Jane Morris

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Rossetti: Jane Morris als Proserpina, 1872

Jane Morris (geborene Burden; * 19. Oktober 1839 in Oxford; † 26. Januar 1914 in Bath) war Modell und Muse der Präraffaeliten.

Leben[Bearbeiten]

Jane war die älteste Tochter von Robert Burden und seiner Frau Ann Maizey. Im Jahr 1857 lernte sie den Maler und späteren Ehemann William Morris (1834–1896) als Bedienung in einem Wirtshaus kennen. Morris brachte ihr einiges an Bildung bei, darunter Manieren, Musik, Tanz, Französisch, Italienisch und Mathematik. Ebenso führte er sie in den Zirkel der Präraffaeliten ein, wo sie begeistert aufgenommen wurde und verschiedenen Künstlern einige Male Modell stand. Mit ihrer blassen Haut und dem kupferroten Haar entsprach Jane voll und ganz dem damaligen Ideal; sie galt als eine Frau von ausgesprochener Schönheit mit einer magischen Ausstrahlung.

Am 26. April 1859 heiratete Jane Burden in Oxford William Morris, er schenkte ihr zur Hochzeit das Red House in Bexleyheath, das Philipp Webb für sie entworfen hatte. Alle Freunde trugen etwas zur Einrichtung bei. So malte Edward Burne-Jones z. B. drei Wandbilder. Weil Morris die herkömmlichen Möbel nicht gefielen, baute er diese selber. Die Frauen verschönerten das Haus mit Stickereiarbeiten. Auch entstanden hier die ersten Entwürfe für Wandteppiche, denn damals mochte Morris noch keine Tapeten. Aus der gemeinsamen Verbindung gingen zwei Töchter, Jane Jenny Alice (1861–1870 durch Epilepsie) und Mary May (1862–1938), hervor. Zwischen den Jahren 1871 und 1874 wohnte Morris' Freund und Malerkollege Dante Gabriel Rossetti auf Kelmscott Manor, der Jane als Modell für Porträts wählte und mit dem sie eine jahrelange Liaison hatte. Ihr Mann entfloh dieser Situation nach Island, wo er sich Kenntnisse über isländische Legenden erwarb. Diese bildeten später eine Grundlage seiner Romane und Dichtungen. Als Jane Morris 1876 das Ausmaß der Chloral-Sucht von Rossetti entdeckte, brach sie die Beziehung zu ihm schließlich ab.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Jane Morris zu einer bemerkenswerten Pianistin. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1896 zog sie sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Jane Morris starb am 26. Januar 1914 in Bath, wo sie wegen eines Lungenleidens kurte. Sie wurde neben ihrem Mann auf dem Friedhof bei Kelmscott in Oxfordshire beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • John Bryson: Dante Gabriel Rossetti und Jane Morris: Ihre Korrespondenz, Oxford: Clarendon Press (1976)
  • Jan Marsh: Jane and May Morris: A Biographical Story 1839–1938, London: Pandora Press (1986) ISBN 0-86358-026-2
  • Jan Marsh: Jane and May Morris: A Biographical Story 1839–1938, (2000)
  • Debra Mancoff: Jane Morris: The Pre-Raphaelite Model of Beauty, San Francisco: Pomegranate (2000) ISBN 0-7649-1337-9
  • Wendy Parkins: Jane Morris : the burden of history, Edinburgh : Edinburgh University Press, 2013, ISBN 978-0-7486-4127-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jane Morris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien