Eckernförder Kreisbahnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eckernförde–Kappeln
Kursbuchstrecke: ex 113p (1944, 1950)
Streckenlänge: 28,7 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
   
0,0 Eckernförde Staatsbahnhof
   
Übergang zur Strecke Kiel–Flensburg
   
zum Hafen, dreischienig
   
0,5 Eckernförde Kreisbahnhof
   
nach Owschlag
   
1,5 Hasenheide[1]
   
4,0 Barkelsby
   
8,5 Loose
   
10,7 Moorbrücke
   
12,2 Holzdorf
   
13,7 Söby
   
16,6 Vogelsang-Grünholz
   
20,8 Schuby
   
22,2 Dörphof
   
24,4 Brodersby
   
28,3 Ellenberg
   
Schlei
   
28,7 Kappeln Übergang zur Schleswiger Kreisbahn
   
Flensburger Kreisbahn
Eckernförde–Owschlag
Kursbuchstrecke: ex 113r (1944, 1950)
Streckenlänge: 25 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
   
0,0 Eckernförde Staatsbahnhof
   
Übergang zur Strecke Kiel–Flensburg
   
zum Hafen, dreischienig
   
0,5 Eckernförde Kreisbahnhof
   
nach Kappeln
   
Flensburg–Kiel
   
2,9 Carlshöhe[2]
   
4,1 Schnaap
   
5,6 Kochendorf
   
9,0 Osterby
   
11,4 Hütten-Damendorf
   
13,1 Ascheffel
   
16,0 Silberbergen (Baumgarten)[3]
   
16,8 Ahlefeld
   
20,7 Brekendorf
   
22,7 Westermoor
   
24,3 Norby-Ramsdorf
   
25,0 Owschlag
   
Übergang zur Strecke Schleswig–Rendsburg

Unter der Bezeichnung Eckernförder Kreisbahnen wurden zwei (einschließlich der Eckernförder Hafenbahn drei) Schmalspurbahnen zusammengefasst, die dem ehemaligen Kreis Eckernförde gehörten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Die erste Strecke wurde am 26. Januar 1889 von der „Eckernförde-Kappelner Schmalspurbahn-Gesellschaft“ zwischen Eckernförde und Ellenberg am rechten Schleiufer gegenüber von Kappeln eröffnet. Knapp 50 Prozent des notwendigen Kapitals der Aktiengesellschaft brachten Großgrundbesitzer aus Schwansen auf, den Rest teilten sich der Kreis Eckernförde, die Städte Eckernförde und Kappeln sowie einzelne tangierte Landgemeinden Schwansens[4]. Georg Soenderop hatte 1887 den Auftrag zum Bau der Strecke erhalten.

Zwar konnten ab 25. Dezember 1889 Güterwagen mittels einer Pontonbrücke die Schlei überqueren, aber lokomotivbespannte Züge durften erst nach Bau einer Drehbrücke ab 15. März 1927 bis zum Bahnhof Kappeln fahren, der dann gemeinsam mit der Flensburger Kreisbahn benutzt wurde. Die Strecke war nun 29 km lang und durchzog von der Kreisstadt in nordöstlicher Richtung die Landschaft Schwansen zwischen Schlei und Eckernförder Bucht.

Am 1. April 1903 übernahm der Kreis Eckernförde die Bahn, nachdem zuvor eine Umkonzessionierung von Nebenbahn zu Kleinbahn erfolgt war[5], und löste die Gesellschaft auf. Er eröffnete am 30. Oktober 1904 eine zweite Strecke ebenfalls in Meterspur. Sie führte in westlicher Richtung von Eckernförde durch die Hüttener Berge zur Hauptbahn Flensburg–Neumünster, die sie nach 25 km Fahrt in der Station Owschlag erreichte. Sie war – im Gegensatz zur älteren Bahn – als Kleinbahn konzessioniert und hatte – trotz gemeinsamer Betriebsleitung – eine getrennte Geschäftsführung. Die Personenzüge beider Strecken verkehrten in Eckernförde über den Kreisbahnhof (anfangs „Schwansener Bahnhof“ genannt) hinaus zum einen halben Kilometer entfernten Eckernförder Staatsbahnhof (ab 1945: „Hauptbahnhof“), wo die Fahrten auf separaten Gleisen nördlich des Empfangsgebäudes (heute ein Parkplatz) endeten. Zeitweise endeten die Gleise auch östlich vom Bahnhofsgebäude (die der Strecke Kiel–Flensburg liegen westlich davon). Eine einfache Fahrkarte zwischen den beiden Eckernförder Bahnhöfen kostete 1897 20 Pfennig in der 2. Klasse und 10 Pfennig in der 3. Klasse, die Rückfahrbillets hatten den Preis von 30 bzw. 20 Pfennig.[6]

Die beiden Bahnen konnten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in der dünn besiedelten, ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Gegend nicht mehr wirtschaftlich arbeiten und wurden relativ früh stillgelegt. Dies betraf die Bahn nach Owschlag im Sommer 1954 zwischen dem 20. April und dem 30. September.

Im Sommer 1958 endete zwischen dem 31. Mai und dem 10. September auch der Verkehr auf der älteren Strecke. Bis zum 22. Februar 1959 fand noch ein Restbetrieb statt.

Etliche der alten Bahnhofsgebäude beider Strecken (wie bspw. die Empfangsgebäude in Ascheffel und Loose) sind bis heute erhalten geblieben, die meisten davon beherbergen heute gastronomische Betriebe.

Eckernförder Hafenbahn [Bearbeiten]

Die ebenfalls den Eckernförder Kreisbahnen gehörende Eckernförder Hafenbahn, die seit 27. Mai 1905 betrieben wurde und die bis Mitte der 1970er Jahre so genannte Dreischienengleise für den sowohl schmalspurigen als auch normalspurigen Verkehr im Hafengebiet benutzt hatte und danach ausschließlich Normalspurgleise, ging auf die Stadt Eckernförde über und wurde noch über 30 Jahre lang von der Deutschen Bundesbahn bedient. Diese Strecke diente bei wenigen Ausnahmen (letzter Personenverkehr im Rahmen einer mehrtägigen Veranstaltung mit einem Straßenbahnwagen in den 1980er Jahren) nur dem Güterverkehr.

Literatur [Bearbeiten]

  •  Heinz-Herbert Schöning: Die Eckernförder Kreisbahnen. Kenning, Nordhorn 1998, ISBN 3-927587-70-2.
  •  Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Teil 1 Schleswig-Holstein, Hamburg. Zeunert, Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9, S. 31–37.
  •  Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 12: Schleswig-Holstein 1 (östlicher Teil). EK-Verlag, Freiburg 2010, ISBN 978-3-88255-671-1, S. 272–298.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. der Haltepunkt Hasenheide bestand von 1947 bis 1958; Ref.: [1]
  2. der Haltepunkt Carlshöhe hieß von 1904 bis 1925 Graßholz, von 1925 bis 1935 Carlshöhe, von 1935 bis 1945 Kaserne und von 1945 bis 1954 wieder Carlshöhe; Ref.: [2]
  3. der Haltepunkt Silberbergen wurde 1922 eröffnet; Ref.: [3]
  4. Dieter Ziegler: Eisenbahnen und Staat im Zeitalter der Industrialisierung. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-515-06749-3, S. 399 Rn 46.
  5. Dieter Ziegler a.a.O.
  6. Adreßbuch und Geschäfts-Handbuch für Stadt und Kreis Eckernförde, Seite 145; Verlag von C. Heldt's Buchhandlung, 1897