Hrvatska narodna stranka – Liberalni demokrati

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Hrvatska narodna stranka - Liberalni demokrati)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo der Kroatischen Volkspartei (HNS)

Hrvatska narodna stranka - Liberalni demokrati (HNS) (deutsch Kroatische Volkspartei - Liberaldemokraten) ist eine linksliberale Partei in Kroatien.

Die Ursprünge der Partei liegen im 19. Jahrhundert. Als Teil der überwiegend kroatischen Illyrischen Bewegung, die eine Gleichberechtigung der Kroaten und anderer südslawischer Völker innerhalb der Habsburgermonarchie anstrebte, wurde sie 1841 unter dem Namen Ilirska narodna stranka (Illyrische Volkspartei) gegründet. Zu den maßgeblichen Begründern zählten Josip Juraj Strossmayer und Ivan Kukuljević-Sakcinski. In der folgenden Zeit hatte diese Partei großen Einfluss in Kroatien. 1905 schloss sie sich der Kroatisch-Serbischen Koalition an. Weder im Königreich Jugoslawien noch in der Föderativen Volksrepublik wurde die Volkspartei wiedergegründet.

Diese Neugründung erfolgte erst Ende 1990 unter maßgeblicher Beteiligung der ehemaligen Führungspersönlichkeiten des Kroatischen Frühlings, Miko Tripalo und Savka Dabčević-Kučar, als die Koalition des Volkseinvernehmens zerbrochen war. Die HNS ist daher eine so genannte neu-alte Partei, die vor Krieg und kommunistischer Diktatur schon einmal bestanden hat. Bei den Wahlen 1992 kam die Volkspartei auf 6,7 % bzw. 6 der 138 Sitze und spielte damit eine eher untergeordnete Rolle. Der Bauunternehmer Radimir Čačić wurde 1993 Vorsitzender. An der Wahl 1995 nahm die HNS als Teil der Vereinigten Liste u.a. zusammen mit der Kroatischen Bauernpartei teil. Diese kam auf 18,3 % und 18 der 127 Sitze und war damit stärkste Oppositionskraft. 1997 trat der heutige Staatspräsident Stjepan Mesić der inzwischen liberalen Partei bei. 2000 fiel die Allianz auf 15,6 % und 24 der nunmehr 151 Sitze zurück und beteiligte sich an der sozialdemokratisch geführten Koalitionsregierung unter Ivica Račan. Im selben Jahr wurde Mesić mit 41 % im ersten und 56 % im zweiten Wahlgang zum Staatspräsidenten gewählt und die Soziologin Vesna Pusić wurde HNS-Vorsitzende. 2003 trat die HNS nur noch mit dem regionalen Primorsko-goranski savez zusammen bei den Parlamentswahlen an, konnte 8,0 % und 14 von 152 Sitzen erringen und ging in die Opposition.

Nach den Parlamentswahlen 2007 verblieb die Partei mit 6,7 % Stimmenanteil und 7 Sitzen weiterhin in der Opposition.

Seit April 2008 ist Radimir Čačić erneut Parteivorsitzender.

Ende 2010 wurde die Kukuriku-Koalition gegründet mit dem Ziel, bei den Parlaments Wahlen am 4. Dezember 2011 gemeinsam mit SDP, IDS und HSU anzutreten.[1]

Am 4. Dezember 2011 wurde die Kukuriku-Koalition stimmenstärkste Fraktion.[2]

Beim 11. Parteikongress am 17. März 2012 wurde Radimir Čačić als Parteivorsitzender im Amt bestätigt, Vesna Pusić und Ivan Vrdoljak wurden zu Vizevorsitzenden gewählt.[3]

Die HNS ist Mitglied der Liberalen Internationale und der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa.

Literatur[Bearbeiten]

  • Arno Weckbecker und Frank Hoffmeister, Die Entwicklung der politischen Parteien im ehemaligen Jugoslawien, 1997, S. 186f (ISBN 3-486-56336-X)

Quelle[Bearbeiten]

  1. Regierungsbildung in Kroatien vor Abschluss. In: kleinezeitung.at. 13. Dezember 2011, abgerufen am 21. März 2012.
  2. Buendnis Kukuriku siegt bei Parlamentswahl. In: derstandard.at. 5. Januar 2012, abgerufen am 21. März 2012.
  3. Čačić izabran za predsjednika HNS-a. In: hns.hr. 17. März 2012, abgerufen am 19. März 2012 (kroatisch).

Weblinks[Bearbeiten]