Elbe-Weser-Schifffahrtsweg

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Elbe-Weser-Schifffahrtsweg
Elbe-Weser-Schifffahrtsweg

Elbe-Weser-Schifffahrtsweg

Lage Deutschland: Niedersachsen
Länge 54,7 km
Klasse 0 (zugelassen für Fahrzeuge bis 33 m
Länge, 5 m Breite, 1,5 m Tiefgang, Höhe
2,7 m bei normalem Wasserstand)
Beginn Elbe 53° 49′ 40″ N, 8° 53′ 45″ O53.8278638.89575
Ende Einmündung in die Weser
53° 32′ 9″ N, 8° 34′ 38″ O53.5358448.577318
Talfahrt Richtung Bremerhaven

Der Elbe-Weser-Schifffahrtsweg ist eine Abkürzung zwischen der Unterelbe und der Weser mit einer Länge von 54,7 Kilometern für kleinere Küstenmotorschiffe. Zu dieser Kanalstrecke gehören 60 km Kanaldeiche sowie 45 km Kanalseitenwege. Er beginnt in Otterndorf mit dem Hadelner Kanal, ab Bad Bederkesa als Bederkesa-Geeste-Kanal bis zur Geeste, die in Bremerhaven in die Weser fließt. Eigentümer ist das Land Niedersachsen, unterhalten wird es vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in der Betriebsstelle Stade, die sich heute nur noch um die Instandhaltung für die Entwässerung kümmert, da der wirtschaftliche Teil mit der Berufsschifffahrt und den verkehrsstärksten Jahren Ende der 1960er Jahre, ab 1973 aber immer weiter zurückging und heute praktisch nicht mehr existiert.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hadelner Kanal bei Otterndorf
Der Hadelner Kanal in Bülkau
Der Hadelner Kanal im Odisheim Richtung Nord
Der Bederkesaer See und der Übergang vom Hadelner Kanal in den Bederkesa-Geeste-Kanal
Die Geeste von der Schiffdorfer Schleuse
Blick in die Geestemündung von der Weser in Bremerhaven

Schon sehr früh wollten die Regierenden im Elbe-Weser-Dreieck eine Verbindung zwischen der Elbe und der Weser bauen, da die Schiffe einen großen Bogen um Cuxhaven, Neuwerk und Scharhörn machen mussten. Dieser Umweg war notwendig, da das Wattenmeer mit seinen Untiefen im Gebiet zwischen der Weser- und Elbemündung unschiffbar ist. Bei stürmischer See konnten zudem keine kleinen Schiffe die Passage wagen. Die ersten Aufzeichnungen zwischen Sachsen-Lauenburg, dem Erzbistum Bremen und den Hadlern sind auf das Jahr 1542 datiert. Schon von 1608 bis 1609 wurde ein Teilabschnitt ausgegraben, allerdings auf Anweisung des Erzbischofs von Bremen wieder zugeschüttet. Weitere Versuche gab es 1661, 1768 bis 1773. Unter französischer Herrschaft wurde von 1806 bis 1811 ein weiterer Plan ausgearbeitet, aber nicht realisiert; diese Planung verfolgte das Ziel, eine Verbindung auch zwischen der Oste und der Geeste zu schaffen.

Hadelner Kanal[Bearbeiten]

Erst durch den Bau des Hadelner Kanals (auch fälschlich Hadeler oder Hadler Kanal genannt), einem ca. 32 km lang schiffbaren Entwässerungskanal zwischen der Elbe bei Otterndorf und dem See bei Bad Bederkesa wurde der Schifffahrtsweg möglich. Gebaut wurde der Hadelner Kanal 1852 bis 1855 und diente bis in die 1990er Jahre, neben der Entwässerung, vor allem den kleinen Küstenmotorschiffen und Sportbooten als Abkürzung zwischen der Weser und der Elbe.

Der Kanal ist für Schiffe mit einer Länge bis zu 33,5 m und einer Breite bis zu fünf Metern ausgelegt. Ein Tiefgang bis 1,5 m ist möglich, sowie, bedingt durch die vielen Brücken, eine maximale Höhe von 2,7 m. Diese amtlichen Angaben sind heute aber nur noch theoretischer Natur, da der Kanal nicht mehr „bewirtschaftet“ wird und sich Berichte über Abweichungen häufen.

Bederkesa-Geeste-Kanal[Bearbeiten]

Der Bederkesa-Geeste-Kanal wurde in den Jahren 1858 bis 1860 gebaut, da sich der Hadelner Kanal als wirtschaftlich erfolgreich herausstellte und eine Anbindung an Bremerhaven als notwendig gesehen wurde. Diese 11 km waren aber nur bis zum Bau der Schleuse in der Geeste 1898 befahrbar, da durch die Schleuse der Wasserstand zu gering war. Erst durch die Vertiefung 1935 bis 1937 war eine Befahrung mit Lastkähnen wieder möglich. Weitere Vertiefungen für größere Kümos gab es zwischen 1957 und 1961.

Die Geeste[Bearbeiten]

Die Geeste entspringt in Hipstedt im Landkreis Rotenburg (Wümme) zehn Kilometer westlich von Bremervörde und entwässert einen großen Teil des ehemaligen Kreises Wesermünde (jetzt Landkreis Cuxhaven).

Der Bau der dritten Schleuse 1898 in der Geeste machte diesen Fluss zwar tideunabhängig, führte aber auch dazu, dass die Fahrwassertiefe im Geestekanal zu gering wurde. So war bis ins Jahr 1935 nur noch ein eingeschränkter Schiffsverkehr möglich. Nach weiten Baumaßnahmen, im Jahre 1957 bis 1961 sowie der Errichtung eines Tide- und Sturmflutsperrwerkes in Bremerhaven verbesserte sich der Schiffsverkehr deutlich.

Schleusen[Bearbeiten]

Der Hadelner Kanal hat eine Schleuse in Otterndorf, eine Schleusung findet in den Sommermonaten regelmäßig und im Winter nur nach Anmeldung statt.

Bei Lintig im Bederkesa-Geeste-Kanal befindet sich die zweite Schleuse, diese kann von jedem Schiffer ganzjährig selbst bedient werden.

Die Schleuse in Bremerhaven schleust täglich.

In der Geeste befindet sich zunächst die Schiffdorfer Stauschleuse und am Ostrand von Bremerhaven das Tidesperrwerk. Von dort bis zur Mündung ist der Wasserstand von den Gezeiten abhängig.

Kurz vor der Mündung der Geeste in Bremerhaven befindet sich das Sturmflutsperrwerk unter der Kennedybrücke, das im Jahr 1961 fertiggestellt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

Infos der NLWKN