Goldenes Gift

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Filmdaten
Deutscher Titel Goldenes Gift
Originaltitel Out of the Past
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1947
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Jacques Tourneur
Drehbuch Daniel Mainwaring
Produktion Warren Duff
Musik Roy Webb
Kamera Nicholas Musuraca
Schnitt Samuel E. Beetley
Besetzung

Goldenes Gift (Originaltitel Out of the Past) ist ein in Schwarzweiß gedrehter US-amerikanischer Film noir von Jacques Tourneur aus dem Jahre 1947. Er basiert auf dem Roman Goldenes Gift (Build My Gallows High) von Geoffrey Homes, einem Pseudonym des Autors Daniel Mainwaring.

Handlung[Bearbeiten]

Jeff Bailey führt eine Tankstelle in Bridgeport, Kalifornien, und ist liiert mit der Einheimischen Ann Miller. Als der zwielichtige Joe Stephanos ihn in Bridgeport aufspürt, holt ihn seine Vergangenheit ein. Er erzählt Ann seine Vorgeschichte, die in einer Rückblende aufgerollt wird.

Bailey heißt in Wirklichkeit Jeff Markham, mit seinem Partner Jack Fisher leitete er eine Privatdetektivkanzlei in New York. Der Gangsterboss Whit Sterling engagierte ihn, um seine entlaufene Freundin Kathie wiederzufinden. Sie hatte auf Sterling geschossen und ihm 40.000 US-Dollar entwendet. Die Spur führte Jeff ins mexikanische Acapulco, wo es ihm tatsächlich gelang, Kathie aufzuspüren. Er verliebte sich in die junge Frau; die beiden beschlossen, zusammenzubleiben und kehrten gemeinsam in die USA zurück. In San Francisco begannen sie ein neues Leben. Hier fand sie eines Tages Jeffs ehemaliger Partner Fisher, der sich um die entgangene Prämie betrogen fühlte. Es kam zu einer Prügelei zwischen den beiden Männern, in deren Verlauf Kathie Fisher erschoss. Jeff erkannte nun das wahre Gesicht seiner Freundin, die anschließend floh, während er in Bridgeport untertauchte.

Joe Stephanos lässt Jeff wissen, dass Sterling ihn sehen will. Jeff kommt der Aufforderung nach und muss entdecken, dass Kathie zu Sterling zurückgekehrt ist. Sterling steht unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung und beauftragt Jeff, die ihn belastenden Dokumente aus dem Besitz des Anwalts Leonard Eels zu entwenden. Als Gegenleistung will er Jeff zukünftig in Ruhe lassen. Eels Sekretärin Meta Carson, die in Wahrheit für Sterling arbeitet, soll Jeff bei dem Einbruch helfen. Jeff entdeckt, dass Eels ermordet werden und der Verdacht auf ihn selbst gelenkt werden soll. Sterling hat Kathie ein Schreiben aufsetzen lassen, das Jeff des Mordes an Fisher bezichtigt, dieses soll als Jeffs Mordmotiv dienen. Jeff beschließt, Eels zu warnen, doch kommt zu spät, um ihn zu retten. Er beseitigt die Leiche und nimmt Sterlings Unterlagen an sich, um ihn zu erpressen. Kathie sieht Sterlings Situation als aussichtslos und versucht erneut Jeff zu überreden, mit ihr zu fliehen. Jeff wiederum möchte dieses Leben nicht weiterführen und informiert die Polizei über seine geplante Flucht. Bei seiner Rückkehr entdeckt er, dass Kathie in der Zwischenzeit Sterling ermordet hat. Jeff und Kathie flüchten im Wagen von dem Tatort. Als sie auf eine Straßensperre zufahren, erkennt Kathie Jeffs Verrat und erschießt ihn. Kathie stirbt im Kugelhagel der Polizei.

Hintergrund[Bearbeiten]

Goldenes Gift startete am 13. November 1947 in den USA und lief am 14. Mai 1954 in den deutschen Kinos an. Im Dezember 1984 wurde der Film in Deutschland wiederaufgeführt.[1][2]

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein Klassiker der Schwarzen Serie der 40er Jahre. Verworren und mit melodramatischem Grundton, aber darstellerisch und atmosphärisch von außergewöhnlicher Intensität.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Die brillant-düstere Schwarzweiß-Fotografie, eine aufs Wesentliche reduzierte, unpathetische Erzählweise und Mitchums unnachahmliche Lakonie und szenische Präsenz ließen diesen Klassiker des film noir zum Kultfilm werden.“

Prisma.de[3]

Goldenes Gift […] gilt zu Recht als eines der Meisterwerke des „Film noir“. Sein Spiel mit Licht und Schatten reflektiert die Ambiguität von Personen und Geschichte und erzeugt zugleich ein nahezu dialektisches Spannungsverhältnis, in dem die Angst vor dem Verborgenen mit dem Zwang des Verbergens kollidiert.“

Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1991 wurde Goldenes Gift in die National Film Registry der amerikanischen Library of Congress aufgenommen.[5]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Taylor Hackford drehte 1984 unter dem Titel Gegen jede Chance ein Remake auf Grundlage des Drehbuchs von Goldenes Gift. Darin hatte auch Jane Greer eine kleine Rolle.

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Goldenes Gift, Arthaus, Leipzig 2011, 97 Min.

Literatur[Bearbeiten]

  • Geoffrey Homes (d. i. Daniel Mainwaring): Goldenes Gift (Originaltitel Build My Gallows High), Ullstein, Frankfurt am Main und Berlin 1989, 157 S., ISBN 3-548-10604-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Goldenes Gift in der Internet Movie Database.
  2. a b Goldenes Gift im Lexikon des Internationalen Films.
  3. Goldenes Gift auf Prisma.de, abgerufen am 9. August 2012.
  4. Meinolf Zurhorst: Lexikon des Kriminalfilms, Heyne, München 1993, ISBN 3-453-05210-2, S. 144.
  5. Verzeichnis der in die National Film Registry aufgenommenen Filme.