Friedrich von Rabenau
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Friedrich von Rabenau (* 10. Oktober 1884 in Berlin; † 12. oder 13. April 1945 im KZ Flossenbürg) war ein deutscher General, Theologe und Opfer des Nationalsozialismus.
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[Bearbeiten] Leben
Von Rabenau war Berufsoffizier. 1936 wurde er vom damaligen Chef des Generalstabes, Generaloberst Ludwig August Theodor Beck, beauftragt, ausgehend vom Reichsarchiv erstmalig ein eigenständiges zentrales deutsches Heeresarchiv in Potsdam aufzubauen. Die wissenschaftliche Seriosität der gesammelten Quellen ging ihm über alles, und er wollte ideologische Verfälschungen verhindern.
Sein christlicher Glaube ließ ihn zum frühen Gegner des Nationalsozialismus werden. Von Rabenau war Rechtsritter des Johanniterordens. So trat er als evangelischer Christ und General entschieden und erfolgreich beim damaligen Reichsführer SS Heinrich Himmler für den Erhalt der Abtei Maria Laach ein, worum ihn Kardinal Graf von Galen in Münster gebeten hatte. Rabenau schloss sich jedoch keiner Widerstandsgruppe an, wurde aber Verbindungsmann zwischen Generaloberst Ludwig Beck und Carl Friedrich Goerdeler, den er aus seiner Zeit als Abteilungskommandeur in Königsberg/OPr. her kannte.
1937 gehörte er zu denen, die Die Erklärung der 96 evangelischen Kirchenführer gegen Alfred Rosenberg wegen dessen Schrift Protestantische Rompilger unterzeichneten. [1]
Mitte 1942 wurde von Rabenau seines Amtes enthoben und im Rang eines Generals der Artillerie in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Er studierte evangelische Theologie an der Universität in Berlin und erhielt 1943 den Titel Licentiatus theologiae. Er dissertierte über die Militärseelsorge [2].
Nach dem 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und am 15. April 1945 als einer der letzten Insassen im KZ Flossenbürg auf ausdrücklichen Befehl Heinrich Himmlers ermordet, ohne dass jemals ein Verfahren gegen ihn eröffnet worden oder auch nur Anklage gegen ihn erhoben worden wäre.
Von Rabenau war mit Eva Kautz verheiratet und hinterließ zwei Töchter.
[Bearbeiten] Publikationen (Auswahl)
- Die alte Armee und die junge Generation. Berlin: Mittler 1925.
- Buch und Schwert. Leipzig: Oberbürgermeister 1940.
- Operative Entschlüsse gegen einen an Zahl überlegenen Gegner. Berlin: Mittler 1935.
- Von Geist und Seele des Soldaten. Berlin: Eher 1940.
- Geistige und seelische Probleme im jetzigen Krieg. Berlin: Eher 1940.
- Scharnhorst nach 1808 - Seeckt nach 1918. Berlin: Landesgeschichtl. Vereinigg. f. d. Mark Brandenburg 1939.
- Seeckt. Leipzig: v. Hase & Koehler 1938.
- Hans von Seeckt. Aus seinem Leben 1866-1917.
- Hans von Seeckt. Aus seinem Leben 1918-1936.
- Vom Sinn des Soldatentums. Köln 1941: Du Mont Schauberg.
aus: Liste der auszusondernden Literatur (Berlin: Zentralverlag, 1946), Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone [3]
[Bearbeiten] Literatur
- Manfred Kehrig: Rabenau, Friedrich v.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, S. 67 f.
- Horst Mühleisen: Friedrich von Rabenau : Soldat, Archivar und Gelehrter ; zu seinem fünfzigsten Todestag. In: Archivalische Zeitschrift 79 (1996), S. 127–140. [1]
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Friedrich von Rabenau im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Tod von Friedrich von Rabenau
- Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Friedrich Siegmund-Schultze (Hg.): Ökumenisches Jahrbuch; Zürich: Max Niehans Verlag, 1939
- ↑ Nachlass im Bundesarchiv
- ↑ Datenbank Schrift und Bild 1900-1960
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rabenau, Friedrich von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher General, Theologe und Opfer des Nationalsozialismus |
| GEBURTSDATUM | 10. Oktober 1884 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 12. April 1945 oder 13. April 1945 |
| STERBEORT | KZ Flossenbürg |

