Isadore M. Singer

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Isadore Singer, 1977

Isadore Manual Singer (* 3. Mai 1924 in Detroit) ist ein US-amerikanischer Mathematiker mit Spezialgebiet Analysis am Massachusetts Institute of Technology.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Singer studierte an der University of Michigan und machte 1944 seinen Bachelor-Abschluss. Nach drei Jahren in der US-Armee ging er an die University of Chicago, wo er 1950 bei Irving Segal promoviert wurde (Lie Algebras of unbounded operators). Nach der Promotion wurde er Moore-Instructor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und 1952 Assistant Professor an der University of California, Los Angeles (UCLA). 1954/5 war er Visiting Assistant Professor an der Columbia University und 1955/56 am Institute for Advanced Study. Danach war er Assistant Professor und ab 1958 Associate Professor am MIT, wo er 1959 eine volle Professur erhielt. Ab 1970 war er dort „Norbert Wiener Professor“. 1977 ging er zunächst als Gastprofessor und ab 1979 als voller Professor an die University of California, Berkeley. 1983 kehrte er ans MIT zurück.

Singer ist Mitglied der National Academy of Sciences und der American Academy of Arts and Sciences. 1969 erhielt er den Bôcher Memorial Prize, 1988 die Wigner-Medaille und 2000 den Leroy P. Steele Prize der American Mathematical Society (AMS), deren Fellow er ist. 1983 erhielt er die National Medal of Science. 1970/72 war er Vizepräsident der AMS. 1974 hielt er einen Plenarvortrag auf dem ICM in Vancouver (Eigenvalues of the Laplacian and Invariants of Manifolds). 2004 hielt er die Gauß-Vorlesung der DMV.

2004 wurde er gemeinsam mit Michael Francis Atiyah für die Entdeckung und den Beweis des Atiyah-Singer-Indexsatzes mit dem Abelpreis ausgezeichnet. Die Arbeiten entstanden ab 1968 und wurden in den 1970er Jahren in Zusammenarbeiten mit Patodi fortgesetzt (Indextheorem für berandete Mannigfaltigkeiten).

Mit Daniel Burrill Ray entwickelte er 1971 bis 1973 die Theorie der analytischen Torsion, die Invarianten Riemannscher Mannigfaltigkeiten liefert, gebildet aus den Eigenwerten des Laplaceoperators.

Nach ihm und Richard Kadison ist das 2013 von Dan Spielman und anderen gelöste Kadison-Singer-Problem (1959) in der Theorie der Operatoralgebren benannt.

Singer liest regelmäßig auch für Anfängersemester und schrieb eine Einführung in Topologie und Geometrie. Er ist auch an den Verbindungen der modernen Differentialgeometrie zur theoretischen Physik interessiert.

Er war seit 1961 mit Sheila Ruff verheiratet, mit der er fünf Kinder hat.

Zu seinen Doktoranden zählen Daniel Freed, Frank W. Warner, Nancy Stanton, Linda Rothschild, Hugo Rossi, John Lott.[1]

Schriften[Bearbeiten]

  • mit S. Sternberg: The infinite groups of Lie and Cartan. I. The transitive groups. J. Analyse Math. 15 1965 1–114.
  • mit H. McKean: Curvature and the eigenvalues of the Laplacian. J. Differential Geometry 1 1967 no. 1, 43–69.
  • mit M. Atiyah: The index of elliptic operators. Ann. of Math. (2) I: 87 1968 484–530. III: 87 1968 546–604. IV: 93 1971 119–138. V: 93 1971 139–149.
  • mit D. Ray: R-torsion and the Laplacian on Riemannian manifolds. Advances in Math. 7, 145–210. (1971).
  • mit D. Ray: Analytic torsion for complex manifolds. Ann. of Math. (2) 98 (1973), 154–177.
  • mit M. Atiyah. V. Patodi: Spectral asymmetry and Riemannian geometry. Math. Proc. Cambridge Philos. Soc. I: 77 (1975), 43–69. II: 78 (1975), no. 3, 405–432. III: 79 (1976), no. 1, 71–99.
  • mit S. Axelrod: Chern-Simons perturbation theory. II. J. Differential Geom. 39 (1994), no. 1, 173–213.
  • mit J. Thorpe: Lecture notes on elementary topology and geometry, Springer 1967, Undergraduate Texts in Mathematics, 1976

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mathematics Genealogy Project