Elgg

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Elgg
Wappen von Elgg
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Winterthurw
BFS-Nr.: 0217i1f3f4
Postleitzahl: 8353
Koordinaten: 707760 / 26207147.5005568.868884530Koordinaten: 47° 30′ 2″ N, 8° 52′ 8″ O; CH1903: 707760 / 262071
Höhe: 530 m ü. M.
Fläche: 15.53 km²
Einwohner: 4034 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 238 Einw. pro km²
Website: www.elgg.ch
Elgg

Elgg

Karte
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Elgg (zürichdeutsch [elkː]) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Winterthur des schweizerischen Kantons Zürich.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Rot ein silberner Balken, begleitet von drei schwarzen, goldgezungten Bärenköpfen mit goldenen Halsbändern (2, 1)

Geographie[Bearbeiten]

Elgg liegt im oberen Eulachtal, ungefähr zwölf Kilometer östlich von Winterthur, unmittelbar an der Grenze zum Kanton Thurgau. Elgg gehört zu den sechs historischen Zürcher Landstädtchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name «Elgg» wurde erstmals im Jahre 760 schriftlich als Ailaghoga (761/67: Ailihccaugia) in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen erwähnt.[2] 1371 verlieh der Habsburger Herzog Leopold III. dem Ort das Stadtrecht. 1442 kauft Herdegen von Hinwil Schloss und Herrschaft Elgg; dessen Familie bestimmte während den folgenden 130 Jahren die Geschicke der Gemeinde, wobei den Bürgern gewisse Rechte wie die Wahl von drei Ratsherren zugestanden wurden.

Nach verschiedenen weiteren Besitzerwechseln kaufte 1712 Generalmajor Hans Felix Werdmüller vom damaligen Besitzer Herkules von Salis-Marschlins die Gerichtsherrschaft Elgg. Die Familie Werdmüller besitzt das Schloss Elgg – seit 1715 als Fideikommiss der „Werdmüller von Elgg“ – heute noch. Im Zuge der Helvetischen Revolution 1798 verzichteten die Werdmüllers auf sämtliche gerichtsherrschaftlichen Rechte, und Elgg gehört seither zum Kanton Zürich. In der damaligen Helvetischen Republik wurde Elgg als eine sogenannte Munizipalgemeinde, bestehend aus der politischen Gemeinde Elgg und der Zivilgemeinde Elgg, konstituiert. Nach mehreren Anläufen wurde 1990 die Zivilgemeinde abgeschafft.

1876 zerstörte ein Grossbrand das halbe Städtchen (42 Wohnhäuser, 47 Ökonomiegebäude etc.), welches anschliessend wieder aufgebaut wurde.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1634 1018
1792 2103
1836 1038
1850 1182
1900 1420
1950 2184
2000 3593
2005 3700
2010 3896[4]

Politik[Bearbeiten]

Der heutige Gemeinderat (Stand 2010) setzt sich aus 4 Vertretern und 3 Vertreterinnen der folgenden Parteien zusammen: Lokalpartei „soso,elgg“: 2 (darunter Gemeindepräsident Christoph Ziegler), SVP: 2, FDP: 1, SP: 1, Parteilos: 1. Bei den Kantonsratswahlen 2007 erzielten die SVP 33 %, SP 21 %, EVP 17 % und die FDP 11 % der Stimmen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Elgg wird im Halbstundentakt durch die Eisenbahnlinie Winterthur – St. Gallen der Schweizerischen Bundesbahnen sowie die Postautolinie Winterthur – Schlatt – Elgg erschlossen. Die Autobahnanschlüsse Matzingen, Oberwinterthur und Attikon, an den Autobahnen A1 und A7 sind innert weniger Minuten zu erreichen.

Kirchen[Bearbeiten]

In Elgg gibt es zwei Kirchen:

  • Die reformierte Kirche Elgg besitzt wegen ihrer Wandmalereien überregionale Bedeutung.
  • Die katholische Kirche St. Georg stammt aus dem Jahr 1982 und besitzt moderne Kunstwerke u.a. von Willi Buck, Christof Zünd und José de Nève.

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Altes Schützenhaus von 1638, rechts ist der Bogenansatz des einstigen Obertors erhalten, eines der drei Tore der Stadtbefestigung

Sehenswert ist der Dorfkern, der vier Hauptgassen mit Riegelhäusern und den Lindenplatz umfasst. Dort steht auch das bedeutendste Bauwerk des Zürcher Landstädtchens, die 2003/2004 renovierte, mit bedeutenden Wandmalereien geschmückte spätgotische Kirche von 1516, deren Anfänge auf das 8./9. Jahrhundert zurückgehen. Das über dem Flecken thronende Schloss Elgg geht auf eine Burg aus dem 12. Jahrhundert zurück und gehört seit Jahrhunderten der privaten Familienstiftung der „Werdmüller von Elgg“.

Ein Museum in einer der alten Weintrotten am Humberg präsentiert altes Handwerk das im Städtchen Tradition hatte, wie die Kammmacherei, die Zinngiesserei und den Ofenbau.

Brauchtum[Bearbeiten]

Die Einwohner pflegen den historischen Brauch des „Äschli“[5][6] jedes Jahr am Aschermittwoch. Das ist ein Umzug von schulpflichtigen Knaben in historischen Gewändern in Erinnerung an die Reisläuferei, der erstmals anfangs des 16. Jahrhunderts gefeiert wurde.

Ebenfalls seit Jahrhunderten wird jährlich anfangs Sommer der sogenannte „Waldumgang“ durchgeführt. Jeweils am Freitag vor dem 6. Dezember findet der alljährliche Klausmarkt statt. Von April bis Anfang Dezember ist jeden Samstag Markttag mit Frischprodukten, welche zum grössten Teil aus Elgg und der Umgebung stammen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ueli Müller: Elgg im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • K. Hauser: Geschichte der Stadt, Herrschaft und Gemeinde Elgg. Buchdruckerei H. Büche, Elgg 1895.
  • Karl Mietlich: Geschichte der Stadt, Herrschaft und Gemeinde Elgg. Volksverlag, Elgg 1946.
  • Hans Martin Gubler: Kunstdenkmäler der Schweiz Band 76 "Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 7 Der Bezirk Winterthur Südlicher Teil" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1986 ISBN 3-7643-1786-8 S. 282–417.
  • Helmut Jaeckel, Conrad Schneider: Elgger Leben Elgg Erleben. Obergass, Winterthur 2006, ISBN 978-3-033-00796-3.
  • Markus Stromer: Geschichte des Landstädtchens Elgg. Chronos, Zürich 2010, ISBN 978-3-0340-1053-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elgg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Vergleiche – auch zur ungelösten Namendeutung – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld 2005, S. 318 f.
  3. Der ganze Abschnitt nach Markus Stromer: Geschichte des Landstädtchens Elgg.
  4. elgg.ch: Gemeinde Elgg Online: Übersicht, Zugriff am 26. Januar 2011
  5. Website der Aschermittwoch-Gesellschaft (Träger des „Äschli“-Brauchs)
  6. Der Elgger-Brauch „Äschli“ dargestellt auf der Gemeinde-Website