Grand Junction (Colorado)

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Grand Junction
Innenstadt von Grand Junction
Innenstadt von Grand Junction
Lage von Grand Junction in Colorado
Mesa County Colorado Incorporated and Unincorporated areas Grand Junction Highlighted.svg
Basisdaten
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Colorado
County:

Mesa County

Koordinaten: 39° 5′ N, 108° 34′ W39.080527777778-108.558972222221397Koordinaten: 39° 5′ N, 108° 34′ W
Zeitzone: Mountain (UTC−7/−6)
Einwohner: 58.566 (Stand: 2010)
Bevölkerungsdichte: 733,9 Einwohner je km²
Fläche: 80,5 km² (ca. 31 mi²)
davon 79,8 km² (ca. 31 mi²) Land
Höhe: 1397 m
Postleitzahlen: 81501-81506
Vorwahl: +1 970
FIPS:

08-

GNIS-ID: 0204662
Website: www.ci.grandjct.co.us
Bürgermeister: Jim Doody
Rathaus der Stadt Grand Junction mit der Statue des Stadtgründers G.A. Crawford
Mesa County Court House in Grand Junction

Grand Junction liegt im Mesa County im US-Bundesstaat Colorado, Vereinigte Staaten. Die Stadt hat 58.566 Einwohner (Stand: 2010) bei einem Einzugsgebiet von 80,5 km² und ist Sitz der County-Verwaltung. Die City wird als Home Rule Municipality geführt. Mehrere in der Nähe von Grand Junction im Grand Valley gelegene Ortschaften tragen zu Handel und Gewerbe in der Stadt bei.

Grand Junction, Colorado
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: National Weather Service, US Dept of Commerce
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Grand Junction, Colorado
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,9 7,4 13,1 18,8 24,4 30,9 34,2 32,5 27,3 19,8 10,8 3,7 Ø 18,8
Min. Temperatur (°C) −9,7 −4,7 −0,4 3,6 8,8 13,9 17,7 16,8 11,6 5,3 −1,4 −7,4 Ø 4,6
Niederschlag (mm) 14,2 12,2 22,9 19,0 22,1 12,7 16,5 20,6 20,8 24,9 18,0 15,5 Σ 219,4
Regentage (d) 3,9 3,4 5,3 4,3 4,5 2,6 3,3 3,8 4,1 4,4 3,8 3,9 Σ 47,3
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Geographie[Bearbeiten]

Nach den Angaben des United States Census Bureaus hat der Ort eine Fläche von 80,5 km², wovon 79,8 km² aus Land und 0,7 km² (= 0,87 %) aus Gewässer bestehen. Grand Junction liegt auf einer Höhe von 1463 m in der Mitte des Grand Valley, eines fruchtbaren Tals im Verlauf des Colorado River. Die Stadt liegt am nördlichen Ufer des Flusses, gegenüber der Mündung des Gunnison River. Benannt sind beide nach dem Grand River, wie der Oberlauf des Colorado bis 1921 hieß. In diesem Tal siedelten früher die Indianer vom Stamme der Ute. Die Gegend ist reich am Bodenschätzen wie Erdöl, Uran und Vanadium.

Klima[Bearbeiten]

Die Region hat ein semi-arides Kontinentalklima. Der Sommer ist gewöhnlich warm und trocken – die höchste Tagestemperatur wurde am 21. Juli 2005 mit 41 °C aufgezeichnet, die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen liegen bei etwa 33 °C; die durchschnittlichen Tagestiefsttemperaturen bei etwa 17 °C, Niederschläge sind in den Sommermonaten eher selten. Bedingt durch dieses warme Höhenklima gedeihen hier Obst (Äpfel, Birnen, Pfirsiche) und Gemüse, sogar einige Weingüter haben sich hier angesiedelt.

Die Winter sind meist mild mit leichten Schneefällen; der gefallene Schnee taut recht schnell weg. Die Temperaturen schwanken zwischen -5 und 15 °C, können aber bis auf -20 °C fallen.

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Nach dem Eintreffen der ersten Siedler in den 1880er Jahren waren Ackerbau und Viehzucht die wichtigsten Wirtschaftsaktivitäten in der Stadt und ihrer Umgebung. Dies blieb so, bis in den 1960er Jahren bei Parachute im Piceance Basin bedeutende Reserven von Erdöl entdeckt wurden. Die verschiedenen aus politischen Gründen verhängten Embargos führten zu höheren Ölpreisen. Dadurch stieg das Interesse an der Ausbeutung dieser Vorkommen und schließlich sicherte sich Exxon einen Großteil der Abbaurechte in der Region. Das Unternehmen wählte Grand Junction als Sitz aus. Grand Junction wurde zur größten Stadt in der Region.

Grand Junction und das Grand Valley prosperierten in den 1970er und frühen 1980er Jahren von der Ölförderung. Erdöl kommt im Westen Colorados vor allem als Ölschiefer vor und kann bei niedrigen Ölpreisen nur unwirtschaftlich gefördert werden. Der als „Schwarzer Sonntag“ bekannte 2. Mai 1982 leitete den Rückzug Exxons aus der Region ein und ließ die Ökonomie der Region zusammenbrechen. Der Präsident von Exxon teilte dem damaligen Gouverneur Colorados Richard Douglas Lamm mit, dass Exxon seine Verluste in der Region beenden würde, die Förderrechte für die damals und heute nicht förderbaren Erdölvorkommen jedoch behalten würde. Das Platzen einer Wirtschaftsblase war im gesamten Bundesstaat zu spüren, da Exxon zuvor mehr als 5 Milliarden US-Dollar (inflationsbereinigt 13 Milliarden US-Dollar) in Colorado investiert hatte.

Der Historiker Tom Noel aus Colorado ist der Meinung, dass das Platzen dieser Blase „definitiv ein Wendepunkt war, und dass es eine Erinnerung daran war, dass [Colorado] ein Staat des Brummens und Berstens war… Es gab Parallelen zu dem Silber-Crash von 1893.“[1] Andere zogen Parallelen zu den Träumen des Atomzeitalters, als 1955 Rocky Flats bei Denver als Spargroschen Colorado galt. Man sah die Produktion von Brennstäben für Kernkraftwerke auf der ganzen Welt voraus. Tatsächlich produzierte Rocky Flats später hauptsächlich Sprengköpfe für Atombomben. Ein großer Teil des Urans, das die Vereinigten Staaten für ihr Atomwaffenprogramm benötigten, wurde bei Grand Junction abgebaut und danach in Rocky Flats verarbeitet. Von 1913 bis 1925 war Colorado der größte Produzent von Uran in den Vereinigten Staaten. Obwohl in anderen Bundesstaaten vor den 1950er Jahren größere Vorkommen entdeckt wurden, blieb Colorado der größte Lieferant von spaltbaren Materiales bis zum Höhepunkt des US-Atomwaffenprogramms in den 1960er Jahren.

Die heutige Wirtschaft Grand Junctions steht auf einer breiteren Basis. Abgesehen von Tourismus, Landwirtschaft und Dienstleistungen haben in den letzten Jahren Energieunternehmen erneut in den Abbau von Erdöl investiert.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Interstate 70 verbindet Grand Junction ostwärts mit Glenwood Springs und der 317 km entfernten Bundesstaats-Hauptstadt Denver, westwärts mit dem Bundesstaat Utah. Der U.S. Highway 6 verläuft in Grand Junction parallel zum Interstate 70. Der U.S. Highway 50 verbindet Grand Junction mit Montrose, Gunnison und Pueblo.

Im Norden der Stadt liegt der Grand Junction Regional Airport – Walker Field Airport, ein Regionalflughafen, von dem aus verschiedene Ziele in den USA regelmäßig angeflogen werden.

Der nationale Personenzugbetreiber Amtrak bedient Grand Junction in beiden Richtungen mit dem California Zephyr, einer täglichen Zugverbindung zwischen Chicago, Illinois und Emeryville, Kalifornien an der Bucht von San Francisco.

Bildung[Bearbeiten]

Grand Junction hat vier High Schools und ist damit sehr gut bestückt. Die größte und bekannteste High-School ist die Central High School, die auch alle zwei Jahre mit dem sächsischen Gymnasium St. Augustin in Grimma einen Schüleraustausch vornimmt. Die konkurrierende Grand Junction High School (kurz GJHS) pflegt den Schüleraustausch mit dem bayerischen Gymnasium in Markt Indersdorf.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museum of Western Colorado mit dem Sterling T Smith Educational Tower

Hauptattraktion ist das in der Nähe gelegene Colorado National Monument. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Dinosaur Valley Museum, die Western Colorado Botanical Gardens und das Museum of Western Colorado.

Grand Junction ist Ausgangspunkt des Dinosaur Diamond Prehistoric Highway, eines 512 Meilen (824 km) langen Rundkurses durch Colorado und Utah, der zu den National Scenic Byways gehört. Des Weiteren ist er ein idealer Ausgangspunkt für Wildwasser-Fahrten auf dem Gunnison River.

In der Stadt befindet sich das Museum of Western Colorado mit verschiedenen Ausstellungen zur Geschichte der Region. Zu sehen sind hier unter anderem Felszeichnungen der Ute Indianer und eine Uran Mine. Angeschlossen ist der Sterling T Smith Educational Tower. Von der Aussichtsplattform auf dem Dach hat man einen guten Überblick über die Stadt und die umliegenden geologischen Attraktionen.[2]

Demographie[Bearbeiten]

Zum Zeitpunkt des United States Census 2000 bewohnten Grand Junction 41.986 Personen. Die Bevölkerungsdichte betrug 526,2 Personen pro km². Es gab 18.784 Wohneinheiten, durchschnittlich 235,4 pro km². Die Bevölkerung Grand Junctions bestand zu 91,78 % aus Weißen, 0,60 % Schwarzen oder African American, 0,94 % Native American, 0,76 % Asian, 0,12 % Pacific Islander, 3,81 % gaben an, anderen Rassen anzugehören und 1,99 % nannten zwei oder mehr Rassen. 10,86 % der Bevölkerung erklärten, Hispanos oder Latinos jeglicher Rasse zu sein.

Mount Garfield (rechts) bei Grand Junction

Die Bewohner Grand Junctions verteilten sich auf 17.865 Haushalte, von denen in 25,5 % Kinder unter 18 Jahren lebten. 46,1 % der Haushalte stellten Verheiratete, 9,4 % hatten einen weiblichen Haushaltsvorstand ohne Ehemann und 41,0 % bildeten keine Familien. 33,2 % der Haushalte bestanden aus Einzelpersonen und in 13,8 % aller Haushalte lebte jemand im Alter von 65 Jahren oder mehr alleine. Die durchschnittliche Haushaltsgröße betrug 2,23 und die durchschnittliche Familiengröße 2,84 Personen.

Die Bevölkerung verteilte sich auf 21,2 % Minderjährige, 11,9 % 18–24-Jährige, 26,3 % 25–44-Jährige, 22,8 % 45–64-Jährige und 17,9 % im Alter von 65 Jahren oder mehr. Das Durchschnittsalter betrug 39 Jahre. Auf jeweils 100 Frauen entfielen 95,1 Männer. Bei den über 18-Jährigen entfielen auf 100 Frauen 92,6 Männer.

Das mittlere Haushaltseinkommen in Grand Junction betrug 33.152 US-Dollar und das mittlere Familieneinkommen erreichte die Höhe von 43.851 US-Dollar. Das Durchschnittseinkommen der Männer betrug 31.685 US-Dollar, gegenüber 22.804 US-Dollar bei den Frauen. Das Pro-Kopf-Einkommen belief sich auf 19.692 US-Dollar. 11,9 % der Bevölkerung und 7,5 % der Familien hatten ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze, davon waren 11,8 % der Minderjährigen und 9,0 % der Altersgruppe 65 Jahre und mehr betroffen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Williamson: Oil shale collapse preserved scenic vistas (Englisch) Denver Rocky Mountain News. 5. Oktober 1999. Abgerufen am 3. Juni 2009: „I think that was a definite turning point, and it was a reminder that we were a boom-and-bust state… There were parallels to the silver crash of 1893.
  2. Museum of the West und Loyd Files Research Library

Weblinks[Bearbeiten]