Ingrid Noll

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2010 in Frankfurt am Main

Ingrid Noll (* 29. September 1935 in Shanghai; verheiratete Ingrid Gullatz) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Krimi-Autorinnen der Gegenwart. Ihre Bücher wurden bislang in 21 Sprachen übersetzt.

Leben[Bearbeiten]

Ingrid Noll wuchs zusammen mit drei Geschwistern als Tochter eines deutschen Arztes in Nanjing auf. Dort wurden sie und die Geschwister von den Eltern unterrichtet. 1949 zog sie nach Deutschland und besuchte bis 1954 eine katholische Mädchenschule in Bad Godesberg. Nach dem Abitur studierte sie an der Universität Bonn Germanistik und Kunstgeschichte, ohne dieses Studium abzuschließen. 1959 heiratete sie den Arzt Peter Gullatz, mit dem sie drei Kinder hat; der Film- und Theaterkomponist Biber Gullatz ist ihr Sohn. Der Schauspieler Kai Noll (bekannt aus Unter uns) ist ihr Neffe.

Vor ihrer Schriftstellerkarriere versorgte Ingrid Noll Kinder und Haushalt, arbeitete in der Praxis des Gatten mit und begann in der wenigen verbliebenen Zeit das Schreiben. Ihr Erstlingsroman Der Hahn ist tot entstand jedoch erst 1991, als die Kinder das Haus verlassen hatten, und wurde auf Anhieb ein großer Erfolg. Im Mittelpunkt ihrer Romane stehen Frauen verschiedenen Alters, die sich auf unkonventionelle Weise ihrer Ehemänner oder Liebhaber entledigen.

Ingrid Noll lebt zusammen mit ihrem Mann in Weinheim. Viele ihrer Krimis spielen in Mannheim und Umgebung.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Autograph
  • Der Hahn ist tot. Roman. Diogenes, Zürich 1991
  • Die Häupter meiner Lieben. Roman. Diogenes, Zürich 1993
  • Die Apothekerin. Roman. Diogenes, Zürich 1994
  • Der Schweinepascha. In 15 Bildern. Kinderbuch. Diogenes, Zürich 1996
  • Der kleine Mord zwischendurch. 52 üble Kurzkrimis, hrsg. v. Manuela Kessler. Scherz, Bern 1997
  • Kalt ist der Abendhauch. Roman. Diogenes, Zürich 1996
  • Stich für Stich. Schlimme Geschichten. Diogenes, Zürich 1997
  • Röslein rot. Roman. Diogenes, Zürich 1998
  • Die Sekretärin. Drei Rachegeschichten. Diogenes, Zürich 2000
  • Selige Witwen. Roman. Diogenes, Zürich 2001
  • Rabenbrüder. Roman. Diogenes, Zürich 2003
  • Falsche Zungen. Gesammelte Geschichten. Diogenes, Zürich 2004
  • Ladylike. Roman. Diogenes, Zürich 2006, 2012, ISBN 978-3-257-05725-6.
  • Kuckuckskind. Roman. Diogenes, Zürich 2008
  • Ehrenwort. Roman. Diogenes, Zürich 2010, ISBN 978-3-257-06760-6; als Hörbuch, gelesen von Peter Fricke, 6 CDs 2010, ISBN 978-3-257-80298-6; als Taschenbuch 2012: ISBN 978-3-257-24095-5,
  • Über Bord. Roman. Diogenes, Zürich 2012, ISBN 978-3-257-06832-0; als Hörbuch, gelesen von Uta Hallant, 6 CDs, 2012, ISBN 978-3-257-80331-0; als Taschenbuch 2014, ISBN 978-3-257-24259-1.
  • Hab und Gier. Roman. Diogenes, Zürich 2014, ISBN 978-3-257-06885-6.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helga Arend: Nette alte Dame mit Leiche im Keller. Ingrid Nolls Romane als Unterrichtsthema. In: Frauen auf der Spur. Kriminalautorinnen aus Deutschland, Großbritannien und den USA. Hrsg. von Carmen Birkle, Sabina Matter-Seibel und Patricia Plummer. Stauffenburg, Tübingen 2001, ISBN 3-86057-793-X. S. 273-286.
  • Cesare Giacobazzi: Mit Kind, Hund, warmen Decken und Leiche. Die Normalität des Mordes in Ingrid Nolls Kriminalromanen. In: Sandro M. Moraldo (Hrsg.): Mord als kreativer Prozess. Winter, Heidelberg 2005, ISBN 3-8253-5060-6. S. 41–49.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ingrid Noll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien