachdem KMW im Jahr 2006 eine verbesserte Version an die Truppe übergeben hat, wurden einige Mängel behoben. Jedoch stellen nach Angabe von Soldaten die Halterungen der Panzertüren, Trittbleche, Sitzbänke, die Geländegängigkeit, die zu langsame und laute Rückwärtsfahrt beim Ausweichen und die G36-Halterungen noch immer ein Problem dar. So können z. B. keine G36 mit Laserlichtmodul in den Halterungen befestigt werden, diese gehören bei der Fallschirmjägertruppe, welche den Mungo primär benutzen soll, zur Standardausstattung. Im Afghanistaneinsatz der Bundeswehr werden verstärkt Mängel an Radaufhängungen, Federung und Achsen festgestellt, die durch die Straßenverhältnisse vor Ort verursacht werden.

Zwischenzeitlich wurden Berichte aus dem Verteidigungsministerium bekannt, dass das Fahrwerk des Mungo für den Einsatz unter schwierigen geografischen Bedingungen ungeeignet sei. Insbesondere der geringe Durchmesser der Räder und die geringe Stabilität werden bemängelt. Aufgrund dieser Situation sollten die 28 Fahrzeuge, die sich in Afghanistan befinden, abgezogen werden.[4]

Aufgrund der unzureichenden Fähigkeit im Einsatz wird von einer zukünftigen Beschaffung weiterer Mungos vermutlich abgesehen werden, ohne dabei über eine Alternative für leichte, luftverladbare Fahrzeuge zu verfügen.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: ESK Mungo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBundeswehr bestellt 31 MUNGO Mehrzweck. www.hardthoehenkurier.de, 20. September 2011, abgerufen am 23. September 2011.
  2. a b Angaben gemäß Wehrtechnischer Report: Geschützte Führungs-, Funktions,- und Transportfahrzeuge 10/2006, Förderkreis Deutsches Heer e.V, Report Verlag
  3. Produktspezifikation. In: kmweg.de. Abgerufen am 11. Dezember 2012.
  4. Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage (Frage 11) http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/070/1607094.pdf
  5. Handlungsempfehlung Prioritisierung Materialinvestitionen (S. 13)