Kirk Douglas

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Kirk Douglas (März 2011)
Kirk und Anne Douglas mit Ronald Reagan (Dezember 1987)

Kirk Douglas, ursprünglich Issur Danielowitsch Demsky, russ. Иссур Даниелович Демский (* 9. Dezember 1916 in Amsterdam, NY) ist ein US-amerikanischer Schauspieler. In den 1950er und 1960er Jahren zählte Douglas zu den führenden Hollywood-Stars und war oft in Western und Abenteuerfilmen zu sehen. Meist pflegte er das Image des harten Mannes mit starker maskuliner Ausstrahlung. Er ist der Vater des amerikanischen Schauspielers Michael Douglas.

Leben[Bearbeiten]

Kirk Douglas wurde als Sohn jiddischsprachiger jüdisch-russischer Einwanderer (aus Homel, Weißrussland) geboren. Während seiner Kindheit lebte er in einem New Yorker Armenviertel. Für den Besuch von Schule und College musste er sich das Geld sehr hart verdienen. Douglas gewann ein Ringkampfstipendium und durfte dadurch an der St. Lawrence University studieren (Chemie und Englische Literatur). Um die Studienkosten bezahlen zu können, arbeitete er als Hausmeister. Erst ein zweites Stipendium für die American Academy of Dramatic Arts führte ihn schließlich an den Broadway.

Er musste seine Broadway-Engagements wegen des Kriegseinsatzes bei der US Navy (1941) kurzzeitig unterbrechen. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte er wieder zum Theater an den Broadway zurückkehren. Am 2. November 1943 heiratete er die Schauspielerin Diana Dill. Aus dieser Verbindung stammen die zwei Söhne Michael und Joel. 1951 ließen sich die beiden scheiden, und Douglas heiratete 1954 die aus Hannover stammende Anne Buydens, mit der er noch immer verheiratet ist. Aus dieser Ehe gingen die zwei Söhne Peter und Eric Anthony hervor. Am 6. Juli 2004 wurde Eric tot in einem New Yorker Apartment aufgefunden. Er hatte seit Jahren unter Drogen- und Alkoholproblemen gelitten.

Sein Filmdebüt hatte Kirk in dem Film Die seltsame Liebe der Martha Ivers (1946) an der Seite der etablierten Schauspielerin Barbara Stanwyck. Die guten Kritiken verhalfen ihm zu seiner nächsten großen Rolle als Noll Turner in dem Film Vierzehn Jahre Sing-Sing (1948). Für seine Rolle in dem Film Zwischen Frauen und Seilen (1949) erhielt er seine erste Oscar-Nominierung. In den folgenden fünf Jahren spielte er mehr als zwölf Hauptrollen, darunter in Der Mann ihrer Träume, 20.000 Meilen unter dem Meer und in Die Fahrten des Odysseus.

1955 gründete Douglas seine eigene Filmproduktionsfirma, die er nach seiner Mutter benannte (Bryna Productions). Bis 1960 wirkte er unter anderem in so bekannten Filmen wie Wege zum Ruhm (1957), Die Wikinger (1958) und Der letzte Zug von Gun Hill (1959) mit. Als herausragendste Darstellung gilt allgemein seine Titelrolle in Vincente Minnellis Filmbiografie Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft (1956),[1] wofür er den New York Film Critics Circle Award und Golden Globe Award jeweils als bester Hauptdarsteller erhielt, bei der Oscar-Verleihung aber gegenüber Yul Brynner (Der König und ich) das Nachsehen hatte. Ebenfalls die Titelrolle übernahm Douglas in Stanley Kubricks Großproduktion Spartacus (1960), in der er den gleichnamigen römischen Sklaven und Gladiator verkörperte und den Film auch mitproduzierte. Dabei verpflichtete Douglas den Drehbuchautor Dalton Trumbo, der kommunistischer Sympathien verdächtigt wurde und in Hollywood auf der Schwarzen Liste gestanden hatte. Rückblickend bezeichnete der Schauspieler die Entscheidung für Trumbo als wichtigste seiner Karriere.[2]

Douglas erwarb zu Beginn der 1960er Jahre die Rechte an dem 1962 von Ken Kesey geschriebenen Roman Einer flog über das Kuckucksnest. In der von Dale Wasserman geschriebenen Theaterfassung, die am 13. November 1963 am New Yorker Broadway Uraufführung hatte, spielte Douglas den rebellischen McMurphy, Gene Wilder war in der Rolle des Billy Bibbit zu sehen. Kirk Douglas gelang es nicht, ein Filmstudio für eine Verfilmung des Romans zu begeistern. Er überließ schließlich die Filmrechte seinem Sohn Michael. Michael Douglas produzierte diesen Film, der 1975 in die Kinos kam, zusammen mit Saul Zaentz. Produziert wurde gemeinsam mit der Firma Fantasy Films, welche im Besitz eines Distributionsvertrags mit United Artists war. Der Film erhielt eine Reihe von Auszeichnungen, darunter nicht weniger als fünf Oscars: Bester Film, Beste Regie (Miloš Forman), Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller (Jack Nicholson), Beste Hauptdarstellerin (Louise Fletcher). Damit war der Film nach Es geschah in einer Nacht (1935) von Frank Capra der zweite Film, der in den fünf wichtigsten Kategorien – den sogenannten Big Five – einen Oscar gewinnen konnte. Die Rolle des McMurphy wurde im Film von Jack Nicholson übernommen, weil Kirk Douglas Mitte der 1970er Jahre bereits als zu alt für diese Rolle galt.

Douglas führte zweimal selbst Regie, erstmals im Jahr 1973 in dem Abenteuerfilm Scalawag und zwei Jahre später in dem Film Männer des Gesetzes. Seine bisher letzte Rolle hatte Douglas in dem Film Mord im Empire State Building (2008).

1988 erschien seine Autobiografie unter dem Titel The Ragmans Son, der im März 2007 die Fortsetzung mit dem Titel Let’s Face It: 90 Years of Living, Loving, and Learning folgte. Douglas schrieb zudem mehrere Romane.

Da seine Eltern deutschsprachige Juden waren, spricht er gut Deutsch.[3][4]

Am 13. Februar 1991 überlebte Douglas einen Hubschrauberabsturz, bei dem zwei Menschen starben.[5] 1995 erlitt er einen Schlaganfall.

Bei der Oscarverleihung 2011 übergab er den Preis für die beste Nebendarstellerin an Melissa Leo.

Heute lebt Kirk Douglas mit seiner zweiten Ehefrau zurückgezogen in Kalifornien.

Synchronisation[Bearbeiten]

Im deutschsprachigen Raum wurde Douglas im Allgemeinen seit Ende der 50er Jahre in vielen Filmen von Arnold Marquis synchronisiert. Da dieser jedoch zu den meistbeschäftigten deutschen Synchronsprechern gehörte, konnte er dieser Rolle nicht immer nachkommen. So wurde er zum Beispiel von Gert Günther Hoffmann, Horst Niendorf, René Deltgen oder Heinz Drache vertreten, vor allem auch dann, wenn neben Douglas ein weiterer männlicher Schauspieler vorkam, der zuvor auch schon häufiger von Marquis synchronisiert worden war.

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Kirk Douglas wurde in seiner ganzen schauspielerischen Laufbahn drei Mal für den Oscar als bester Schauspieler nominiert (Champion, Stadt der Illusionen, Vincent van Gogh – Ein Leben in Leidenschaft), bekam ihn aber nie. Erst 1996 erhielt er den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Außerdem erhielt Kirk Douglas folgende Auszeichnungen:

In der vom American Film Institute herausgegebenen Liste der „Top 25 der männlichen Filmstars“ ist Kirk Douglas auf Position 17 platziert.

  • Der Asteroid (19578) Kirkdouglas wurde nach ihm benannt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Asterix-Band Obelix auf Kreuzfahrt ist eine der Hauptfiguren, der Grieche Spartakis, der der Anführer einer Gruppe revoltierender Sklaven ist, sowohl dem Schauspieler Kirk Douglas nachempfunden als auch eine Anspielung auf dessen Rolle im Film „Spartacus“.

Schriften[Bearbeiten]

Romane
  • The Broken Mirror.
  • Young Heroes Of The Bible.
  • Dance With The Devil.
  • Der letzte Tango in Brooklyn.
Autobiografien
  • The Ragmans Son. 1988.
  • Ein Fall von Glück. Mein neues Leben nach dem Schlaganfall (Originaltitel: My Stroke of Luck. übersetzt von Wolfdietrich Müller), Bastei Lübbe-TB 61539, Bergisch Gladbach 2003, ISBN 978-3-404-61539-1.
  • Let’s Face It: 90 Years of Living, Loving, and Learning. 2007.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kirk Douglas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kirk Douglas. In: Internationales Biographisches Archiv. 43/2006 vom 28. Oktober 2006 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Tugend ist nicht fotogen. Interview im Spiegel, 5. Februar 2001, Nr. 6, S. 188.
  3. [1]
  4. [2]
  5. aviation-safety.net: Beschreibung des Unfalls auf aviation-safety.net, abgerufen am 7. September 2014