Fertőrákos

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Fertőrákos
Wappen von Fertőrákos
Fertőrákos (Ungarn)
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Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Westtransdanubien
Komitat: Győr-Moson-Sopron
Kleingebiet bis 31.12.2012: Sopron-Fertőd
Koordinaten: 47° 43′ N, 16° 39′ O47.71666666666716.65Koordinaten: 47° 43′ 0″ N, 16° 39′ 0″ O
Fläche: 99,68 km²
Einwohner: 2.146 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 99
Postleitzahl: 9421
KSH kódja: 12414
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeisterin: Márta Baltigh (Fidesz)
Postanschrift: Fő u. 139
9421 Fertőrákos
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)
Luftbild: Fertőrákos

Fertőrákos [ˈfɛrtøːraːkoʃ] (deutsch: Kroisbach, kroatisch: Krojspuh) ist eine ungarische Gemeinde im Komitat Győr-Moson-Sopron mit 2.182 Einwohnern (2001). Sie liegt am Neusiedler See (ungar. Fertő-tó) etwa 10 km nordöstlich von Sopron (deutsch Ödenburg), direkt an der Grenze zu Österreich. Die Gemeinde ist heute Teil des österreichisch-ungarischen UNESCO-Welterbes „Fertő / Neusiedler See“ bzw. des Nationalparks Fertő-Hanság.

Ein nur für Radfahrer zugelassener Fahrweg (Teil des Neusiedler-See-Radwegs) verbindet Fertőrákos mit der nördlich angrenzenden österreichischen Gemeinde Mörbisch am See; von dort aus kann bis zur Staatsgrenze auch mit dem Auto gefahren werden, Grenzkontrollen finden seit 2008 nicht mehr statt. Direkt an der ungarischen Seite der Staatsgrenze befindet sich an diesem Fahrweg die so genannte Mithrasgrotte, in der ein vor 1900 wieder aufgefundenes Mithrasrelief aus der römischen Zeit Pannoniens zu sehen ist. Fertőrákos besitzt weiters eine Hafenanlage sowie ein Seebad, das früher für die kommunistischen Kader reserviert und daher bis 1989 nicht allgemein zugänglich war.

Die Ortschaft wurde 1199 erstmals mit dem Namen Racus erwähnt. 1457 wurde sie im Deutschen erstmals als Krewspach, später als Kroisbach bezeichnet und gehörte seit dem Hochmittelalter zum geschlossenen deutschen Sprachgebiet Westungarns (ungarische Volkszählung von 1880: 90,9 % Deutsche, VZ 1920: 96,6 %, VZ 1930: 96 %).

Fertőrákos (Kroisbach) gehörte zu den fünf umliegenden Gemeinden von Ödenburg, die sich in der Volksabstimmung 1921 im Burgenland großteils für den Anschluss an Österreich entschieden, Kroisbach mit über 60 %, aufgrund des Gesamtergebnisses der Abstimmung dennoch bei Ungarn verblieben. 1945/46 wurde der Großteil der deutschsprachigen Einwohner nach Österreich und Deutschland vertrieben. Eine österreichische Schätzung von 1970 ging von 10 % deutschsprachigen Bürgern aus.

Im Höhlentheater von Fertőrákos und in Sopron findet alljährlich das Wagner-Liszt-Festival statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Manherz: Sprachgeographie und Sprachsoziologie der deutschen Mundarten in Westungarn. Böhlau Verlag Köln - Wien 1978, ISBN 3-412-03378-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fertőrákos – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien