Schwerlasttransporter der Bundeswehr
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Die Schwerlasttransporter (SLT) Elefant und Franziska sind militärische Sonderentwicklungen der Bundeswehr und werden bei den Instandsetzungs-, Transport- und Logistikbataillonen der Divisionen und Korps sowie der Streitkräftebasis eingesetzt.
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[Bearbeiten] Entstehungsgeschichte
[Bearbeiten] SLT-50 „Elefant“
Im Rahmen des Projektes Kampfpanzer 70 entwickelte die Bundeswehr zur gleichen Zeit einen Panzertransporter mit 50 t Nutzlast als Nachfolger für den Panzertransporter 25t glw Faun 1212/45 VSA der ersten Generation. Mit der Einstellung des Projektes im Jahr 1970 wurde ebenfalls der Panzertransporter gestoppt und Faun und Krupp mit einer Neuentwicklung beauftragt, da immer noch Bedarf bestand. Gefordert waren Beweglichkeit im Gefechtsfeld, Bergung im Gelände und Transport von Großgerät auch bei ungünstigen Straßenverhältnissen. Im April 1976 lieferte Faun 324 geländegängige Zugmaschinen SLT 50-2 (Bundeswehrbezeichnung: Sattelzugmaschine, schwer, gl, 8×8-Schwerlasttransporter SLT 50-2). Die Firma Kässbohrer lieferte nach dem Kauf der Lizenz von Krupp die gleiche Anzahl Auflieger (Bundeswehrbezeichnung: Sattelanhänger 52t, Tieflader, mil, gl, 8x0).
Von 1995 bis 1999 erfolgte eine Hauptinstandsetzung und Umrüstung der Zugmaschinen von 50-2 auf 50-3 durch Faun.
Im Rahmen der Auslandseinsätze wurden zehn SLT 50-3 von der Bundeswehr mit einer Zusatzpanzerung (Modulare Schutzausstattung, MSA) ausgestattet, um das Schutzniveau für die Besatzung zu erhöhen.
[Bearbeiten] SLT-56 „Franziska“
Mit der Einführung des Leopard 2 wurde auch ein neuer Panzertransporter gebraucht, der das gestiegene Gesamtgewicht transportieren konnte. Die Entscheidung fiel zugunsten einer nicht geländegängigen Konstruktion. Als Zugmaschine wurde die FS 42.75/42 (Bundeswehrbezeichnung: Sattelzugmaschine, schwer, 8x6) von Faun ausgewählt; sie erhielt einen 56-t-Auflieger (Bundeswehrbezeichnung: Sattelanhänger 56t, Tieflader, tmil, 12x0) der Firma Kässbohrer.
Insgesamt beschaffte die Bundeswehr 1989 49 Panzertransporter, die 1993 aufgrund der Erfahrungen in Somalia einige Umbaumaßnahmen erhielten.
[Bearbeiten] Schwerlasttransporter Elefant
Der Schwerlasttransporter Elefant gehört zu den Fahrzeugen der zweiten Generation. Die Sattelzugmaschine 50-2 wird durch einen wassergekühlten MTU-Turbodieselmotor angetrieben, der hinter dem Fahrerhaus sitzt. Dabei verteilt sich die Leistung durch ein Wandler-Schaltgetriebe auf alle vier Achsen, wobei die ersten beiden als Lenkachse ausgeführt sind. Der Sattelauflieger mit einer Gesamtnutzlast von 52 t hat eine Ladefläche von 7800 × 3150 mm; seine Höhe lässt sich mit Hydraulik um +100/-80 mm verstellen. Die hydraulisch-mechanische Steuerung der vier Achsen ist abhängig vom Knick-Winkel zwischen Zugmaschine und Sattelanhänger und erfolgt über den sogenannten „Kulissenstein“ des Aufliegers.
Mit der Umrüstung zur Bezeichnung 50-3 erhielt die Zugmaschine einen neuen Zwölfzylinder-Deutz-Dieselmotor mit Ladeluftkühlung, Direkteinspritzung und Abgasturbolader. Weitere Änderungen waren:
- Klebefolie als Warntafeln
- luftgefederte Sitze und zusätzliche Rückfahrscheinwerfer
- Einführung Sattelanhänger 56t
- Klimaanlage bei MSA-Ausstattung
Zum Bergen und Verladen besitzt der Elefant zwei Rotzler-Hydroseilwinden mit 43 m Seillänge und einer Zuglast von 18,6 t pro Winde.
[Bearbeiten] Technische Daten
| SLT 50-2 mit Anh. 52t | SLT 50-3 MSA mit Anh. 52t | |
|---|---|---|
| Typ: | geländegängiger Panzertransporter | geländegängiger Panzertransporter |
| Motor: | MTU-8-Zylinder-Dieselmotor mit Abgasturbolader |
Deutz-12-Zylinder-Dieselmotor mit 2 Abgasturboladern |
| Hubraum: | 29.920 cm³ | 21.600 cm³ |
| Leistung: | 537 kW (730 PS) | 540 kW (735 PS) |
| Kühlung: | Flüssigkeitskühlung | Flüssigkeitskühlung |
| Getriebe: | 4-Gang-ZF-Getriebe | 4-Gang-ZF-Getriebe |
| Länge über alles: | 18.830 mm | 18.830 mm |
| Breite über alles: | 3150 mm | 3150 mm |
| Höhe über alles: | 3300 mm | 3300 mm |
| Watfähigkeit: | 800 mm | 800 mm |
| Leergewicht: | 38.000 kg | 39.000 kg |
| Gesamtgewicht: bei 40 km/h |
92.000 kg | 92.000 kg |
| MLC | c92 | c94 |
| Nutzlast: bei 40 km/h |
52.000 kg | 52.000 kg |
| Höchstgeschwindigkeit: mit Anhänger 56t / 52t |
65 km/h 62 km/h |
65 km/h 62 km/h |
| Kraftstoffmenge: | 800 l | 800 l |
| Kraftstoffverbrauch: | Straße: 160 l/100 km | Straße: 130 l/100 km |
| Fahrbereich: | Straße: 500 km | Straße: 615 km |
| Besatzung: | 4 | 2 |
| Bewaffnung: | 1 Maschinengewehr MG3 auf Drehringlafette |
1 Maschinengewehr MG3 auf Drehringlafette |
[Bearbeiten] Schwerlasttransporter Franziska
Der Schwerlasttransporter Franziska gehört zur Fahrzeuggeneration 3 und erweitert die Transportkapazitäten für überschwere Kampfpanzer. Optisch gleicht die Zugmaschine dem SLT 50-2 Elefant mit einigen Ausnahmen, ist aber ein eigenständiges Fahrzeug. Markantes Unterscheidungsmerkmal sind die Doppelscheinwerfer an der Fahrzeugfront. In technischer Sicht sind es der Antrieb, der Motor, der Sattelauflieger und die geänderte Anordnung von Seilwinden und Staukästen. Wie der Elefant ist auch der Transporter Franziska mit zwei Rotzler-Seilwinden ausgestattet, mit deren Hilfe man den Panzer oder sonstiges Gerät bei Fahruntüchtigkeit auf den Tieflader ziehen kann. Die Ladefläche beträgt 8900 × 3150 mm, die Last wird auf 24 Räder verteilt. 1993 unterzog die Bundeswehr den SLT einer Hauptinstandsetzung. In dieser Zeit wurden die Kotflügel verstärkt, die Windenverkabelung geändert, luftgefederte Sitze (Fahrer) eingebaut sowie zusätzlicher Stauraum geschaffen. Hinweis: „Franziska“ ist – im Gegensatz zu „Elefant“ – kein offiziell eingeführter Name.
[Bearbeiten] Technische Daten
| SaZgM schwer mil (8x6) mit Anh. 56t | |
|---|---|
| Typ: | nicht geländegängiger Panzertransporter |
| Motor: | KHD-12-Zylinder-Dieselmotor mit Abgasturbolader und Ladeluftkühlung |
| Hubraum: | 19.144 cm³ |
| Leistung: | 386 kW (525 PS) |
| Kühlung: | Luftkühlung |
| Getriebe: | 8-Gang, ZF 4 S-150 GPA |
| Länge über alles: | 19.700 mm |
| Breite über alles: | 3150 mm |
| Höhe über alles: | 2810 mm |
| Watfähigkeit: | 450 mm |
| Leergewicht: | 37.700 kg |
| Gesamtgewicht: bei 62 km/h |
94.500 kg |
| MLC | c100 |
| Nutzlast: | 56.000 kg |
| Höchstgeschwindigkeit: mit Anhänger 56t/ 52t |
72,2 km/h 62 km/h |
| Kraftstoffmenge: | 800 l |
| Kraftstoffverbrauch: | Straße: 110 l auf 100 km |
| Fahrbereich: | Straße: 700 km |
| Besatzung: | 4 |
| Bewaffnung: | 1 Maschinengewehr MG3 auf Drehringlafette |
[Bearbeiten] Sattelauflieger
Mit der Einführung des Leopard 2A5 und A6 wurde der Auflieger nochmals modifiziert. Die Modifikationen umfassten einen zusätzlichen Stabilitätsholm, wodurch die neue Nutzlast nun 59,7 t beträgt. Zudem wurden Schutzbleche vor den Stoßdämpfern und Abstandsstücke zwischen den Auffahrrampen ergänzt. Die Auffahrrampen sind dadurch im aufgeladenen Zustand nicht mehr leicht zur Ladefläche hin geneigt, was nun auch den Transport des MAN 10 t gl zulässt.
[Bearbeiten] Literatur
- Lutz-Reiner Gau, Jürgen Plate Jörg Siegert: Deutsche Militärfahrzeuge Bundeswehr und NVA, Motorbuchverlag, ISBN 3-613-02152-8
[Bearbeiten] Weitere Nutzer
- Türkei SLT Franziska
[Bearbeiten] Weblinks
- Schwerlasttransporter SLT Elefant beim Deutschen Heer
- Schwerlasttransporter SLT Franziska in Detail bei Panzer-Modell.de
- Schwerlasttransporter 50-3 Elefant in Detail bei Panzer-Modell.de
1. Generation: DKW Munga | Ford G398 | Hercules K 125 BW | Kraftkarren (KraKa) | Magirus-Deutz Jupiter 6x6 | MAN 630 | Mercedes-Benz LG315/46 | Mercedes-Benz Unimog (S404) | VW Typ 2 | VW Typ 181
2. Generation: Hercules K 125 1A1 BW | LARS Raketenwerfer | Magirus-Deutz 168M11/Iveco-Magirus 110-17 | MAN gl | Mercedes-Benz NG | Mercedes-Benz Unimog (U 1300 L) | SLT 50-2/3 Elefant | Spähpanzer Luchs | TPz Fuchs | VW Iltis | VW Typ 3
Ungepanzerte Radfahrzeuge der 3. Generation: Hercules K 180 BW | KTM 400 LS-E Military | MAN gl | Mercedes-Benz Unimog (U3000/U4000/U5000) | SLT 56 Franziska | Wechselladersystem Multi | Wolf
Geschützte Radfahrzeuge der 3. Generation: Eagle IV | Enok | ATF Dingo (1&2) | Duro 3 | GTK Boxer | Mungo ESK | Serval/Wolf AGF | Spähwagen Fennek | Wolf MSA und FSA
Truppenversuche: APE | Goliath Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4×4) | Porsche Jagdwagen (Ausschreibung Lkw 0,25 gl 4×4) | Sonderwagen 4 (TM-170) (nur zur Erprobung, nicht realisiert) | Panzerspähwagen Zobel (Projektstudie zum Fennek)

