Focke-Wulf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Focke-Wulf-Flugzeugbau AG (ab 1936 GmbH) war ein deutscher Flugzeughersteller aus Bremen. Das 1923 gegründete Unternehmen verschmolz 1963 mit der Weser-Flugzeugbau GmbH zu den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW).

Firmenlogo
1932 – Focke-Wulf Fw 44
1939 – Focke-Wulf Fw 190
1943 – Focke-Achgelis Fa 330

Geschichte[Bearbeiten]

Henrich Focke, Georg Wulf und Hans Kolthoff hatten 1912 gemeinsam das Motorflugzeug A 4 konstruiert. Im Herbst 1914 ließen sie ihren noch im Rohbau befindlichen sechsten Entwurf A 6 zurück, um in die Fliegertruppe einzutreten. Nach dem Krieg bauten Focke und Wulf dann den zweisitzigen A 7 Storch, der im November 1921 zum ersten Mal abhob, jedoch kurze Zeit später von einem Sturm zerstört und neu aufgebaut wurde.[1] Am 24. Oktober 1923 gründeten sie die Bremer Flugzeugbau AG. Hieraus wurde die Die Focke-Wulf-Flugzeugbau AG in Bremen am 1. Januar 1924 gegründet. Die Gründer waren die Bremer Kaufleute Otto Bernhard, Otto Schurig und Ludwig Roselius[2], sowie Henrich Focke als Konstruktionsleiter, Georg Wulf als Erprobungsleiter und Dr. Werner Naumann als kaufmännischer Leiter. Am 29. April 1926 wurde die Gesellschaft in Norddeutsche Luftverkehr AG umbenannt. Wulf kam 1927 bei einem Testflug ums Leben.

1931 wurde das Unternehmen mit der Albatros Flugzeugwerke GmbH, Berlin zwangsfusioniert und hieß für kurze Zeit Focke-Wulf-Albatros AG. 1936 erfolgte die Umwandlung der Aktiengesellschaft in eine GmbH.

1933 schied Henrich Focke aus der Unternehmensleitung aus. An der Entwicklung des Drehflüglers Focke-Wulf Fw 61 war er noch beteiligt. Die technische Leitung ging an Kurt Tank über. Henrich Focke gründete stattdessen 1937 die Firma Focke, Achgelis und Co. GmbH in Delmenhorst, die sich auf die Entwicklung von Hub- und Tragschraubern spezialisiert. Die Focke-Wulf Fw 61 wurde daraufhin in Focke-Achgelis Fa 61 umbenannt. In Marienburg entstand zu Kriegsbeginn ein großes Zweigwerk. 1944 vereinigte sich Focke, Achgelis und Co. mit der Weser-Flugzeugbau GmbH (umgangssprachlich „Weserflug“ genannt). Im Januar 1945 wurde der Mitgründer Senator Bernhard Aufsichtsratsvorsitzender.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Flugzeugproduktion zunächst eingestellt werden. Ein Teil der Flugzeughallen wurde ab 1947 von Nordmende genutzt. Im Jahr 1951 nahm Focke-Wulf den Bau von Segelflugzeugen, 1955 den von Motorflugzeugen wieder auf. Der Raumfahrtbereich wurde 1961 ausgegliedert und in das neue Unternehmen ERNO eingebracht.

1963 erfolgte die Verschmelzung von Focke-Wulf mit der Weser-Flugzeugbau GmbH zu den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW). Die Unternehmensteile gingen später in den Besitz von EADS und Airbus über.

Produkte[Bearbeiten]

Flugzeuge[Bearbeiten]

Das erste hergestellte Flugzeug war die Focke-Wulf A 16, ein kleines Verkehrsflugzeug. Bei der Erprobung eines Prototyps kam Georg Wulf am 29. September 1927 ums Leben.

Die Focke-Wulf Fw 200 „Condor“ wurde als Verkehrsflugzeug für Flüge zwischen Berlin und New York (ohne Zwischenlandung) konstruiert. Im Laufe des Krieges wurde sie auch als Bomber und Fernaufklärer verwendet. Die „Condor“ besaß eine weit größere Reichweite als alle anderen in Serienproduktion gebauten deutschen Bomber.

Kurt Tank war der Konstrukteur der Fw 190. Es gilt als eines der besten Jagdflugzeuge des Zweiten Weltkrieges. Die auch den Beinamen „Würger“ führende Fw 190 war bei ihrer Einführung den britischen Jagdflugzeugen Supermarine Spitfire Mk.VB und Hawker Hurricane in Leistung und Bewaffnung überlegen. Die Zuführung der ersten Serienmaschinen an die Fronteinheiten begann Mitte 1941.

Hubschrauber[Bearbeiten]

Die Focke-Wulf-Flugzeugbau AG baute in den Jahren 1932 bis 1938 unter der Lizenz des Spaniers Juan de la Cierva 43 Tragschrauber des Typs Cierva C30, die in Deutschland unter dem Namen „C30-Heuschrecke“ bekannt waren, und sammelte damit Erfahrung für den Bau eigener Hubschrauber.

Henrich Focke erfand und konstruierte den ersten flugfähigen und vollsteuerbaren Hubschrauber der Welt, die Focke-Wulf Fw 61 von 1936.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FliegerRevue Februar 2010; S. 56–58; Focke-Wulfs Vögel
  2. Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon S.73, 268; Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Focke-Wulf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien