Jonathan Ive

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Jonathan Ive

Sir Jonathan Paul „Jony“ Ive, KBE (* 27. Februar 1967 in London) ist ein britischer Designer, der eine Vielzahl von Produkten von Apple maßgeblich gestaltet hat. Derzeit ist er Chief Design Officer[1] des Konzerns und dabei auch für die grafische Benutzeroberfläche der Apple-Software zuständig.[2]

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Jonathan Ives Vater war ein Silberschmied, der an einer Hochschule tätig war. Er schenkte seinem Sohn jedes Jahr zu Weihnachten einen Tag in seiner Werkstatt, um genau das zu bauen, was er sich gerade wünschte. Voraussetzung dafür war, dass der junge Ive sich vorher gründlich Gedanken über sein Projekt gemacht hatte und eine detaillierte Zeichnung anfertigte.[3] Im Alter von 13 bis 14 Jahren hatte Ive die Vorstellung, einen kreativen Beruf zu ergreifen, etwas „mit dem Zeichenstift in der Hand”.[4]

Ive besuchte die Chingford Foundation School, anschließend Walton High School in Staffordshire (England) und studierte an der Newcastle Polytechnic Art School der Northumbria University in Northeast England, an der er 1989 seinen Abschluss in Produktdesign machte. Nach Ende seines Studiums wurde er Partner der Design-Agentur Tangerine in London, die u.a. Produktdesigns für Nokia oder Samsung anfertigte.

Designer bei Apple[Bearbeiten]

Ab 1992 arbeitete Ive für Apple - zunächst als Berater von Robert Brunner (Chief of Industrial Design), später dauerhaft. Er entwickelte das Design der zweiten Generation des Newton MessagePad 110. Er erhielt mehr gestalterischen Freiraum, als er mit ausgewählten Mitarbeitern ein kleines Designteam gründen konnte und mit ihnen zusammen das Design des iMac schuf.[5] 1997 kehrte Steve Jobs zu Apple zurück und förderte das neu entwickelte Design des iMac aus buntem, halbtransparentem Kunststoff; bisher waren graue Gehäuse in der PC-Industrie dominierend.

Ab diesem Zeitpunkt war Ive für die Gestaltung der gesamten Apple-Produktlinie verantwortlich. Er wurde bei seinen Entwürfen durch Arbeiten und Prinzipien von Dieter Rams, der von 1961 bis 1995 Chef-Designer von Braun war, beeinflusst.[6][7] Zu Ives wichtigsten Entwürfen gehören neben dem iMac: iBook, MacBook Pro (Unibody), Power Mac G4 Cube, iPod, iPhone, PowerMac G5 und iPad. Die von ihm entworfenen transparenten Lautsprecher Apple iSub („Soundstick“ von Harman Kardon) wurden in die Sammlung des Museum of Modern Art aufgenommen.[8]

Seit Oktober 2012 ist er auch für die Gestaltung der grafischen Benutzeroberfläche von Apple-Software verantwortlich.[2] Das erste große Projekt war hier die komplette Überarbeitung des Betriebssystems iOS und der Wechsel von skeuomorphem auf Flat Design.

Weitere Tätigkeiten[Bearbeiten]

Ive trug zur Gestaltung des Roboters Eve für den Film WALL·E bei.[9]

Für den Kamerahersteller Leica gestaltete er ein einzelnes Modell der Leica M, das für einen guten Zweck versteigert werden sollte.[10] Zur Unterstützung der Anti-AIDS Kampagne Product Red im Jahr 2013 trug er - in Zusammenarbeit mit Bono und dem Designer Marc Newson - weitere eigens gestaltete Designobjekte bei, darunter ein goldener Apple Earpod und ein roter Mac Pro.[11]

Privatleben[Bearbeiten]

Jonathan Ive lernte seine Frau in der Schulzeit kennen; sie heirateten 1987. Zusammen haben sie zwei Söhne und leben in San Francisco.[12]

Ive bevorzugt es, Jony genannt zu werden.[13]

Designphilosophie[Bearbeiten]

Jonathan Ive realisiert seine Entwürfe nach dem Prinzip „Form follows function“. Er widmet seine Aufmerksamkeit u.a der Untersuchung von Details und in ihnen enthaltenen Möglichkeiten zur Verbesserung und Reduzierung. Er versuchte, das Display und die Bedienungsmöglichkeiten des iPhone so weit zu optimieren und reduzieren, dass Menschen, die das Gerät noch nie in der Hand hatten, den Umgang damit schnell erlernen könnten. Für die derzeitigen Apple-Produkte verwendet Ive oftmals geschliffenes Aluminium, so für die Unibody-Gehäuse.[14]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Kunkel: Apple Design: The Work of the Apple Industrial Design Group. Graphis, New York, 1997, ISBN 1-888001-25-9.
  • Volker Fischer: Der i-Kosmos, Macht, Mythos und Magie einer Marke. Edition Menges, Stuttgart/London, 2011, ISBN 978-3-936681-48-2.
  •  Ina Grätz, Sabine Schulze, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (Hrsg.): Apple Design. 1. Auflage. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7757-3011-2.
  • Leander Kahney: Jony Ive - Das Apple-Design-Genie. Plassen/Börsenmedien 2014, ISBN 978-3-86470-210-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jonathan Ive – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Techcrunch.com: Apple Names Jony Ive ‘Chief Design Officer’, abgerufen am 26. Mai 2015.
  2. a b Apple Inc.: Apple Announces Changes to Increase Collaboration Across Hardware, Software & Services Pressemitteilung vom 29. Oktober 2012, abgerufen am 31. Oktober 2012. „Jony Ive will provide leadership and direction for Human Interface (HI) across the company in addition to his role as the leader of Industrial Design.“
  3. The art of keeping it simple - MIS ASIA, abgerufen am 22. September 2013
  4. Jonathan Ive, Biografie - MacPrime, abgerufen am 23. September 2013
  5. Jonathan Ive - Design Museum, abgerufen am 23. September 2013
  6. Walter Isaacson: Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers. Aus dem Englischen übertragen von Antoinette Gittinger, Oliver Grasmück, Dagmar Mallet, Elfi Martin, Andrea Stumpf und Gabriele Werbeck. 1. Auflage. C. Bertelsmann Verlag, München 2011, ISBN 978-3-570-10124-7, hier S. 402.
  7. Aufräumer der Nation - FAZ, 2014
  8. Apple iSub. In: The Collection. Museum of Modern Art, abgerufen am 19. September 2012.
  9. Richard Siklos: Apple and Eve In: CNN Money. 12. Mai 2008, abgerufen am 5. Dezember 2012.
  10. Apple-Designer Jonny Ive gestaltet Leica-Kamera. In: t3n Magazin. 19. September 2012, abgerufen am 19. September 2012.
  11. Für den guten Zweck: Jony Ive entwirft goldene Kopfhörer, abgerufen am 22. September 2013
  12. How did a British polytechnic graduate become the design genius behind £200billion Apple? - MailOnline, abgerufen am 22. September 2013
  13. Rob Waugh: How did a British polytechnic graduate become the design genius behind £200billion Apple? (Englisch) In: Mail Online. 20. März 2011. Abgerufen am 15. Januar 2012: „Jony (as Ive prefers to be called)“
  14. - Jonathan Ive / Winner of the Design Museum's inaugural Designer of the Year Award 2003 - Design Museum, abgerufen am 23. September 2013
  15. Innovators under 35, Year 1999 - MIT Technology Review, abgerufen am 22. September 2013
  16. red dot design team of the year 2002. In: red dot online. Abgerufen am 19. September 2012 (englisch).
  17. Jonathan Ive- Mahalo, abgerufen am 22. September 2013
  18. Apple's Jonathan Ive gets knighthood in honours list. In: BBC. 31. Dezember 2011, abgerufen am 19. September 2012 (englisch).
  19. Apple design chief Jonathan Ive is knighted. In: BBC News UK. 23. Mai 2012, abgerufen am 19. September 2012.
  20. National Design Awards Presented At White House - The Washington Post, abgerufen am 22. September 2013
  21. Jonathan Ive takes home MDA award for iconic iPhone design - Arstechnica, abgerufen am 22. September 2013
  22. (Dr.) Jonny Ive gets honorary doctor of fine arts degree from RISD, abgerufen am 22. September 2013
  23. The Vanity Fair 100 - Vanity Fair, abgerufen am 22. September 2013
  24. Annika Demgen: Ausstellung zu Apples Design in Hamburg. In: netzwelt. 26. August 2011, abgerufen am 19. September 2012.
  25. Thomas Edelman: Popcorn im Museum. In: Stylepark. 23. September 2011, abgerufen am 19. September 2012.
  26. The 2013 TIME 100 - TIME, abgerufen am 22. September 2013