Ettenhausen TG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Ettenhausenf zu vermeiden.
Ettenhausen
Wappen von Ettenhausen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Frauenfeldw
Gemeinde: Aadorfi2
Postleitzahl: 8356
Koordinaten: 710040 / 25942047.4763398.898484534Koordinaten: 47° 28′ 35″ N, 8° 53′ 55″ O; CH1903: 710040 / 259420
Höhe: 534 m ü. M.
Fläche: 3,34 km²
Einwohner: 1174 (31. Dezember 2009)
Einwohnerdichte: 351 Einw. pro km²
Website: www.ettenhausen.ch
Ettenhausen

Ettenhausen

Karte
Ettenhausen TG (Schweiz)
Ettenhausen TG
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 1996

Ettenhausen ist eine ehemalige Ortsgemeinde in der politischen Gemeinde Aadorf im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau, Schweiz.

Zur Gemeinde Aadorf gehören die fünf früheren Ortsgemeinden Aadorf, Aawangen, Ettenhausen, Guntershausen und Wittenwil.

Geographie[Bearbeiten]

Ettenhausen am Fusse des Haselbergs ist die südlichste Ortschaft im Bezirk Frauenfeld. Sie grenzt nördlich, östlich und südlich an die früheren Thurgauer Ortsgemeinden Aadorf, Guntershausen und Bichelsee, nach Westen an die Zürcher Gemeinden Elgg und Hofstetten (ZH). Das Siedlungsgebiet von Ettenhausen umfasst 3,34 km². Der Ort liegt auf 543 m ü. M.. Der höchste Punkt ist mit 810 m ü. M. der Haselberg, den tiefsten Punkt markiert die Tänikonerstrasse mit 543 m ü. M.

Klima[Bearbeiten]

Die mittlere Niederschlagsmenge gemessen in der Wetterstation Tänikon beträgt 1180 mm im Jahr. Regen fällt an 158 Tagen im Jahr, davon sind 81 Sommer- und 77 Wintertage. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 8,2 Grad Celsius. Der kälteste Monat des Jahres ist mit einer mittleren Temperatur von -0,6 Grad Celsius der Monat Januar, der Wärmste mit durchschnittlich 16,9 Grad Celsius der Monat Juli.

Wappen[Bearbeiten]

Die Lilie und die Farben des Ettenhausener Gemeindewappens gehen auf das Kloster Tänikon zurück, das eine weisse Lilie auf blauem Grunde führte.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ettenhausen wurde als „Oetenhusen“ im Jahre 1278 erstmals urkundlich erwähnt. Damals hing Ettenhausen rechtlich und wirtschaftlich stark vom benachbarten Kloster Tänikon ab, mit welchem es häufig im Streit lag. Hauptsächlich ging es um Holznutzung und Weiderechte. Die Streitigkeiten endeten erst mit der Unterzeichnung des Ettenhausener Dorfrechts von 1512.

Über die Jahrhunderte hinweg, entstand in Ettenhausen eine der grössten Weinbaukulturen des Kantons Thurgau. Das Rebhandwerk bestimmte das Leben der Bauern- und Kleingewerbegemeinde. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts beginnen die Rebflächen zu schrumpfen und 1916 verschwanden die letzten Reben aus der Gemeinde, bis 1975 der Männerchor „Eintracht“ die Tradition des Weinbaus wiederaufnahm.

Zeittafel[Bearbeiten]

  • 1253: Erste urkundliche Erwähnung von Iltishausen als «Hiltishusen»
  • 1278: Erste urkundliche Erwähnung von Ettenhausen als «Oetenhusen»
  • 1320: Ettenhausen kommt zum Kloster Tänikon
  • 1347: Erste schriftliche Erwähnung des Ettenhauser Weins
  • 1512: Dorfrecht zwischen Ettenhausen und dem Kloster Tänikon
  • 1803–1871: Aus der «Gmeind Ettenhausen» entstehen allmählich die Bürgergemeinde als Körperschaft der am Bürgergut Beteiligten und die Ortsgemeinde als Einwohnergemeinde
  • 1827: Gründung der Primarschulgemeinde Ettenhausen
  • 1840: Bau der Wirtschaft «Schmiede»
  • 1871: Güterausscheidung zwischen der Bürgergemeinde und der Ortsgemeinde
  • 1873: Bau des Gasthofs «Hirschen»
  • 1874: Gründung der Feldschützen als ältester Ortsverein
  • 1880: Gründung der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Ettenhausen-Guntershausen
  • 1887: Eröffnung des Postbüros
  • 1896: Einführung des Telefons in Form einer Gemeindesprechstation
  • 1900: Erstellung der Hochdruck-Wasserversorgung und des Reservoirs
  • 1912: Einführung der Elektrizität auf genossenschaftlicher Basis (Elektra Ettenhausen)
  • 1916: Die letzten Weinstöcke im unteren westlichen Rebberg werden ausgerissen
  • 1922: Brand von je fünf Wohnhäusern und Scheunen in der Zehntenstrasse
  • 1947: Die Holzbau-Unternehmung Paul Baumgartner AG wird gegründet, der bis heute grösste Arbeitgeber
  • 1951–1959: Güterzusammenlegung (Feld, Wald und Entwässerungen)
  • 1959: Erste Ortsplanung mit Baureglement und Zonenplan; Totalrevision 1980
  • 1969: Einweihung der Schulanlage Weidli
  • 1975: Wiederbepflanzung eines Stücks des einstigen Rebberges durch den Männerchor
  • 1979: Gründung der Antennengenossenschaft Kilberg
  • 1983: Inbetriebnahme der neuen Post
  • 1991: Tod der russischen Schriftstellerin Alja Rachmanowa (* 1898)
  • 1991–1994: Gemeindereorganisation mit vier Abstimmungen, wovon zwei Zufallsresultate
  • 1992: Ettenhausen zählt 1000 Einwohner
  • 1996: Zusammenschluss der Gemeinden Aadorf, Aawangen, Ettenhausen, Guntershausen und Wittenwil zur Politischen Gemeinde Aadorf

Literatur[Bearbeiten]

  • Louis Hürlimann: Ettenhausen. Ein Gang durch seine Geschichte. 1999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ettenhausen TG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien