Gleichheitspartei (Aserbaidschan)

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Gleichheitspartei
Müsavat Partiyası
MUSAVAT logo.png
Partei­vorsitzender İsa Qəmbər
(seit 1992)
Gründung 1911 (Neugründung: 1989)
Gründungs­ort Baku, Russisches Reich
Haupt­sitz Baku, Aserbaidschan
Aus­richtung Moderne:
Nationalliberalismus
Sozialliberalismus
Wirtschaftsliberalismus
Historisch:
Panturkismus
Klassischer Liberalismus
Farbe(n) blau
Internationale Verbindungen Liberale Internationale (LI)
Europapartei Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE)
Website www.musavat.com (aserbaidschanisch)
Historische Flagge der Partei Müsavat

Die Gleichheitspartei (aserbaidschanisch Müsavat Partiyası) ist die älteste aserbaidschanische politische Partei und derzeit eine Oppositionspartei.

Sie existierte zuerst von 1911 bis 1923, 1989 wurde die Müsawat neu gegründet. Der derzeitige Vorsitzende ist İsa Qəmbər.

Ihre Ideologie ist der Liberalismus und orientiert sich zur Mitte.

Bei der letzten Parlamentswahl im Aserbaidschan gingen nur wenige Mandate an die Partei „Müsawat“.[1]

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Der Poet und Drehbuchautor Jafar Jabbarli arbeitete im Untergrund für die Musawat

Das anfängliche Programm der Partei war und ist insbesondere an die Volksgruppe der Aserbaidschaner und an die Muslime gerichtet[2]:

  1. Die Einheit aller Muslime ungeachtet der Nationalität
  2. Wiederherstellung der Unabhängigkeit aller muslimischen Nationen
  3. Ausweitung der materiellen und moralischen Hilfe an alle muslimischen Nationen, die für ihre Unabhängigkeit kämpfen
  4. Beihilfe für alle Muslime und islamische Staaten
  5. Die Zerstörung aller Barrieren, die die Ausbreitung der oben erwähnten Ideen verhindern
  6. Die Entwicklung von Kontakt mit anderen Parteien, die nach Fortschritt der Muslime streben
  7. Gegebenenfalls die Entwicklung von Kontakt and Meinungsaustausch mit anderen Parteien, die als Absicht das Wohlergehen des Menschentums haben
  8. Im Allgemeinen die Verschärfung der Mühe für die Existenz aller Muslime und die Weiterentwicklung des Verkehrs, des Handels und der Wirtschaft unter ihnen

Geschichte[Bearbeiten]

Die Müsavat-Partei wurde 1911 in Baku im damaligen Russischen Reich unter dem Namen Muslimische Demokratische Gleichheitspartei gegründet. Die Initiative zur Gründung der Partei kam von Məhəmməd Əmin Rəsulzadə, welcher jedoch im Exil in Istanbul lebte.[3]

Vor dem Ersten Weltkrieg hatte die Partei eine geringe Mitgliederzahl und agierte vom Untergrund aus. Obwohl die Partei pantürkisch ausgerichtet war, unterstützte die Partei das Zarenregime im Ersten Weltkrieg.[4]

Nach dem Zerfall der Zarenregierung und der Gründung der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik war die Partei die dominierende politische Partei im neuen unabhängigen Staat. Allerdings war die Partei diesmal eher nationalistisch, sozialistisch und säkular ausgerichtet. So wurde Aserbaidschan 1919 der erste islamisch geprägte Staat, der das Frauenwahlrecht einführte.[5]

In der Zeit, als Aserbaidschan in die Transkaukasische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik eingegliedert wurde, mussten die führenden Parteianhänger ins Exil und vom Ausland aus agieren. In der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik hatte sie praktisch keine Bedeutung mehr.[6] 1989 wurde von aserbaidschanischen Intellektuellen die Müsawat neu gegründet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auswärtiges Amt: Politische Entwicklung des Aserbaidschan
  2. Мирза Давуд Гусейнов: 1: Программа и тактика. In: Тюркская демократическая партия федералистов "Мусават" в прошлом и настоящем 1927.
  3. Maryam Orujlu: Müsavat Partiyası: Ölkədə və Mühacirətdə, 1911–1992 (az). Azerneshr, Baku 2001: „M. A. Resuloğlu (1962). Müsavat Partisinin kuruluşu; Müsavat bülteni 14, Istanbul, 10“
  4. Firouzeh Mostashari: On the Religious Frontier: Tsarist Russia and Islam in the Caucasus. I.B.Tauris, 2006, ISBN 1-85043-771-8.
  5. US Suffrage Movement Zeitleiste, von 1792 bis zur Gegenwart; Susan B. Anthony Center for Women's Leadership (abgerufen am 19. August 2006)
  6. Tadeusz Swietochowski: Russian and Azerbaijan: A Borderland in Transition. Columbia University Press, 1995, ISBN 0-231-07068-3, S. 130.