Flughafen Karup

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Karup Lufthavn
Flyvestation Karup
Karup - Flyvestation Karup.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EKKA
IATA-Code KRP
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 20 km nordöstlich von Herning
Straße N. O. Hansens Vej 4, DK-7470 Karup
Basisdaten
Eröffnung 9. August 1940
Betreiber Karup Lufthavn a.m.b.a.
dänische Luftstreitkräfte
Fläche 2900 ha
Terminals 1
Passagiere 305.628 (2010)
Start- und Landebahnen
09L/27R 2992 m × 23 m Asphalt
09/27 2789 m × 60 m Gras/Erde
09RL/27L 2928 m × 46 m Beton/Asphalt
04/22 2936 m × 15 m Beton/Asphalt
14/32 782 m × 18 m Beton/Asphalt

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Der Karup Airport (dän. Karup Lufthavn) ist ein als Regionalflughafen zivil mitgenutzter Militärflugplatz der Königlich-Dänischen Luftstreitkräfte, die die Einrichtung unter der Bezeichnung Flyvestation Karup u. a. als Stützpunkt ihres Helicopter Wing, eines Hubschraubergeschwaders, nutzen. Der größte Militärflugplatz Nordeuropas, auf dem sich mehr als 1000 Gebäude befinden, liegt 25 km südwestlich Viborgs in der gleichnamigen Kommune an der Primærrute 12 im Südwesten der Gemeinde Karup.

Geschichte[Bearbeiten]

Ein dänisches Kampfflugzeug vom Typ Saab RF-35 „Draken“ während der Übung REFORGER '82 auf dem Luftwaffenstützpunkt Karup

Die Einrichtung entstand nach der Besetzung Dänemarks durch die deutsche Wehrmacht im April 1940 und wurde im Sommer des Jahres in Betrieb genommen. Die deutsche Luftwaffe nutzte den Einsatzhafen Grove, so der ursprüngliche Name, nach seiner Fertigstellung insbesondere als Stützpunkt von Abfangjägern gegen alliierte Bomber. Bei Beginn der Luftschlacht um England am 8. August 1940 lag hier die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 30. Diese griff als Teil des X. Fliegerkorps der Luftflotte 5 in die Kämpfe auf der Britischen Insel ein. Der Einsatzhafen Grove wurde im Laufe des Krieges zum Fliegerhorst erweitert und war mit Aalborg-West einer der am stärksten befestigten Flugplätze der Luftwaffe im besetzten Westeuropa. Grove war auch einer der wenigen Stützpunkte, von dem He 219 Nachtjäger operierten.

Im Jahr 1942 war Grove zunächst jedoch für wenige Monate Standort der Jagdfliegerschule 3. Zwischen November 1942 und Anfang Januar 1944 war Grove dann bis auf eine in Aalborg-West liegende Staffel Heimathorst der IV. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 3 (IV./NJG 3), die anfangs mit Bf 110 und Do 217 ausgerüstet war. Letztere wurde im Sommer 1943 durch Ju 88C ersetzt. Eine Staffel blieb jedoch noch bis zum Spätsommer 1944 in Grove liegen. Hinzu kamen zwischen April und Juli 1944 die I. Gruppe des Kampfgeschwaders 26 (I./KG 26), die die He 111H und Ju 88C flog.

Zwischen Juni 1944 und Anfang Mai 1945 war die Schul- bzw. später Stabsstaffel des gleichen Geschwaders in Grove beheimatet und im Sommer 1944 lag hier parallel für eine kurze Zeit die im Juli 1944 aufgestellte Schulstaffel des Nachtjagdgeschwaders 1 (NJG 1). Die mit Ju 88G ausgerüstete II. Gruppe des NJG 3 kam Anfang September 1944 auf den Platz und wurde im Spätherbst durch die I. Gruppe abgelöst. Sie blieb hier bis Kriegsende, bestand jedoch ab Ende März 1945 nur noch aus einer Staffel.

Nach 1947 erweiterten die dänischen Streitkräfte die Flyvestation Karup zu einer Basis von Flugzeugen, Hubschraubern und Raketen sowie um Einsatzunterstützungsbereiche.

Im Jahr 1949 wurde in Karup die 3. Flottille der dänischen Marineflieger mit Meteor F4/T7 aufgestellt. Zwei Jahre später wurde die Flottille als 723. Staffel in die neuen Luftstreitkräfte überführt, die im gleichen Jahr mit der 724. eine zweite Meteor-Staffel aktivierten. Beide Staffeln wurden bereits im folgenden Jahr nach Aalborg (West) verlegt. Ende 1952 wurde eine weitere Staffel, die 727. Eskadrille aufgestellt. Diese sollte hier bis 1974 stationiert bleiben und flog zunächst bis 1959 die F-84E/G und anschließend die F-100D. Neben den Einsitzern wurden auch einige F/TF-100F Trainer eingesetzt. Zwischen 1959 und 1961 lag hier zusätzlich die 730. Staffel, die die F-84G noch zwei Jahre in Karup weiterflog. Eine weitere Staffel, die 729. Eskadrille, flog die RF-84F-Aufklärer bis 1971.

Das NATO-Regionalkommando Allied Command Baltic Approaches (BALTAP) wurde 1962 in Karup aufgestellt und war bis 2002 ein weiterer Nutzer der weitläufigen Militärbasis.

Auf Betreiben lokaler Politiker begann am 1. November 1965 die zivile Mitnutzung, zunächst in angemieteten Gebäuden des Militärs und ab 1968 in einem eigenen Terminal. Die erste vom Karup Lufthavn mit Heron bediente Destination war Kopenhagen. Neben der SAS war Cimber Sterling ein wichtiger "Carrier" in Karup.

Eine weitere Jetstaffel der Luftstreitkräfte in Karup war die 725. Eskadron, die zwischen 1970 und Dezember 1991 die F/TF-35XD Draken einsetzte. Im Mai 1971 begann auch die Umrüstung der Aufklärerstaffel, die die Draken in den drei Versionen F/RF/TF-35XD bis Dezember 1993 flog.

Ein neues ziviles Terminal, genannt „Glasshouse“ wurde 1991 eröffnet. Die Passagierzahlen stiegen bis 2010 langsam aber stetig auf über 300.000 jährlich, fast ausschließlich auf innerdänischen Flügen. Nach der Insolvenz von Cimber Sterling im Jahr 2012 ist Norwegian die einzige Linien-Fluggesellschaft, die Karup in ihrem Flugplan hat.

Im Jahre 2003 übernahm die Flyvevåbnet die Hughes 500M und Fennec der Heeresflieger als 724. Staffel und stationierte sie in Karup. Die S-61A Sea King der 722. Staffel sowie die Marinehelikopter vom Typ Lynx kamen 2004 hinzu. Die Hughes 500M wurden ein Jahr später außer Dienst gestellt und die erste Merlin als Ersatz der Sea King traf 2006 ein. Die Marinehelikopter wurden ab 2011 wieder in die Luftstreitkräfte zurückgegliedert und bildeten fortan de 723. Staffel.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Merlin 512, 2011

Die Flyvestation Karup wird zur Zeit (2013) wie folgt genutzt:

  • Helikopter Wing Karup mit drei Staffeln, der Eskadrille 722 (AW101), 723 (Westland Lynx, Bordhubschrauber) und 724 (Fennec)
  • Flyveskolen (Flugschule, mit T-17)

Daneben beherbergt die Militärbasis eine Reihe weiterer nichtfliegender Verbände, hierzu gehören auch höhere Kommandobehörden der dänischen Land- und Luftstreitkräfte.

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Von Karup aus starten Maschinen nach Kopenhagen (Norwegian Air Shuttle).

Siehe auch[Bearbeiten]

Allied Command Baltic Approaches

Weblinks[Bearbeiten]