Eugene McCarthy

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Eugene Joseph McCarthy
McCarty (hinten) im Gespräch mit Präsident Johnson im Cabinet Room des Weißen Hauses, Juni 1968

Eugene Joseph McCarthy (* 29. März 1916 in Watkins, Meeker County, Minnesota; † 10. Dezember 2005 in Georgetown, Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Politiker, der den Bundesstaat Minnesota in beiden Kammern des Kongresses vertrat.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

McCarthy, Katholik irischer Abstammung, gehörte von 1948 bis 1958 als Vertreter der Demokraten dem Repräsentantenhaus an; danach war er von 1959 bis 1971 US-Senator für Minnesota.

Er war ein Gegner seines Namensvetters, des antikommunistischen „Hexenjägers“ Joseph McCarthy, und trat für eine strengere Kontrolle der CIA ein. Im Jahr 1960 schlug er Adlai Stevenson zum Präsidentschaftskandidaten vor, obwohl die Wahl von John F. Kennedy schon fast feststand. 1968 trat er bei den Vorwahlen zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten an, mit überraschend guten Ergebnissen in New Hampshire (nur knappe Niederlage gegen Präsident Lyndon B. Johnson) und Oregon (Sieg über Robert Kennedy), unterlag aber auf der Democratic National Convention in Chicago nach der überraschenden Ermordung Robert F. Kennedys im Juni dem damaligen Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey - vermutlich wegen seiner zu „linken“ Positionen. Humphrey wurde zudem von Parteiestablishment und Präsident Johnson unterstützt. Da 1968 im Gegensatz zu heute die Mehrheit der Delegierten auf dem Nominierungsparteitag von den lokalen Parteimaschinen bestimmt wurden, konnte sich Humphrey durchsetzten, ohne an den Vorwahlen teilgenommen zu haben. Letztlich verlor Humphrey jedoch die Wahl gegen den Republikaner Richard Nixon. Eugene McCarthy verblieb dennoch eine demokratische Antikriegs-Ikone. Für die Senatswahl 1970 strebte er keine weitere sechsjährige Amtszeit an, nachdem ihm nur wenig Chancen eingeräumt wurden, erneut als Kandidat seiner Partei für diesen Posten nominiert zu werden. Durch seine Präsidentschaftskampagne von 1968 hatte er sich bei der demokratischen Parteiführung unbeliebt gemacht. An seiner Stelle kandidierte Hubert Humphrey, der dann auch zu seinem Nachfolger gewählt wurde. McCarthy schied daher im Januar 1971 aus dem Kongress aus. Auch der Versuch, 1972 Präsidentschaftskandidat seiner Partei zu werden, scheiterte frühzeitig. An der Präsidentschaftswahl 1976 nahm er als unabhängiger Kandidat teil, wobei er auf 740.460 Stimmen und damit einen Anteil von 0,91 Prozent kam; dies bedeutete den dritten Platz hinter dem siegreichen Demokraten Jimmy Carter und Amtsinhaber Gerald Ford.

Von 1973 bis 1974 war er Professor für Politikwissenschaft an der „New School for Social Research“. Seit 1977 war er freischaffender Autor. Eugene McCarthy verstarb im Schlaf am 10. Dezember 2005 in einem Pflegeheim bei Georgetown.

Werke[Bearbeiten]

  • Frontiers in American Democracy (1960)
  • Dictionary of American Politics (1962)
  • A Liberal Answer to the Conservative Challenge (1964)
  • The Limits of Power: America's Role in the World (1967)
  • The Year of the People (1969)
  • Mr. Raccoon and His Friends (1977; Academy Press Ltd., Chicago, IL) Kindergeschichten, illustriert von James Ecklund
  • A Political Bestiary, von Eugene J. McCarthy und James J. Kilpatrick (1979) (ISBN 0-380-46508-6)
  • The Ultimate Tyranny: The Majority Over the Majority (ISBN 0-15-192581-X)
  • Gene McCarthy's Minnesota: Memories of a Native Son (1982) (ISBN 0-86683-681-0)
  • Complexities and Contrarities (1982) (ISBN 0-15-121202-3)
  • Up Til Now: A Memoir (1987)
  • Required Reading: A Decade of Political Wit and Wisdom (1988) (ISBN 0-15-176880-3)
  • Nonfinancial Economics: The Case for Shorter Hours of Work, von Eugene McCarthy und William McGaughey (1989) (ISBN 0-275-92514-5)
  • A Colony of the World: The United States Today (1992) (ISBN 0-7818-0102-8)
  • Eugene J. McCarthy: Selected Poems, von Eugene J. McCarthy, Ray Howe (1997) (ISBN 1-883477-15-8)
  • No-Fault Politics (1998) (ISBN 0-8129-3016-9)
  • 1968: War and Democracy (2000) (ISBN 1-883477-37-9)
  • Hard Years: Antidotes to Authoritarians (2001) (ISBN 1-883477-38-7)
  • From Rappahannock County (2002) (ISBN 1-883477-51-4)
  • Parting Shots from My Brittle Brow: Reflections on American Politics and Life (2005) (ISBN 1-55591-528-0)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eugene McCarthy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien