Haplogruppe I1

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I1 (Y-DNA)

Die Haplogruppe I1 (L64, L75, L80, L81, L118, L121/S62, L123, L124/S64, L125/S65, L157, L186, L187, M253,M307.2/P203.2, M450/S109, P30, P40, S63, S66, S107, S108, S110, S111) ist in der Humangenetik eine Haplogruppe des Y-Chromosoms und kommt, mit ihren Mutationen (SNPs), am häufigsten in Skandinavien vor. I1 ist eine Untergruppe der Haplogruppe I die ausschließlich in Europa existiert.

Vor der Reklassifizierung in 2008[1] trug sie den Namen I1a.[2]

Die Gruppe I1 tritt vor allem am häufigsten im Westen von Finnland (bis zu 40 %), in Süd-Norwegen (35 %) sowie gefolgt von Schweden (besonders auf der Insel Gotland) und in Dänemark und Norddeutschland auf.[3]

In seinem Buch Blood of Isles gab der Professor und Autor Bryan Sykes dem Stammvater der Haplogruppe I1 den Namen Wodan, wie er es auch schon in seinem ersten Buch Die sieben Töchter Evas mit den Urmüttern der europäischen mitochondrialen Haplogruppen tat.

Ursprünge[Bearbeiten]

Über mehrere Jahre bestand die vorherrschende Meinung, dass die Vorgänger der Gruppe I1 während der letzten Eiszeit Zuflucht am Balkan gesucht haben. Das Alter der Haplogruppe wird auf 15.000 bis 20.000 Jahre geschätzt.

'The Genographic Project' der National Geographic Society meint, dass die Gründer der I1-Gruppe während der letzten Eiszeit auf der Iberischen Halbinsel lebten. Einige Forscher haben auch Südfrankreich und die italienische Halbinsel als möglichen Rückzugspunkt angegeben. FamilyTree DNA hingegen gibt an, dass die Haplogruppe wesentlich jünger ist (4000 bis 5000 Jahre)[4].

Kenneth Nordtvedt von der Montana State University glaubt ebenfalls, dass die Haplogruppe I1 eine frühere Untergruppe ist und wahrscheinlich erst nach der letzten Eiszeit existierte. Gemäß Nordtvedt lebte der letzte gemeinsame Vorfahre (MRCA) von I1 vor 4.000 bis 6.000 Jahre wahrscheinlich in Nordeuropa, vielleicht in Dänemark.
Die Nachkommen sind überwiegend bei der germanischen Bevölkerung in Nordeuropa und der angrenzenden uralischen und keltischen Bevölkerung zu suchen, obwohl diese auch in den traditionellen germanischen Ländern durch die zahlreich verbreitete Haplogruppe R überschattet werden. Peter A. Underhill von dem Human Population Genetics Labatory der Stanford University und andere Wissenschaftler unterstützen diese Hypothese.

Der Marker DYS462 weist auf einen geografischen Unterschied hin. Laut Nordvedts Studie deuten 12 Allel-Wiederholungen eher auf angelsächsischen Ursprung hin, wogegen 13 Allele eher auf nordischen Ursprung deuten.

Sind bei dem STR-Test bei dem Marker DYS455 8 Allel-Wiederholungen, kann Haplogruppe I1 akkurat vorhergesagt werden (Wahrscheinlichkeit 99,3 zu 99,8 Prozent gemäß Whit Athey und Vince Vinzachero) [5]. Die SNP müssen dafür noch nicht getestet sein. Dies ist praktisch omnipräsent bei der Haplogruppe I1.

Berühmte Vertreter der Haplogruppe I1[Bearbeiten]

Alexander Hamilton, Politiker und einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Ermittelt anhand der Y-DNA der Nachkommen Hamiltons.[6]

Birger Jarl (Birger Magnusson von Bjälb), Jarl von Schweden und Gründer Stockholms. Seine Grablege wurde 2002 geöffnet, seine Knochen exhumiert und seine DNA mittels Pyrosequenzierung ermittelt.[7]

Der Nachfahre des Schriftsteller Leo Tolstoy, Pyotr Tolstoy, konnte ebenfalls I1-positiv getestet werden.[8]

Håkon Wium Lie, (CTO) bei Opera Software und bekannt für den Vorschlag zur Einführung von Cascading Style Sheets. [9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New binary polymorphisms reshape and increase resolution of the human Y chromosomal haplogroup tree Tatiana M. Karafet et al. (2008)
  2. Clade I Information from rootsweb Research Paper Tatiana M. Karafet et al. (2008)
  3. Migration Waves to the Baltic Sea Region, Annals of human genetics, The Authors Journal compilation (2008) doi:10.1111/j.1469-1809.2007.00429.x
  4. yDNA Haplogroup I: Subclade I1 FTDNA Information
  5. Allele Frequency of I1a (PDF; 8 kB) Vizachero, Allele Frequency Among I1a Samples (2006)
  6. HAMILTON SURNAME DNA RESULTS AND DISCUSSION Hamilton Surename Project (start 2002)
  7. Finding the founder of Stockholm - A kinship study based on Y-chromosomal, autosomal and mitochondrial DNA Annals of Anatomy - Anatomischer Anzeiger/ Helena Malmström et al. (2011)
  8. Famous People with Haplogroup I1 Eupedia.com Haplogroup I1
  9. Håkon. opera.com, abgerufen am 12. Oktober 2013.


Evolutionsbaum Haplogruppen Y-chromosomale DNA (Y-DNA)
Adam des Y-Chromosoms
A00 A0’1'2’3'4
A0 A1’2'3’4
A1 A2’3'4
A2’3 A4=BCDEF
A2 A3 B CT 
|
DE CF
D E C F
|
G IJK H  
| |
G1 G2  IJ K 
| |
I J L K(xLT) T
| | |
I1 I2 J1 J2 M NO P S
| |
| |
N O Q R
|
R1 R2
|
R1a R1b