Jim Henson
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
James Maury ‚Jim‘ Henson (* 24. September 1936 in Greenville, Mississippi; † 16. Mai 1990 in New York) war ein US-amerikanischer Regisseur und Fernsehproduzent. Er erlangte vor allem durch seine Puppen, die Muppets, weltweite Bekanntheit.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Künstlerische Entwicklung als Puppenspieler
Ende der 1940er-Jahre zog die Familie Henson nach Maryland, in die Nähe von Washington, DC. 1954 begann Jim Henson bereits während seiner Highschool-Zeit für den lokalen Fernsehsender WTOP-TV Puppen für eine Kindersendung zu kreieren.
1955 erdachte Henson während seines Studiums an der University of Maryland eine fünfminütige Puppensendung mit dem Titel Sam and Friends. Die Puppen dieser Sendung hatten bereits Ähnlichkeit mit den späteren Muppets. Außerdem kam schon in der Sendung eine Figur vor, die rudimentär der Figur Kermit der Frosch ähnelte. Zu dieser Zeit experimentierte Henson mit Techniken, die die Kombination Fernsehen und Puppenspiel optimal ausschöpften, doch damals noch neu waren. So nutzte er beispielsweise den von der Kamera genutzten Ausschnitt aus, um die Puppenspieler vor dem Zuschauer zu verbergen.
Der Erfolg seiner ersten Sendung führte zu einer Folge von Gastauftritten in Talkshows und Unterhaltungssendungen. Unter anderem kamen die Muppets als Gäste bei der Tonight Show und Hollywood Squares zum Einsatz und förderten weiter den Bekanntheitsgrad der Figuren. Wichtige Auftritte hatten auch Kermit mit Miss Piggy bei 60 Minutes und das Krümelmonster bei Martha Stewart Living. Jim Henson selbst trat ebenfalls als Gast in vielen Sendungen auf.
1963 ging Henson mit seiner Frau Jane, die ebenfalls Puppenspielerin war, nach New York und gründete dort die Firma Muppets, Inc.. In den 1960er Jahren wurden die Muppets hundertfach für Werbespots eingesetzt, hierbei allein 160mal für Wilkins Kaffee. Damals entwarf Henson Rolf (im amerikanischen Original Rowlf), einen vermenschlichten klavierspielenden Hund, der durch seinen Auftritt in einem Spot für Hundefutter große Beliebtheit erlangte. Er wurde zum ersten Muppet, der regelmäßig im Fernsehen auftrat (The Jimmy Dean Show). Zu dieser Zeit begann Hensons Zusammenarbeit mit Frank Oz.
Von 1964 bis 1968 begann sich Henson mit dem Filme-machen auseinanderzusetzen und produzierte eine Reihe von Experimentalfilmen.
1968 begann Joan Ganz Cooney und ein Team des Children's Television Workshop mit der Arbeit an der Sesamstraße, einer damals visionären Fernsehsendung für Kinder. Teil dieser Sendung waren einige lustige, farbenfrohe Puppen, die in der besagten Straße leben. Unter anderem waren dies Oskar, Ernie und Bert, das Krümelmonster und Kermit der Frosch. Zunächst wurde das Puppenspiel von den realistischen Teilen der Straße getrennt, aber nach nicht zufriedenstellend ausgefallenen Testvorführungen in Philadelphia entschloss man sich zu einer Umgestaltung zugunsten von Hensons Arbeit. 1974 wurde Henson ein Emmy für die Sesamstraße verliehen.
1975 hatte Jim Henson zusammen mit seinen Muppets einen festen Sendeplatz in der ersten Staffel der Ed Sullivan Show.
Die Sesamstraße war ein kommerzieller Erfolg, der Henson vor allem in der Fernseh-Industrie bekannt genug machte, um mit der Muppet Show eine Puppenserie für Erwachsene zu realisieren. Die US-amerikanischen Sender zeigten aber kein Interesse, da sie nicht an den Erfolg einer solchen Serie glaubten. Nachdem der Produzent Lew Grade an das Konzept glaubte und die Serie produzieren wollte, wurde die Muppet Show in Großbritannien gedreht. Kermit der Frosch führte in ihr als Gastgeber durch ein buntes Varieté-Programm. Rasch bekannt wurden die Puppen Miss Piggy, Gonzo und Fozzie Bär oder Statler und Waldorf. Primäre Zielgruppe der Sendung waren Erwachsene. In Deutschland wurde die Synchronfassung zwischen 1978 und 1981 vom ZDF ausgestrahlt.
Hensons Puppen waren besonders bei den Kindern beliebt, aber die Inhalte seiner Shows (sogar in der Sesamstraße) waren oft - zumindest in Auszügen - auch an Erwachsene gerichtet. Die beiden besten Freunde Ernie und Bert erinnerten die erwachsenen Zuschauer beispielsweise an Ernie den Taxifahrer und Bert den Polizisten aus Frank Capras Film Ist das Leben nicht schön? (1947). Henson bestritt jedoch offiziell einen Zusammenhang, da er den Film zum Zeitpunkt der Kreation der beiden Figuren nicht gekannt hätte. Des Weiteren taucht der Detektiv Sherlock Hemlock (in Deutschland Sherlock Humbug) auf, der an Sherlock Holmes angelehnt ist. Die Chefköchin Julia lässt einen Bezug auf eine bekannte Star-Köchin namens Julia Child erahnen.
Nach fünf Staffeln wurde die Muppet Show eingestellt, da Jim Henson die Serie beenden wollte. Doch auch danach hatten die Figuren noch Auftritte in verschiedenen Filmen.
[Bearbeiten] Hensons Arbeit nach Einstellung der Produktion der Muppet Show
Henson zeichnete auch für zwei Filme verantwortlich, die nichts mit seinen Muppets zu tun hatten. Zum einen der 1982 gedrehte Streifen Der dunkle Kristall und zum anderen der 1986 von George Lucas mitproduzierte Film Die Reise ins Labyrinth. Um sich vom Muppet-Design bewusst abzusetzen, wurden alle Puppen in beiden Filmen nicht von Henson, sondern von Brian Froud entwickelt. Die Charaktere Yoda, Jabba the Hutt, die Ewoks und viele andere Figuren und Puppen aus der Star Wars-Saga entstanden in Zusammenarbeit von Hensons Firma mit George Lucas.
Henson arbeitete auch weiterhin an Kindersendungen, vor allem Die Fraggles (ab 1983) erlangten in Deutschland eine hohe Bekanntheit. Außerdem wurden noch die animierten Muppet Babies und der Nachfolger der Muppet Show Muppets Tonight entwickelt. In der erstmals 1987 von NBC ausgestrahlten Fernsehserie Jim Henson’s The Storyteller stellte er in neun Episoden internationale Märchen in einer Mischung aus Animations- und Realfilm dar. Die Serie wurde vom Publikum und der Kritik gleichermaßen bejubelt und mit vielen Auszeichnungen geehrt. Diese Serie geht auf eine Idee von Hensons Tochter Lisa zurück, die an der Havard Universität einen Kurs Volkskunde besuchte. Jim und Lisa Henson entwickelten gemeinsam das Konzept und die Folgen aus authentischen Volksmärchen.
An einer Mythologie-basierten Sendung namens The Storyteller: Greek Myths mit vier Episoden wirkte Henson mit. Für die Erschaffung von in Fremd-Produktionen verwendeten Figuren wurde der Henson Creature Shop ins Leben gerufen, der unter anderem Charaktere für die Science Fiction-Produktion Farscape entwickelte.
[Bearbeiten] Tod und Vermächtnis
Jim Henson verstarb am 16. Mai 1990 an einer verschleppten Lungenentzündung, die zu einer Sepsis mit anschließendem Organversagen geführt hatte. Auf Hensons Beerdigung spielte eine Dixieland Jazz Band When The Saints Go Marching In. Harry Belafonte sang Turn the World Around, das er erstmals in der Muppet Show gesungen hatte. Zudem trat Bibo (gespielt von Caroll Spinney) auf und sang den einst von Kermit gesungenen Titel Bein' Green. Am Ende traten sechs der Muppet-Puppenspieler auf die Bühne und sangen mit den Stimmen ihrer Charaktere ein Medley von Jim Hensons Lieblingsliedern, ehe zum Abschluss alle Puppenspieler singend mit ihren Muppets auf der Bühne standen.
Die Jim Henson Company wurde zunächst von Hensons Sohn Brian Henson fortgeführt, der u.a. 1992 Regie in dem Film Die Muppets Weihnachtsgeschichte führte. Steve Whitmire, ein langjähriges Mitglied der Muppetscrew, übernahm Hensons Rollen von u.a. Kermit dem Frosch und Ernie.
Am 17. Februar 2004 wurde bekannt, dass alle Rechte der Muppets (inklusive dem Bär im großen blauen Haus) an die Walt Disney Company verkauft worden seien.
[Bearbeiten] Auszeichnungen
- 1974: Emmy für Sesamstraße
- 1987: Emmy, Gabriel Award, Goldener Hugo Award und Parents Choise Award für Hans mein Igel aus der Storyteller
- 1987: The Ohio State Award, Institute of Education für The Storyteller
- 1987: XII Resena Mundial de Acapulco; Auszeichnung für die beste Kindersendung für Hans mein Igel aus der Storyteller
- 1988: Gold Medal Award für Der Soldat und der Tod aus Storyteller
- 1989: BAFTA Award, British Academy of Film and Televisions Art für The Storyteller als beste Kindersendung
[Bearbeiten] Literatur
- Christopher Finch, Charles S. Finch, Jim Henson: Jim Henson: The Works: The Art, the Magic, the Imagination. Random House, 1993, ISBN 0679412034
[Bearbeiten] Sonstiges
- Ihn und seine Figuren würdigt eine Blockausgabe Briefmarken der USA, die am 27. September 2005 erschien. Die elf selbstklebenden Marken haben jeweils einen Nennwert von 37 Cents.
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Jim Henson im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Jim Henson in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Henson, Jim |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Regisseur und Fernsehproduzent |
| GEBURTSDATUM | 24. September 1936 |
| GEBURTSORT | Greenville, Mississippi |
| STERBEDATUM | 16. Mai 1990 |
| STERBEORT | New York City |

