Jabloko

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Яблоко
Jabloko
Logo der Jabloko
Partei­vorsitzender Sergei Mitrochin
Gründung 1993
Gründungs­ort Moskau
Haupt­sitz Moskau
Aus­richtung Liberalismus, Zentrismus
Farbe(n) Grün, Rot
Mitglieder­zahl ca. 55.000[1]
Internationale Verbindungen Liberale Internationale
Europapartei Europäische Liberale, Demokratische und Reformpartei (ELDR)
Website www.yabloko.ru

Jabloko (russisch Яблоко), offiziell Russische Demokratische Partei Jabloko (russisch Российская Демократическая Партия Яблоко/ Rossijskaja Demokratitscheskaja Partija Jabloko), ist eine liberale russische Partei. Jabloko bedeutet im Russischen Apfel, daher wird dieser oft als Symbol der Partei verwendet.

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Durch ihre politischen Ziele positioniert sich Jabloko als sozialliberale/linksliberale Partei:

  • Steuerreform
  • Entbürokratisierung
  • freier Wettbewerb mit Schutz für Unternehmer
  • neues Rentensystem
  • aktive Sozialpolitik

Einen großen Stellenwert in der Politik von Jabloko hat die Opposition gegen die Regierung des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Innere Struktur[Bearbeiten]

Höchstes Organ bei Jabloko ist der Parteitag, die laufende Vorstandsarbeit zwischen den Parteitagen führt der Zentralrat der Partei aus, der vom Parteivorsitzenden geleitet wird. Als weiteres Organ funktioniert seit 2008 das Politische Komitee, das Grundsatzpositionen der Partei erarbeitet und den Parteichef suspendieren kann[2].

Die Partei ist in etwa zwei Drittel der Regionen Russlands mit örtlichen Organisationen vertreten.

Geschichte der Partei[Bearbeiten]

Jabloko konstituierte sich 1993 als Wählervereinigung und wurde am 5. Januar 1995 zu einer regulären Partei. Sie vertritt ein gemäßigt liberales, teilweise sozialliberales Programm. Der Name bedeutet wörtlich Apfel (яблоко), er ist aber aus der Abkürzung der Anfänge der Namen der Parteigründer Grigori Jawlinski, Juri Boldyrew und Wladimir Lukin entstanden. Jawlinski war bis 2008 ihr Vorsitzender.

Der Einfluss der Partei geht seit der Mitte der neunziger Jahre kontinuierlich zurück. Bei den Wahlen von 1993 erreichte sie noch 7,9 % und 27 Sitze, 1995 6,9 % und 45 Sitze, 1999 6,0 % und 20 Sitze. Bis zu dessen Verhaftung war die Partei unter anderem von Michail Chodorkowski finanziell unterstützt worden. 2003 scheiterte die Partei, die sich in Opposition zu Präsident Putin befindet, mit 4,3 % an der Fünfprozenthürde, war aber mit vier direkt gewählten Kandidaten in der Duma vertreten. Bei den Parlamentswahlen 2007 erhielt die Partei nur noch 1,6 % der Stimmen. Da die Direktwahl eines Teils der Abgeordneten im Vorfeld der Wahl abgeschafft worden war, verlor die Partei damit auch ihre verbliebenen vier Abgeordneten.

Der langjährige Vorsitzende Jawlinski wurde an der Spitze der Partei im Juni 2008 von Sergei Mitrochin abgelöst[3].

Bei den Dumawahlen 2011 erreichte Jabloko das beste Resultat seit 2000 mit 3,43 % der Stimmen, und kündigte die Kandidatur von Grigori Jawlinski zu den Präsidentschaftswahlen am 4. März 2012 an. Ihm wurde jedoch bereits im Januar 2012 die Zulassung zur Präsidentenwahl verweigert, weil nach Angaben der russischen Wahlleitung rund 25 % der zwei Millionen Unterstützerunterschriften gefälscht gewesen seien.[4]

Prominente Mitglieder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jabloko wurde durch den Föderalen Registrierungdienst überprüft. Pressemitteilung vom 10. Juni 2006
  2. russland.RU vom 22. Juni 2008: Chef der Oppositionspartei Jabloko tritt nach 15 Jahren ab
  3. russland.RU vom 23. Juni 2008: Mitrochin löst Jawlinski nach 15 Jahren als Jabloko-Chef ab
  4. Moskau wirft Ashton Einmischung in Wahlprozess in Russland vor RIA Novosti am 2. Februar 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yabloko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien