Erf (Fluss)

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Erf
Erfa
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Die Erf bei Eichenbühl

Die Erf bei Eichenbühl

Daten
Gewässerkennzahl DE: 24712
Lage Baden-Württemberg, Bayern; Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Quelle nördlich von Ahorn-Buch im Main-Tauber-Kreis
49° 32′ 58″ N, 9° 33′ 52″ O49.5494805555569.5643472222222390
Quellhöhe ca. 390 m ü. NN[1]
Mündung bei Bürgstadt in den Main49.7116055555569.2613055555556125Koordinaten: 49° 42′ 42″ N, 9° 15′ 41″ O
49° 42′ 42″ N, 9° 15′ 41″ O49.7116055555569.2613055555556125
Mündungshöhe 125 m ü. NN[2]
Höhenunterschied ca. 265 m
Länge 40,2 km[3]
Einzugsgebiet 247,8 km²[3]
Abfluss am Pegel Hardheim
(43,3 % des Einzugsgebiets)[4]
MNQ
MQ
280 l/s
880 l/s
Die Erf (vorne links) mündet in den Main (von rechts nach hinten)

Die Erf (vorne links) mündet in den Main (von rechts nach hinten)

Die Erf (in Bayern), auch Erfa (in Baden-Württemberg) genannt, ist ein gut vierzig Kilometer langer linksseitiger und südöstlicher Nebenfluss des Mains in Baden-Württemberg und Bayern (Deutschland).

Name[Bearbeiten]

Der Name des Flusses leitet sich vom althochdeutschen „erpf“ für braun ab und kommt wohl von der Gewässerfarbe, vor allem beim alljährlichen Hochwasser, wenn das ansonsten recht beschauliche Gewässer zu einem reißenden Fluss werden kann.

Geographie[Bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten]

Der Fluss entspringt bei Buch am Ahorn im Main-Tauber-Kreis, einem Ortsteil der im badischen Bauland gelegenen Gemeinde Ahorn. Seine Quelle liegt auf ungefähr 390 m ü. NN und etwa 1,3 km nordöstlich von Buch am Ahorn am Südrand des zum großen Waldgebietes Ahornwald gehörenden Waldgewanns Machlanden. Von hier aus quert er zunächst die Bucher Rodungsinsel mit dem Dorf selbst in dessen Mitte in Richtung Südwesten, um im jenseitigen Waldgewann Buschwind eine Kurve nach Nordnordwesten zu beginnen und durch das wieder offene Obere Tal an deren Ende Hardheim-Gerichtstetten zu erreichen.

Von hier an zieht er in sehr beständiger Richtung durch die zugehörigen Dörfer Erfeld und Bretzingen in freier Flur, vor allem links auf den Randhügeln aber oft von Wald begleitet, nach Hardheim selbst, wo er für eine kurze Strecke nach Nordwesten fließt. Ab der Wohlfahrtsmühle strebt er in inzwischen tief eingeschnittenem, engem und unbewohntem Tal in alter nordnordwestlicher Richtung weiter, zwischen den bewaldeten Hängen Wolfsgrube rechts und Kappelberg links. Dann läuft ihm am Hardheimer Einzelhaus Breitenau vom rechts durchs Katzental der Katzenbach zu und er wendet sich nach Nordwesten.

Gleich danach überquert er die Landesgrenze nach Bayern und erreicht daraufhin das unterfränkische Taldorf Eichenbühl-Riedern. Hinter dem kleineren Pfohlbach dahinter schließt sich wieder eine längere unbesiedelte Talstrecke an bis Eichenbühl selbst, nach dessen Durchqueren der Kohlbach von rechts zuläuft, die Erf sich nach Westen kehrt und ihr Tal sich zum Trichter ausweitet. In dessen Mitte liegt Bürgstadt, durch das die Erf dann von links auf etwa 125 m ü. NN in den Main mündet, keine zwei Kilometer vor dessen Südspitze bei Miltenberg.

Während am Oberlauf der Erf offenes Ackerland vorherrscht, fließt die Erf ab Hardheim durch ein enges, bewaldetes und dünn besiedeltes Tal. Auf den letzten Kilometern, zwischen Eichenbühl und Bürgstadt, liegen am rechten Hang des Erftals die Weingärten der Weinlage Centgrafenberg.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Die Zuflüsse werden flussabwärts mit orographischer Richtungsangabe aufgeführt:

  • Heckfelder Graben, von links in Ahorn-Buch, 1,2 km.
  • Stiegeles Graben, von rechts in Ahorn-Buch, 1,1 km.
  • Bach durch die Enzenklinge, von rechts zwischen Dorf und Kläranlage, 0,8 km.
  • Messbach, von links vom Nordrand des Waldgewanns Messbach, 1,0 km.
  • Buschwindegraben , von links im Waldgewann Buschwind, 1,2 km.
  • Arnbach, von rechts zwischen zwei Feldwegbrücken, 1,2 km.
  • Kernbach, von rechts gegenüber einem großen Einzelstall in der Flur, 2,5 km.
  • Saugraben, von rechts am Ortsanfang von Hardheim-Gerichtstetten, 1,0 km.
  • Kuffenbrunnengraben, von links längs der Altheimer Straße in Gerichtstetten, 2,154 km.
  • Durstiger Graben, von rechts am Ortsende von Gerichtstetten, 1,6 km.
  • Hangzufluss aus einer Mulde zwischen Frosch- und Gützberg, von rechts gegenüber dem Hof Am Hundsrück, 0,4 km.
  • Bach durch die Waldsklinge[5], von links, 3,4 km.
  • Klingenzufluss von einem Sumpf beim Hohen Bild, von rechts vor einer Feldbrücke, 1,1 km.
  • Klingenzufluss vom nördlichen Scherich, von rechts in Hardheim-Erfeld, 0,4 km.
  • Steigengraben, von links an der Straßenbrücke der L 514 in Erfeld, 2,4 km.
  • Ringeldergraben, von rechts am nördlichen Ortsende von Erfeld, 1,3 km.
  • Bach durchs Renntal, von links an der Erfelder Mühle, 2,2 km.
  • Waldstetter Bach, von links durchs Waldstetter Tal in einen linken Seitengraben der Erf vor Hardheim-Bretzingen, 7,7 km.
  • Hohlwiesengraben, von rechts nach Bretzingen, 5,2 km.
  • Auengraben aus der Bauernau, von links am Südrand von Hardheim, 0,6 km.
  • Hardheimer Bach, von rechts in Hardheim an der Erfbrücke der B 27, 5,2 km.
  • Mühlgraben, von links in Hardheim neben der Langen Gasse, 5,1 km.
  • Hangzufluss vom Rotebühl herab, von rechts am Nordwestrand von Hardheim, 0,9 km.
  • Waldsbach, von links an der Hardheimer Wohlfahrtsmühle, 5,1 km.
  • Klingenbach von Hardheim-Dornberg herunter, von links, 1,0 km.
  • Bach durch die Einsiedlerklinge, von links aus Hardheim-Rütschdorf an der Tierkörperbeseitigungsanlage, 1,4 km.
  • Katzenbach aus dem Katzental, von rechts bei Hardheim-Breitenau, 6,8 km.
  • Bach durch die Schattenklinge, von rechts den Bergwald herunter, 1,8 km.
  • Bach durch die Eselsklinge, von rechts, 1,2 km. Ursprung im Wacholderrain.
  • Bach durch die Brunnenklinge, von links auf der Landesgrenze, 0,3 km. Hat einen längeren, fast höhenlinienparallelen Zulauf (0,8 km) aus dem Osten.
  • Mühlkanal der Eichenbühler Gaimühle,[6] von rechts, 0,9 km.
  • Otterbach, von rechts im Eichenbühler Pfarrdorf Riedern, 5,5 km.
  • Wildbach, von rechts unmittelbar nach Riedern, 1,9 km.
  • Mühlkanal der Michelsmühle, von links unmittelbar vor dem folgenden, 0,6 km.
  • Kaltenbach, von links bei Pfohlbach l. d. Baches , 8,6 km.
  • Mühlkanal zur Ottenmühle, von rechts, 0,4 km.
  • Bach vom Dorf Umpfenbach der Gemeinde Neunkirchen herab, von rechts kurz nach der Ottenmühle, 3,3 km.
  • Bach durch die Berndelklinge[7], von links an der Öffnung des Taltrichters zum Dorf Eichenbühl selbst, 1,4 km.
  • Bach durch die Dürreklinge, von rechts wenig vor der Eichenbühler Siedlungsgrenze, 0,7 km.
  • Turmklinge, von rechts am südöstlichen Ortsrand Eichenbühls.[8]
  • Kohlbach, von rechts auf etwa 148 m ü. NN[9] gegenüber der linksseitigen Kläranlage von Eichenbühl, 7,4 km.
  • Schippach, von links in Eichenbühl, 5,6 km.

Flusssystem Erf[Bearbeiten]

Siehe Liste der Fließgewässer im Flusssystem Erf

Fauna[Bearbeiten]

In der Erf kommen Äsche, Bachforelle, Bachschmerle, Elritze, Hasel, Mühlkoppe und Rotauge vor.[10]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Topografische Karte 1:25.000, nach Höhenlinienbild.
  2. Topografische Karte 1:25.000, Höhenangabe in Schwarz dicht an der Mündung.
  3. a b Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 146 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF, 3,3 MB)
  4. Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg (Stand: 6. September 2011)
  5. Die Waldsklinge ist ein mäßiges, größtenteils unbewaldetes Muldental.
  6. Auf TK25 Wildbach genannt. Da es ein von der Erf abzweigendes Auengewässer ist, dort vermutlich Verwechslung mit dem nächsten linken Zufluss.
  7. Klingenname nach TK25; der Miltenberger Siedlungsplatz oberhalb der Klinge heißt dagegen Berndiel.
  8. Weder auf der LUBW-FG10 – deren Erfassungsbereich hier allerdings verlassen sein könnte – noch auf der TK25 ist in der sich oben verzweigenden Kerbschlucht ein Wasserlauf eingezeichnet.
  9. Texteintrag in Blau auf der TK25 an der Mündung.
  10. Fischereiverband Unterfranken: Unsere Gewässer