Hans-Christian Schmid

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Hans-Christian Schmid 2007

Hans-Christian Schmid (* 19. August 1965 in Altötting) ist ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent.

Leben[Bearbeiten]

Hans-Christian Schmid besuchte das König-Karlmann-Gymnasium in Altötting, wo er auch sein Abitur erlangte. Er studierte an der Hochschule für Fernsehen und Film München Dokumentarfilm und beendete das Studium mit seiner Abschlussarbeit im Jahr 1992. Im Rahmen des Studiums drehte er Sekt oder Selters, eine Dokumentation über süchtige Automatenspieler, den Kurzfilm Das lachende Gewitter, sowie den Dokumentarfilm Die Mechanik des Wunders, der sich mit dem Widerspruch zwischen Glaube und Kommerz in seiner Heimatstadt Altötting auseinandersetzt.

Mit den Produzenten Jakob Claussen und Thomas Wöbke verbindet Hans-Christian Schmid eine langjährige Zusammenarbeit: Himmel und Hölle, ein Fernsehspiel über eine innerkirchliche Sekte, Nach Fünf im Urwald, Schmids Kinodebüt, wie auch die späteren Filme 23 – Nichts ist so wie es scheint, Crazy und Lichter wurden von Claussen und Wöbke produziert.

Mit Nach Fünf im Urwald begann die Zusammenarbeit mit dem Autor und Regisseur Michael Gutmann, die sich mit einer Reihe weiterer gemeinsamer Drehbücher fortsetzte. Neben den Regiearbeiten Michael Gutmanns entstanden 1998 der Spielfilm 23 – Nichts ist so wie es scheint, ein Jahr später die Romanverfilmung Crazy, sowie 2003 der Episodenfilm Lichter, der im Wettbewerb der Berlinale 2003 uraufgeführt wurde.

2004 gründete Hans-Christian Schmid die Produktionsfirma 23/5, mit der er zunächst den Spielfilm Requiem nach einem Drehbuch von Bernd Lange realisierte. Requiem wurde 2006 im Wettbewerb der Berlinale uraufgeführt und gewann unter anderem den Deutschen Filmpreis 2006 in Silber in der Kategorie Bester Film. Mit Requiem knüpft er an sein Frühwerk Himmel und Hölle an. Auch dieses hatte sich bereits mit den psychologischen Fallstricken eines extrem gelebten Katholizismus auseinandergesetzt. Diesmal werden der authentische Besessenheits-Fall der Anneliese Michel aus Klingenberg am Main und die Entscheidung, einen Exorzismus durchzuführen, aus den 1970er Jahren nachgestellt.

Die zweite Produktion unter dem Dach von 23/5 war Robert Thalheims Spielfilm Am Ende kommen Touristen. Im Herbst 2006 in Polen gedreht, hatte der Film 2007 in der Reihe »Un Certain Regard« in Cannes seine Premiere.

Von 2007 bis 2009 entstanden unter Schmids Regie sowohl der Dokumentarfilm Die wundersame Welt der Waschkraft als auch der Spielfilm Sturm, zu dem Bernd Lange und Hans-Christian Schmid das Drehbuch geschrieben haben. Sturm zeigt die Geschichte um die Verurteilung eines ehemaligen jugoslawischen Militärs am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und konkurrierte im Wettbewerb der 59. Berlinale. Für Sturm wurde Schmid 2010 beim Deutschen Filmpreis mit dem Filmpreis in Silber für den Besten Film ausgezeichnet (zusammen mit Britta Knöller) sowie in den Kategorien Regie und Drehbuch (zusammen mit Bernd Lange) nominiert.

2012 erhielt Schmid für seinen Spielfilm Was bleibt seine vierte Einladung in den Wettbewerb der Berlinale, für das erneut Bernd Lange das Filmskript verfasste. Der Film handelt von einem Familientreffen, bei dem ein Paar und seine erwachsenen Kinder aufeinandertreffen und mit unausgesprochenen Wahrheiten konfrontiert werden.[1]

Schmid lebt in Berlin.

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SWR-Kinokoproduktion im Wettbewerb der Berlinale bei presseportal.de, 9. Januar 2012 (abgerufen am 9. Januar 2012).