Elis Guri

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Elis Guri (* 6. Juli 1983 in Shkodra, Albanien) ist ein albanisch-bulgarischer Ringer. Er wurde 2011 für Bulgarien Weltmeister im freien Stil im Halbschwergewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Elis Guri begann im Jahre 1997 mit dem Ringen, wobei er sich auf den griechisch-römischen Stil konzentrierte. Er wurde dazu Mitglied des Sportklubs KS Vllaznia Shkodra. Nach ersten Erfolgen im nationalen Bereich wechselte er zum Sportklub Partizan Tirana. Guri, ein kräftig gebauter, 1,89 Meter großer Athlet rang im Juniorenalter zunächst im Mittelgewicht, wechselte aber bald in das Halbschwergewicht, der Gewichtsklasse, in der er seit 2003 ringt.

In den ersten Jahren seiner internationalen Karriere, die im Jahre 2002 mit der Teilnahme an der Junioren-Europameisterschaft in Subotica begann und bei der er im Mittelgewicht den 21. Platz belegte, hielten sich seine Erfolge zunächst in Grenzen. Im Jahre 2003 startete er erstmals bei einer Weltmeisterschaft der Senioren. Dabei verlor er in Creteil im Halbschwergewicht beide Kämpfe, die er bestritt und kam nur auf den 37. Platz.

Einen ersten Sprung nach vorne machte er im Jahre 2007. Er kam in diesem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Baku auf den 7. Platz und besiegte dabei u.a. immerhin den russischen Meister Wassili Teplouchow. Bei der Europameisterschaft 2008 in Tampere erkämpfte er sich dann mit dem 3. Platz seine erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft. Er verlor dort zwar gegen Mirko Englich aus Deutschland nach Punkten. Da dieser aber das Finale erreichte, konnte Elis Guri in der Trostrunde weiterringen und sich mit einem Sieg über Heiki Nabi aus Estland eine Bronzemedaille sichern. Dieser 3.Platz brachte ihm gleichzeitig die Startberechtigung für das albanische Team an den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In Peking besiegte er in seinem ersten Kampf den ehemaligen Olympiasieger Karam Ibrahim aus Ägypten. Er verlor dann aber seine nächsten Kämpfe gegen Mirko Englich und Han Tae-young aus Südkorea und belegte schließlich den 8. Platz.

Im Jahre 2009 entschloss sich Elis Guri aus wirtschaftlichen Gründen nach Bulgarien zu gehen und künftig für dieses Land zu starten. Er musste dort zwei Jahre lang auf die Einbürgerung warten und konnte in dieser Zeit an keinen internationalen Meisterschaften teilnehmen. In Bulgarien wurde er Mitglied des Sportklubs Litex Lowetsch. Sein Trainer wurde Bratan Zenow. Gleichzeitig rang er auch in der deutschen Bundesliga für den KSV Köllerbach.

Im Jahre 2011 wurde er vor Wladyslaw Metodiew und Hussein Husseinow erstmals bulgarischer Meister und nahm, für Bulgarien startend, an der Europameisterschaft in Dortmund teil. Er besiegte dort im Halbschwergewicht Daigoro Timoncini aus Italien, Rustam Totrow, Russland und Cenk Ildem aus der Türkei. Im Halbfinale verlor er Artur Alexanjan aus Armenien und im Kampf um eine Bronzemedaille besiegte er Martin Nielsen aus Norwegen. Zum Höhepunkt in der Laufbahn von Elis Guri wurden dann die Weltmeisterschaften dieses Jahres in Istanbul. Er besiegte dort Sinisa Hogac aus Kroatien, Robert Awanesjan aus Israel, Rustam Totrow, Mohamad Abd El Fatah aus Ägypten und im Endkampf den erfahrenen Schweden Jimmy Lidberg und wurde damit erstmals Weltmeister.

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London konnte er aber seinen Traum von einem Medaillengewinn nicht verwirklichen. Er siegte in London zunächst über Alin Alexuc-Ciurariu aus Rumänien und Soso Jabidse aus Georgien, verlor aber in seinem dritten Kampf gegen Timofei Dseinitschenko aus Weißrussland. Da dieser das Finale nicht erreicht, schied er aus und belegte nur den 7. Platz.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnis
2002 21. Junioren-EM in Subotica Mittel Sieger: Balasz Kiss, Ungarn vor Theodoros Tounousidis, Griechenland
2003 10. Junioren-WM in Istanbul Halbschwer nach Niederlage gegen Andrzej Deberney, Polen und Siegen über Mirja Sedmak, Slowenien und Lee, Südkorea
2003 37. WM in Creteil Halbschwer nach Niederlagen gegen Konstantinos Thanos, Griechenland und Ali Nadin Salman, Irak
2004 13. Olympia-Qualif.-Turnier in Novi Sad Halbschwer Sieger: Ernesto Pena, Kuba vor Mindaugas Ezerskis, Litauen
2005 6. Mittelmeer-Spiele in Almeria Halbschwer Sieger: Karam Ibrahim, Ägypten vor Georgios Koutsioubas, Griechenland
2006 21. EM in Moskau Halbschwer nach einer Niederlage gegen Wassili Teplouchow, Russland
2006 17. WM in Guangzhou Halbschwer nach einer Niederlage gegen Theodoros Tounousidis
2007 20. EM in Sofia Halbschwer nach einer Niederlage gegen Taisto Lalli, Finnland
2007 7. WM in Baku Halbschwer nach Siegen über Wladimir Radosavljevic, Montenegro, Mitja Sedmak u. Wassili Teplouchow und Niederlagen gegen Ramas Nosadse, Georgien und Marek Svec, Tschechien
2008 3. EM in Tampere Halbschwer nach einem Sieg über Mitja Sedmak, einer Niederlage gegen Mirko Englich, Deutschland (1:2 Runden, 4:5 Punkte) und Siegen über Wladimir Radosavljevic, Ahmet Tacyldiz, Türkei und Heiki Nabi, Estland
2008 5. Dan Kolow-Nikola Petrow-Turnier in Sofia Halbschwer hinter Kalojan Dinchew u. Wladislaw Metodiew, bde. Bulgarien, Mehmet Özal, Türkei u. Rustam Totrow, Russland
2008 8. OS in Peking Halbschwer nach Sieg über Karam Ibrahim u. Niederlagen gegen Mirko Englich u. Han Tae-young, Südkorea
2011 1. Dave-Schultz-Memorial in Colorado Springs Halbschwer vor Andrea Minguzzi, Italien u. Robert Smith, USA
2011 1. Dan Kolow-Nikola Petrow-Turnier in Burgas Halbschwer vor Georgios Koutsioubas, Justin Ruiz, USA u. Saso Jabidse, Georgien
2011 3. EM in Dortmund Halbschwer nach Siegen über Daigoro Timoncini, Italien, Rustam Totrow u. Cenk Ildem, Türkei, einer Niederlage gegen Artur Alexanjan, Armenien u. einem Sieg über Martin Nielsen, Norwegen
2011 9. Wladyslaw-Pytlasinski-Mem. in Radom Halbschwer Sieger: Rustam Totrow vor Timofei Dseinitschenko, Weißrussland
2011 1. WM in Istanbul Halbschwer nach Siegen über Sinisa Hogac, Kroatien, Robert Awanesjan, Israel, Rustam Totrow, Mohamad Abd El Fatah, Ägypten und Jimmy Lidberg, Schweden
2011 3. "Moscow Lights" in Moskau Halbschwer hinter Nikita Melnikow und Rustam Totrow, bde. Russland
2012 6. Welt-Cup in Saransk Halbschwer Sieger: Schalwa Gadabadse, Georgien vor György Rizmajer, Ungarn
2012 7. OS in London Halbschwer nach Siegen über Alin Alexuc-Ciurariu, Rumänien und Soso Jabidse, Georgien und Niederlage gegen Timofei Dseinitschenko, Weißrussland

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • alle Wettkämpfe im griechisch-römischen Stil
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften
  • Mittelgewicht, 2002 bis 85 kg, Halbschwergewicht, seit 2002 bis 96 kg Körpergewicht

Quellen[Bearbeiten]

  • Fachzeitschrift Der Ringer
  • Website "Foeldeak Wrestling Database"

Weblinks[Bearbeiten]