Europameisterschaft

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Mit Europameisterschaft, oft nur abgekürzt als EM oder auch EUM, bezeichnet man einen von Einzelsportlern, Einzelteams oder Nationalmannschaften auf europäischer Ebene ausgetragenen sportlichen Wettbewerb, zumeist in Turnierform, der von dem jeweiligen europäischen Verband ausgetragen wird und für den sich die teilnehmenden Sportler oder Mannschaften meistens in kontinentalen Qualifikationswettbewerben oder auf nationaler Ebene sportlich qualifizieren müssen. Von Europameisterschaften spricht man, wenn mehrere Sieger in einem Wettbewerb ermittelt werden, z. B. in mehreren Disziplinen in der Leichtathletik oder verschiedene Gewichtsklassen im Ringen. Die am Ende festgestellten Sieger tragen den Titel Europameister, der vom jeweiligen Sportverband ausgelobt wird. Ein Wettbewerb für den Vereinssport auf europäischer Ebene ist der Europapokal. Ein auf globaler Ebene ausgetragener sportlicher Wettbewerb für Mannschaften ist die Weltmeisterschaft. Umgangssprachlich wird mit dem Begriff Europameisterschaft oft die Fußball-Europameisterschaft der Herren gemeint.

Aktuelle Europameisterschaften[Bearbeiten]

American Football[Bearbeiten]

Die in der Regel alle vier Jahre stattfindende EFAF European Championship A-Group, so der offizielle Name der American-Football-Europameisterschaft, ist der höchste europäische Wettbewerb für Nationalmannschaften und wird von der European Federation of American Football (EFAF) ausgetragen. Unter dieser gibt es noch den B-Group und C-Group Wettbewerb für schwächere Nationalmannschaften. Im Juli 2005 fand sie in Malmö, Schweden statt und sollte eigentlich als Nächstes im Juni 2009 in Helsinki, Finnland stattfinden, aber das Organisationskomitee musste der EFAF mitteilen, dass der Wettbewerb in Finnland nicht stattfinden können würde. In einer Neuvergabe vergab die EFAF die EM nach Deutschland, sie fand 2010 in Hessen statt.

Erstmals wurde die Europameisterschaft 1983 in Castel Giorgo, Italien ausgetragen, wo Italien siegte. Rekordeuropameister ist Finnland mit fünf Titeln. Deutschland war bisher dreimal (2001, 2010 und 2014) Europameister, 1987, 2000 und 2005 waren sie Zweiter und 1983, 1985, 1989 und 1993 wurde die deutsche bzw. westdeutsche Auswahl Dritter. Österreich war bisher einmal Dritter und zwar im Jahr 1995 zur EM im eigenen Land. Die Schweiz war bisher noch nicht unter den ersten drei Plätzen vertreten.

Amtierender Europameister: DeutschlandDeutschland Deutschland (30:27 gegen Österreich am 7. Juni 2014 in Wien)

Badminton[Bearbeiten]

Badminton-Europameisterschaften finden seit 1968 im zweijährlichen Rhythmus in den Disziplinen Herreneinzel, Herrendoppel, Dameneinzel, Damendoppel und Mixed statt. Junioreneuropameisterschaften werden seit 1969 ausgespielt, Mannschaftstitelkämpfe seit 1972, Senioreneuropameisterschaften seit 1995, Europameisterschaften für Behindertensportler seit 1995, Hochschuleuropameisterschaften seit 2004 und Jugendeuropameisterschaften seit 2005.

Basketball[Bearbeiten]

Die alle zwei Jahre stattfindende FIBA EuroBasket, so der offizielle Name der Basketball-Europameisterschaft, ist der höchste europäische Wettbewerb für Nationalmannschaften und wird von der FIBA Europa ausgetragen. Sie fand im September 2007 in Spanien statt. Im Endspiel schlug Russland den Gastgeber und damals amtierenden Weltmeister Spanien knapp mit 60:59. Erstmals wurde die Europameisterschaft 1935 in Genf, Schweiz ausgetragen, wo Lettland siegte. Rekordeuropameister ist die Sowjetunion mit dreizehn Titeln. Deutschland war bisher einmal (im Jahr 1993) Europameister.

Amtierender Europameister: FrankreichFrankreich Frankreich
Amtierender Europameister U20: SerbienSerbien Serbien[1]

Fußball[Bearbeiten]

Die alle vier Jahre stattfindende UEFA Euro, so der offizielle Name der Fußball-Europameisterschaft, ist der höchste europäische Wettbewerb für Nationalmannschaften und wird von der Union of European Football Associations (UEFA) ausgetragen. Die EM des Jahres 2016 wird zwischen 24 Endrundenteilnehmern in Frankreich ausgetragen. Erstmals wurde die Europameisterschaft 1960 noch unter den Namen Europapokal der Nationen in Frankreich ausgetragen, wo die Sowjetunion siegte. Rekordeuropameister sind Deutschland (1972, 1980, 1996) und Spanien (1964, 2008 und 2012) mit jeweils drei Titeln.

Amtierender Europameister: SpanienSpanien Spanien

Gewichtheben[Bearbeiten]

Die jedes Jahr stattfindenden Europameisterschaften im Gewichtheben sind der höchste europäische Wettbewerb für Gewichtheber, deren Verbände Mitglied der European Weightlifting Federation (EWF) sind, von der die Europameisterschaften ausgetragen werden. Im April 2010 fanden die Europameisterschaften in Minsk (Weißrussland) statt, die darauf folgende April 2011 fand in Kasan (Russland) statt. Es werden insgesamt 15 Entscheidungen in den acht Gewichtsklassen der Männer und den sieben Gewichtsklassen der Frauen ausgetragen.

Handball[Bearbeiten]

Die alle zwei Jahre stattfindende EHF European Championship, so der offizielle Name der Handball-Europameisterschaft, ist der höchste europäische Wettbewerb für Nationalmannschaften und wird von der European Handball Federation (EHF) ausgetragen. Sie fand im Jahre 2008 in Norwegen mit sechzehn Teilnehmern statt. Das Finale, welches Dänemark mit 24:20 gegen Kroatien für sich entscheiden konnte, war das letzte von über 25 Spielen, verteilt auf fünf Spielorte, am 27. Januar 2008. Im Jahr 2010 setzte sich Frankreich im Finale gegen Kroatien durch, Austragungsort war Österreich. Im Januar 2012 gewann Dänemark das Endspiel gegen Serbien.

Erstmals wurde die Europameisterschaft 1994 in Portugal ausgetragen, wo Schweden siegte. Rekordeuropameister ist ebenfalls Schweden mit drei Titeln. Deutschland war bisher einmal im Jahr 2004 Europameister.

Amtierender Europameister: DanemarkDänemark Dänemark

Hockey[Bearbeiten]

Die alle zwei Jahre stattfindende EuroHockey Nations Championship, so der offizielle Name der Hockey-Europameisterschaft, ist der höchste europäische Wettbewerb für Nationalmannschaften und wird von der European Hockey Federation (EHF) ausgetragen. Unter dieser gibt es noch den Trophy-, Challenge I- und Challenge II-Wettbewerb für schwächere Nationalmannschaften. Sie fand 2007 in Manchester, England statt. Im Jahr 2009 fand sie in Amsterdam, im Jahre 2011 in Mönchengladbach statt.

Erstmals wurde die Europameisterschaft 1970 in Brüssel, Belgien ausgetragen, wo Westdeutschland siegte. Rekordeuropameister ist ebenfalls Deutschland mit sechs Titeln.

Ebenfalls alle zwei Jahre findet die Hallen-Europameisterschaft EuroHockey Indoor Nations Championship statt. Dieser Wettbewerb wird bei den Herren seit 1974 ausgetragen und wurde anfangs immer von Deutschland gewonnen. Erst 2008 gelang es dem russischen Team in Jekaterinburg die deutsche Vorherrschaft zu brechen, 2010 im niederländischen Almere ging der Titel an Österreich. Im Jahr 2012 wurde das Turnier in Leipzig ausgetragen, wo Deutschland wieder gewann.

Leichtathletik[Bearbeiten]

Hauptartikel, siehe Leichtathletik-Europameisterschaften bzw. Leichtathletik-Halleneuropameisterschaften

Leichtathletik-Europameisterschaften sind Wettkämpfe, die von der European Athletic Association, dem europäischen Kontinentalverband, durchgeführt werden, um Europameister in den einzelnen Leichtathletik-Disziplinen zu ermitteln.

Die europäischen Titelwettkämpfe im Freien gibt es bereits seit 1934. Bis 1966 wurden sie mit einer Kriegsunterbrechung (1942) alle vier Jahre immer zur „Halbzeit“ einer Olympiade ausgerichtet. Nach einigen Abweichungen setzte sich ab 1974 wieder der vierjährliche Rhythmus durch. Seit 2010 wird im zweijährlichen Rhythmus fortgefahren, in den Olympiajahren ohne die Wettbewerbe im Gehen und Marathon.

Europameisterschaften gibt es außerdem auch in der Halle. Dort wurden sie zum ersten Mal 1970 ausgetragen und lösten damit die seit 1966 veranstalteten Europäischen Hallenspiele ab. Bis 1990 fanden die Halleneuropameisterschaften jährlich statt, danach fast durchgängig alle zwei Jahre.

Volleyball[Bearbeiten]

Die alle zwei Jahre stattfindende CEV European Championship, so der offizielle Name der Volleyball-Europameisterschaft, ist der höchste europäische Wettbewerb für Nationalmannschaften und wird von der Confédération Européenne de Volleyball (CEV) ausgetragen. Sie fand 2007 in Russland mit sechzehn Teilnehmern statt. Den Sieg sicherte sich erstmals Spanien durch einen 3:2 (25:18, 20:25, 24:26, 30:28, 16:14)-Erfolg gegen Gastgeber Russland. Im Jahr 2009 gewann Polen in der Türkei, im Jahr 2011 Serbien am geteilten Austragungsort Österreich und Tschechien.

Erstmals wurde die Europameisterschaft 1948 in Rom, Italien ausgetragen, wo die Tschechoslowakei siegte. Rekordeuropameister ist die Sowjetunion bzw. ihr Nachfolger die GUS mit zwölf Titeln. Deutschland war bisher noch nie Europameister.

Amtierender Europameister: SpanienSpanien Spanien

Rugby Union[Bearbeiten]

Hauptartikel: Rugby-Europameisterschaft

Die FIRA Rugby-Europameisterschaft findet in der Regel einmal im Jahr statt. Der Rekordmeister der Herren ist mit Abstand Frankreich. Die Rugby-EM begann inoffiziell im Jahr 1936. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand im Jahr 1952 die erste offizielle EM statt.

Ab der Saison 1973/74 wurde der Europacup in eine Europameisterschaft umgewandelt, die im Liga-System ausgetragen wird – mit Auf- und Abstieg zwischen drei Divisionen (A bis C). Die Mannschaften spielen nun in ihrer Gruppe in einfacher Runde jeder gegen jeden.

Der Austragungsmodus wechselte in der Folge mehrfach: Die Länge der Spielzeit variierte zwischen einem und zwei Jahren. Die Anzahl der Länder pro Division konnte fünf oder sechs betragen, in den unteren Klassen auch weniger. Zeitweilig wurden die Divisionen unterteilt (A1 und A2 usw.).

Seit 1995 findet auch eine Frauen-EM statt.

Weitere Sportarten[Bearbeiten]

Ehemalige Europameisterschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Europameisterschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Europameisterschaft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. fibaeurope.com „Serbia Golden Again“ (englisch)