Landkreis Miltenberg
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken |
| Verwaltungssitz: | Miltenberg |
| Fläche: | 715,68 km² |
| Einwohner: |
127.823 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 179 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | MIL |
| Kreisschlüssel: | 09 6 76 |
| NUTS: | DE269 |
| Kreisgliederung: | 32 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Brückenstraße 2 63897 Miltenberg |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Roland Schwing (CSU) |
| Lage des Landkreises Miltenberg in Bayern | |
Der Landkreis Miltenberg ist ein Landkreis im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Aschaffenburg und die kreisfreie Stadt Aschaffenburg, im Osten der Landkreis Main-Spessart und der baden-württembergische Main-Tauber-Kreis, im Süden der ebenfalls baden-württembergische Neckar-Odenwald-Kreis und im Westen der hessische Odenwaldkreis sowie der Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Geographie [Bearbeiten]
Der Landkreis Miltenberg hat im Süden und Westen Anteil am Odenwald und im Nordosten am Spessart. Beide Mittelgebirgslandschaften bestimmen fast das komplette Kreisgebiet und werden durch das Maintal getrennt. Der Main erreicht östlich von Faulbach das Kreisgebiet, wo er bis Freudenberg bzw. Kirschfurt die Grenze zu Baden-Württemberg bildet. Westlich von Freudenberg fließt der Main direkt in das Kreisgebiet nach Westen, wendet sich bei Miltenberg nach Norden und verlässt den Landkreis nördlich von Niedernberg und Sulzbach in Richtung Aschaffenburg. Die Landschaft am Main bezeichnet man hier als Untermain-Ebene.
Die höchsten Erhebungen innerhalb des Kreisgebietes im Spessart sind im Altenbucher Forst der Querberg mit 567 Meter, der benachbarte Kropfschnabel mit 550 Meter und die Agneshöhe mit 513 Metern in der Gemarkung Eschau, nahe der Landkreisgrenze zu Aschaffenburg, unweit der Geishöhe. Der Pfaffenberg, 432 Meter, mit seiner Sendeanlage (Gemeinde Bessenbach), bildet die direkte Grenze zum Nachbarlandkreis Aschaffenburg. Als aussermärkisches Gebiet besitzt die Stadt Aschaffenburg ca. 480 Hektar Wald mit dem bekannten Hohe-Wart-Haus.
Die höchste Erhebung im Kreisgebiet des Odenwaldes ist Der Kolli bei Kirchzell-Breitenbach, der mit 547 Metern die Grenze zum Bundesland Baden-Württemberg bildet. Etwa 500 Meter westlich kennzeichnet seit 1837 ein 1,3 Meter hoher Grenzstein das Dreiländereck, an dem die Grenzen von Baden, Bayern und Hessen zusammenstoßen. Gut 4 Kilometer nördlich liegt der Ort Breitenbuch der das „Dach des Landkreises Miltenberg“ darstellt, denn er ist mit 512 Metern über dem Meeresspiegel der höchstgelegene Ort im Kreisbebiet.
Alle Städte des Kreises - außer Amorbach - liegen im Maintal, das sich seit Ende des 19. Jahrhunderts zur Industrie-, Verkehrs- und Handelsachse im heutigen Kreisgebiet entwickelt hat.
Geschichte [Bearbeiten]
Das Gebiet des heutigen Landkreises Miltenberg gehörte vor 1800 überwiegend zum Erzstift Mainz. 1803 kam der südliche Teil zum Fürstentum Leiningen, mit dem er 1806 dem Großherzogtum Baden einverleibt wurde. Ab 1810 gehörte dieses Gebiet zum Großherzogtum Hessen-Darmstadt und kam schließlich 1816 zum Königreich Bayern. Der nördliche Teil war ab 1803 Teil des Fürstentums Aschaffenburg bzw. ab 1810 des Großherzogtums Frankfurt und kam 1814 an Bayern. Der bayerische Staat errichtete dann die Landgerichte Obernburg und Klingenberg. Im Süden des heutigen Kreisgebiets gab es die sogenannten Herrschaftsgerichte Miltenberg, Kleinheubach und Amorbach. Alle Gerichte gehörten zum Untermainkreis, der ab 1838 in Unterfranken umbenannt wurde. 1848 wurde das Landgericht Miltenberg aus den bisherigen Herrschaftsgerichten Miltenberg und Kleinheubach sowie das Landgericht Amorbach aus dem gleichnamigen Herrschaftsgericht gebildet. Beide bildeten ab 1862 das Bezirksamt Miltenberg. Die beiden Landgerichte Obernburg und Klingenberg bildeten ab 1862 das Bezirksamt Obernburg. 1939 wurde aus den bisherigen Bezirksämtern die Landratsämter bzw. aus den Bezirken die Landkreise.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern zum 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Obernburg am Main (ohne die Orte Wenigumstadt und Pflaumheim, welche heute Ortsteile von Großostheim, Landkreis Aschaffenburg, sind) mit dem Landkreis Miltenberg und dem Raum Stadtprozelten des bisherigen Landkreises Marktheidenfeld zum neuen Landkreis Miltenberg vereinigt.
Politik [Bearbeiten]
Kreistag [Bearbeiten]
Der Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern, die sich wie folgt aufteilen (Ergebnis der Kommunalwahl 2008):
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung
„Unter dem Schildhaupt mit den bayerischen Rauten in Rot ein silberner Wellenpfahl; davor ein sechsspeichiges silbernes Rad; dahinter drei silberne Spitzen“.
Wappengeschichte
Durch die Zusammenlegung der Landkreise Miltenberg und Obernburg am Main entstand der heutige Landkreis Miltenberg. Das Kreisgebiet gehörte bis zur Säkularisation zum größten Teil zum Kurfürstentum Mainz, worauf das „Mainzer Rad“ im Wappen hinweist. Es war auch Bestandteil der Wappen der alten Landkreise Miltenberg (siehe oben) und Obernburg. Der senkrechte Wellenpfahl steht für die geografisch Lage des Landkreises am Main, Der Fluss verläuft im Landkreis von Nord nach Süd. Die Silbernen Spitzen in Rot (der „fränkische Rechen“) weisen auf die Zugehörigkeit zu Franken hin. Die Rauten stehen für Bayern.
Das Wappen wurde am 25. Mai 1977 verliehen.
Altes Landkreiswappen [Bearbeiten]
Blasonierung
„Geteilt durch einen waagerechten silbernen Wellenbalken, oben in Rot ein silbernes sechsspeichiges Rad, unten in grün symbolisierte Werkzeuge in Silber“
Wappengeschichte
Das alte Wappen besteht aus einer Kombination des Flusses Main (der silberne Wellenbalken), dem Rad aus dem Wappen des Kurfürstentums Mainz und einigen Handwerkzeugen aus dem Steinmetzberuf. Der Kreis erstreckt sich entlang des Verlaufs des Mains und die Hauptindustrien waren zur Zeit der Gültigkeit des Wappens die Sandsteinverarbeitung, die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft und Forstnutzung. Land- und Forstwirtschaft sind durch die Farbe Grün im unteren Teil des Wappens dargestellt. Ein großer Teil des Landkreises gehörte früher zum Kurstaat Mainz, so die Ämter Miltenberg, Amorbach, Klingenberg und Großheubach.
Das Wappen wurde am 2. Oktober 1963 verliehen.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Die Bayerischen Staatseisenbahnen erbauten 1876 zuerst von Aschaffenburg her eine Strecke mainaufwärts über Obernburg - Klingenberg bis Miltenberg. Diese wurde 1880 in den Odenwald hinein bis Amorbach verlängert und 1899 weiter geführt zu dem badischen Wallfahrtsort Walldürn. Im Maintal erreichte der Eisenbahnbau 1906 Stadtprozelten und 1912 die badische Stadt Wertheim. Der Bahnverkehr wird seit 2005 von dem DB-Betrieb Westfrankenbahn betrieben.
Eine Zweigbahn führte über 16,8 Kilometer, seit Januar 1910, vom Bahnhof Obernburg-Elsenfeld durch das Elsavatal in den Spessart hinein bis Heimbuchenthal. Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Obernburg-Elsenfeld–Heimbuchenthal wurde im Mai 1968 eingestellt.
Ab 1911/12 führte die Bahnlinie Aschaffenburg - Höchst (im Odenwald) auch durch Mömlingen (Landkreis Obernburg), das an dieser Bahnstrecke einen Bahnhof hatte. 1974 wurde diese Bahnlinie eingestellt.
Hauptverkehrsader des Landkreises ist die B 469, welche als Zubringerstraße zur A 3 den Kreis an das Rhein-Main-Gebiet anbindet. Weitere Bundesstraßen, die durch das Kreisgebiet führen, sind die B 47 und die B 426.
Der Main ist als Verbindungsglied der Flüsse Rhein und Donau bedeutend für die europäische Binnenschifffahrt.
Eine Mainfähre verbindet Stadtprozelten mit dem badischen Mondfeld. Zwischen Kirschfurt und dem Städtchen Freudenberg (Baden) führt eine Brücke über den Main. Weitere Mainbrücken innerhalb des Landkreises: Großheubach/Miltenberg Nord - Miltenberg/Bürgstadt, Miltenberg Nord - Miltenberg, Großheubach - Kleinheubach, Klingenberg - Klingenberg/Trennfurt, Elsenfeld - Obernburg, Kleinwallstadt/Sulzbach - Großwallstadt/Niedernberg.
Im Miltenberger Stadtteil Mainbullau liegt ein Flugplatz für Sport- und Segelflugzeuge.
Erneuerbare Energien [Bearbeiten]
In 2013 wird in der Landkreisgemeinde Eichenbühl ein Windpark mit insgesamt fünf Windrädern des Typs Nordex N117 errichtet. Die Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 12 MW werden nach Angaben des Projektentwicklers Green City Energy Ende 2013 in Betrieb genommen und sollen jährlich rund 30 Mio. Kilowattstunden Ökostrom erzeugen. Die Windräder haben eine Nabenhöhe von 141 Metern Höhe und einen Rotordurchmesser von 117 Metern. Die Anlagen sind damit speziell für Binnenstandorte ausgelegt. Der Windpark wird teilweise über einen besonderen Bürgerbeteiligungsfonds finanziert. Dieser soll durch finanzielle Beteiligung der Bürger vor Ort die Wertschöpfung der Anlagen in der Region halten und so die Wirtschaft vor Ort stärken.[3]
Einwohnerentwicklung / -schaft [Bearbeiten]
Während der nördliche Teil (ehemaliger Landkreis Obernburg) noch sehr städtisch, Rhein-Main-Gebiet mit ca. 270 Einwohner pro km² bewohnt ist, ist der südliche und östliche Teil des Landkreis (ehemaliger Landkreis Miltenberg und ehemalige Gebiete des Landkreises Martkheidenfeld) wie die übrige Umgebung, Main-Tauber-Kreis und Main-Spessart-Kreis eher recht dünn mit ca. nur 115 Einwohner pro km² besiedelt. Diese Lage wird sich noch weiter zuspitzen da z.B. für Kirchzell mit einem Rückgang der Einwohner bis 2040 von 2.200 auf 1.400 - 1.500 Einwohner ausgegangen wird, während im Norden um Niedernberg / Großwallstadt / Mömlingen die Verluste von Leidersbach / Eschau / Mönchberg wohl aufgefangen werden können.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
(Einwohner am 31. Dezember 2011[4])
Gemeindefreie Gebiete (9,4 km²) |
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Städte und Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78 [Bearbeiten]
Vor der Gebietsreform hatte der Landkreis Miltenberg 31 Gemeinden (siehe Liste unten).[5] (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben):
| frühere Gemeinde | heutige Gemeinde | heutiger Landkreis |
|---|---|---|
| Amorbach | Amorbach | Landkreis Miltenberg |
| Beuchen | Amorbach | Landkreis Miltenberg |
| Boxbrunn im Odenwald | Amorbach | Landkreis Miltenberg |
| Breitendiel | Miltenberg | Landkreis Miltenberg |
| Bürgstadt | Bürgstadt | Landkreis Miltenberg |
| Eichenbühl | Eichenbühl | Landkreis Miltenberg |
| Fechenbach | Collenberg | Landkreis Miltenberg |
| Großheubach | Großheubach | Landkreis Miltenberg |
| Hambrunn | Schneeberg | Landkreis Miltenberg |
| Heppdiel | Eichenbühl | Landkreis Miltenberg |
| Kirchzell | Kirchzell | Landkreis Miltenberg |
| Kleinheubach | Kleinheubach | Landkreis Miltenberg |
| Laudenbach | Laudenbach | Landkreis Miltenberg |
| Mainbullau | Miltenberg | Landkreis Miltenberg |
| Miltenberg | Miltenberg | Landkreis Miltenberg |
| Neunkirchen | Neunkirchen | Landkreis Miltenberg |
| Ottorfszell | Kirchzell | Landkreis Miltenberg |
| Preunschen | Kirchzell | Landkreis Miltenberg |
| Reichartshausen | Amorbach | Landkreis Miltenberg |
| Reistenhausen | Collenberg | Landkreis Miltenberg |
| Richelbach | Neunkirchen | Landkreis Miltenberg |
| Riedern | Eichenbühl | Landkreis Miltenberg |
| Rüdenau | Rüdenau | Landkreis Miltenberg |
| Schippach | Miltenberg | Landkreis Miltenberg |
| Schneeberg | Schneeberg | Landkreis Miltenberg |
| Umpfenbach | Neunkirchen | Landkreis Miltenberg |
| Watterbach | Kirchzell | Landkreis Miltenberg |
| Weckbach | Weilbach | Landkreis Miltenberg |
| Weilbach | Weilbach | Landkreis Miltenberg |
| Wenschdorf | Miltenberg | Landkreis Miltenberg |
| Windischbuchen | Eichenbühl | Landkreis Miltenberg |
Schlösser und Burgen im Landkreis Miltenberg [Bearbeiten]
- Fürstlich-Leiningensches Palais Amorbach, Amorbach
- Templerhaus in Amorbach
- Ruine Clingenburg, Klingenberg am Main
- Ruine Collenburg, Dorfprozelten
- Fechenbacher Schloss, Collenberg
- Ruine Henneburg, Stadtprozelten
- Klingenberger Stadtschloss, Klingenberg am Main
- Schloss Laudenbach, Laudenbach
- Schloss Löwenstein, Kleinheubach
- Mildenburg, Miltenberg
- Burgruine Wildenberg, Kirchzell
- Wasserschloss Sommerau, Eschau
- Wasserschloss Oberaulenbach, Eschau
- Burgruine Wildenstein, Eschau
Ehemalige Orte im Landkreis Miltenberg [Bearbeiten]
In dem heutigen Kreisgebiet lag zwischen den heutigen Gemeinden Klingenberg (Ortsteil Röllfeld) und Großheubach mindestens in der Zeit zwischen dem Beginn des 13. Jahrhunderts und 1630 die Siedlung Grubingen, die mit ihrer Kirche St. Michaelis der Kirchort für Klingenberg, Röllfeld und Schmachtenberg war. Die reiche Pfarrkirche verlor nach der Aufgabe des Ortes um 1630 immer mehr Einfluss an ihre Filialkirchen in Röllfeld und Klingenberg. Die Kirche wurde 1778 abgerissen, der Friedhof ist immer noch an der 1979 renovierten Umfassungsmauer zu erkennen.
Sonstiges [Bearbeiten]
Seit 1996 findet im Turnus von zwei Jahren der Internationale Chorwettbewerb des Landkreises Miltenberg am zweiten Juliwochenende im Elsenfelder Bürgerzentrum statt.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.wahlen-in-mil.de/ergebnisse_2008/endergebnisse/5_MAIN_E.html
- ↑ Green City Energy AG: Windpark Bayerischer Odenwald. Abgerufen am 5. April 2013.
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende)
- ↑ http://geschichte-on-demand.de/miltenberg.html
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website
- Geschichtsportal Bayerischer Untermain
- Literatur von Landkreis Miltenberg im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Landkreis Miltenberg: Amtliche Statistik des LStDV
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