Flughafen Aalborg

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Aalborg Lufthavn
Flyvestation Aalborg
EKYT Terminal.JPG
Kenndaten
ICAO-Code EKYT
IATA-Code AAL
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 6,5 km nordwestlich von Aalborg
Straße Ny Lufthavnsvej 100, DK-9400 Nørresundby
Bahn Lindholm Station
Verbindung bis Aalborg Lufthavn voraussichtlich 2019 fertig
Nahverkehr Nahverkehr Stadtbus Aalborg
Basisdaten
Eröffnung 4. September 1936
Betreiber Aalborg Lufthavn a.m.b.a.
Fläche - -- ha
Terminals 1
Passagiere 1.008.712 (2007)
Luftfracht 1.163 t (2006)
Flug-
bewegungen
21703 (2006)
Beschäftigte 150
Start- und Landebahnen
08R/26L 2549 m × 23 m Asphalt
08L/26R 2654 m × 45 m

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Der Flughafen Aalborg (dän. Aalborg Lufthavn) ist der drittgrößte Flughafen in Dänemark und befindet sich 6,5 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Aalborg. Sein Passagieraufkommen lag 2011 bei 1,4 Millionen Fluggästen. Daneben nutzten die Königlich-Dänischen Luftstreitkräfte die Einrichtung unter der Bezeichnung Flyvestation Aalborg als Stützpunkt ihres Air Transport Wing, eines Lufttransportgeschwaders.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen Aalborg wurde am 4. September 1936 eröffnet. Mit ihm sollte die Region Nordjütland eine Luftbrücke nach Kopenhagen erhalten. Es war die erste Inlandsverbindung Dänemarks. Ein One-Way-Ticket kostete damals 25 dänische Kronen. „I hundrede Minuter fra København til Aalborg.“ – In hundert Minuten von Kopenhagen nach Aalborg. Mit diesen Worten wurde die Route damals angepriesen. Heute dauert ein Flug nur noch 35 Minuten.

Kurz nach der Besetzung Dänemarks durch die deutsche Wehrmacht im Rahmen der Operation Weserübung im Frühjahr 1940 war „Aalborg-West“ ein wichtiger Zwischenstopp der Luftwaffe für Flüge an den norwegischen Kriegsschauplatz. Im Zeitraum 9. bis 11. April wurden hier bis zu 500 Ju 52-Flüge abgefertigt. (Anmerkung: Im Krieg gab es zwei weitere Flugplätze, „Aalborg-Ost“, auf dem die Luftwaffe Bf 109 stationiert hatte, sowie „Aalborg-See“.) Bei Beginn der Luftschlacht um England am 8. August 1940 lag hier die I. und III. Gruppe des Kampfgeschwaders 30. Diese griffen als Teil des X. Fliegerkorps der Luftflotte 5 in die Kämpfe auf der Britischen Insel ein.

Aalborg-West wurde im Laufe des Krieges zusammen mit dem benachbarten Fliegerhorst Grove zu einem der am stärksten befestigten Flugplätze der Luftwaffe im besetzten Westeuropa ausgebaut. In den Jahren 1940 und 1941 waren hier für jeweils einige Monate die He 111H mal der I. und mal der II. Gruppe des Kampfgeschwaders 26 (I. und II./KG 26) stationiert. Zwischen November 1942 und Anfang Januar 1944 lag hier eine Staffel der IV. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 3 (IV./NJG 3), die anfangs mit Bf 110 und Do 217 ausgerüstet war, in Aalborg-West. Letztere wurde im Sommer 1943 durch Ju 88C ersetzt.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht die hier zwischen 1940 und 1945 stationiert waren.

Von Bis Einheit[1]
April 1940 April 1940 I./ZG 1 (I. Gruppe des Zerstörergeschwaders 1)
April 1940 Mai 1940 KGr. 100
April 1940 April 1940 Stab, I./KG 26 (Stab und I. Gruppe des Kampfgeschwaders 26)
April 1940 Mai 1940 II./KG 26
April 1940 April 1940 III./KG 26
April 1940 April 1940 Teile der I./KG 40
Juli 1940 August 1940 Stab, I., III./KG 30
August 1940 August 1940 I./JG 77 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 77)
September 1940 September 1940 II./JG 51
Februar 1941 März 1941 Stab, I./KG 26
Februar 1942 Februar 1942 III./JG 1
Mai 1942 Mai 1942 III./JG 1
Januar 1943 März 1943 Stab, III./KG 6
März 1943 Mai 1943 Stab, I., III./KG 30
Mai 1943 Juni 1943 II./KG 30
März 1944 Mai 1945 II./KG 100

Seit 1946 wird der Flughafen von SAS angeflogen. Von 2006 bis in den Herbst 2008 gab es auch Verbindungen der Billigfluglinie Sterling.dk von Aalborg aus nach Kopenhagen und London-Gatwick. Mit der Insolvenz und Aufkauf durch Cimber Air ist die Route nach Paris aufgegeben worden.

F-104 als Gate Guard, 2006

Die militärische Nutzung Aalborgs wurde nach Kriegsende fortgesetzt. Nach Beginn des Kalten Krieges verlegten zwei Kampfstaffeln, die 723. und 724. Eskadrille, aus Karup nach Aalborg und erhielten dabei Meteor NF.11 Nachtjäger. Letztere wurde bereits 1956 auf Hunter F.51 Tagjäger umgerüstet und setzte dieses Muster bis März 1974 ein. Erstere erhielt 1958 F-86D, die sie bis 1966 betrieb. Eine weitere Staffel, die 726., deren F-86D seit 1958 ebenfalls in Aalborg lagen, erhielt 1964 die überschallschnelle F-104 während bei der 723. die Einführung des „Starfighters“ im September 1965 erfolgte. Die Dänen flogen die Versionen F-104G, TF-104G und ab 1971 auch einige CF-104D. Die Umrüstung auf die heute nur noch in Skrydstrup geflogene F-16A/B begann 1983 bei der 723. und drei Jahre später bei der 726. Eskadrille. Im Zuge von zwei weiteren Verkleinerungswellen der Flyvevåbnet nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Aalborger Staffeln im Januar 2001 und Ende 2005 aufgelöst und die permanente Kampfflugzeug-Stationierung endete damit in Aalborg. Seit 2004 dient der militärische Bereich des Flughafens nunmehr als Transportfliegerbasis.

Standort[Bearbeiten]

Der Flughafen Aalborg liegt zwischen Aabybro und Nørresundby direkt an der Primaerrute 55, welche von Aalborg nach Hirtshals verläuft. Die nächstgelegene Autobahnausfahrt ist die Ausfahrt Nummer 22 der Europastraße 45. Der Flughafen ist ebenfalls ein Stützpunkt der Königlich-Dänischen Luftwaffe.

Der Flughafen ist an das Stadt- und Regionalbusnetz von Aalborg angebunden. 2019 wird voraussichtlich eine Bahnverbindung bis zum Flughafens fertiggestellt sein.[2]

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Die Flyvestation Aalborg wurde nach Schließung der Basis Værløse am 1. April 2004 die Basis der dänischen Transportflugzeuge, zur Zeit (2013):

Darüber hinaus sind auch hier einige T-17 stationiert.

Siehe auch: Nordic Air Transport Command

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Von Aalborg aus starten Maschinen direkt nach:

Fluggesellschaft Ziele
Air Greenland Kangerlussuaq
Air Norway Oslo[3]
Atlantic Airways Vágar
British Airways
operated by Sun Air of Scandinavia
Oslo
Danish Air Transport Stavanger[4]
Greenland Express Kangerlussuaq, Keflavik, Narsarsuaq[5]
KLM Amsterdam[6]
Norwegian Air Shuttle Kopenhagen, Alicante, Gran Canaria, London, Málaga, Mallorca
SAS Scandinavian Airlines Kopenhagen, Oslo, Nizza, Split, Stockholm
Turkish Airlines Istanbul
Vueling Barcelona

Vorfall im September 2007[Bearbeiten]

Am 9. September 2007 musste eine Bombardier Q400 Dash 8 der Fluggesellschaft SAS, die von Kopenhagen aus nach Aalborg gestartet war, notlanden. Das rechte Fahrwerk, welches zwar ausgefahren werden konnte, aber aus bisher ungeklärten Gründen nicht belastbar war, brach unter dem Gewicht des Flugzeugs zusammen. Dies hatte zur Folge, dass das rechte Triebwerk der Maschine mit voller Wucht auf der Landebahn 26R aufschlug und der Propeller dabei völlig zerstört wurde. Einer der Propellerflügel bohrte sich in die Flugzeugkabine und verletzte einen Passagier schwer, außerdem gab es elf Leichtverletzte. Nach weiteren Unfällen mit diesem Flugzeugtyp entschied SAS am 28. Oktober 2007, alle Flugzeuge dieses Typs unbefristet stillzulegen, von denen die Fluggesellschaft 22 Stück besaß. Derzeit wird die Route Kopenhagen-Aalborg mit anderen Flugzeugen der SAS-Flotte bedient.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45, Denmark, S. 3–5, abgerufen am 6. September 2014
  2. Ny bane til Aalborg Lufthavn. Banedanmark, abgerufen am 23. März 2014.
  3. Oslo. Aalborg Lufthavn, abgerufen am 23. März 2014.
  4. Stavanger. Aalborg Lufthavn, abgerufen am 23. März 2014.
  5. About Us. Greenland Express, abgerufen am 23. März 2014.
  6. Amsterdam. Aalborg Lufthavn, abgerufen am 23. März 2014.

Weblinks[Bearbeiten]