Kneipe
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Die Kneipe ist eine Gaststätte, die hauptsächlich dem Verzehr von Bier, aber auch anderen alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken dient. Der formalere Begriff für „Kneipe“ ist „Schankwirtschaft“ im Gegensatz zu „Speisewirtschaft“ (Restaurant). Da in Kneipen häufig auch kleine Speisen angeboten werden, ist die Grenze zum Restaurant fließend.
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[Bearbeiten] Kneipe, Beisl und Spelunke
Die Bezeichnung „Kneipe“ wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Studentensprache in die allgemeine deutsche Umgangssprache übernommen (siehe auch: Kneipe (Studentenverbindung)).
Mundartlich gibt es in Österreich die Bezeichnung Beisl, in der deutschsprachigen Schweiz Beiz, in Altbayern Boazn und teilweise in Baden-Württemberg Boitz. Diese Bezeichnungen leiten sich aus dem jiddischen bajis für Haus (hebr. beijt) her. In der Oberlausitz wird der Begriff Kretscham verwendet.
Schänke weist auf den Ausschank als Hauptmerkmal einer Kneipe hin. Als Bumslokal oder auch Bums(e) (österr.: "Bums'n", auch "Rumms'n") wird eine Kneipe "zweifelhafter Art" [1] mit lauter Tanzmusik bezeichnet, die keine Diskothek ist. In einem Höchstmaß abwertend sind schließlich die Ausdrücke Spelunke bzw. Kaschemme für eine heruntergekommene Kneipe.
[Bearbeiten] Geschichte
Tavernen waren bereits im alten Rom bekannt. Die mittelalterlichen Vorläufer der Kneipe sind die nach Ständen getrennten Patrizierstuben, Zunftstuben und Schänken. Letztere entwickelten sich mit Industrialisierung und Verstädterung im 19. Jahrhundert zu Arbeiterkneipen, die entweder als Stehausschank oder als Eckkneipe mit Sitzgelegenheiten auftraten. Laut Wolfgang Schivelbusch sagt die Länge des Tresens einiges über die Mechanisierung des Trinkens und den Alkoholgehalt der Getränke aus[2].
[Bearbeiten] Einrichtung und Betrieb
Typisch für Kneipen ist der Ausschank von Fassbier am Tresen, an welchem Gäste häufig auf Barhockern Platz nehmen können. Im Gastraum befinden sich dann weitere Tische und Stühle. Häufig gehören zur Einrichtung einer Kneipe auch Spielgeräte wie Billardtische, Kicker, Dartsbretter, Flipper oder Spielautomaten. Viele Kneipen haben auch Fernsehgeräte, in denen beispielsweise Fußballspiele öffentlich gezeigt werden.
Der Betreiber einer Kneipe ist der Wirt, oft sind noch Kellner angestellt. Die Öffnungszeiten von Kneipen werden durch die lokal gültige Sperrstunde geregelt.
[Bearbeiten] Stil und Milieu
Kneipen bieten als soziale Treffpunkte unterschiedlichen Milieus eine Heimat. Dies drückt sich in der jeweils milieugerechten Einrichtung, Dekoration, Musik- und natürlich auch Getränkeauswahl aus.
Beispiele:
- nach traditionellen Typen: Berliner Eckkneipe, Kölschkneipe, Pub, Japanische Kneipe, Speakeasy (historisch)
- nach Milieus: Punkerkneipe, Kiezkneipe, Studentenkneipe, „Schickimicki“-Kneipe, Dorfkrug
- nach Spezialität: Musikkneipe, Billardkneipe
Bürgerliche Kneipen bieten als Institution häufig einen Stammtisch für regelmäßige Gäste.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Dröge, Franz; Krämer-Badoni, Thomas: Die Kneipe. Zur Soziologie einer Kulturform oder „Zwei Halbe auf mich!“. Frankfurt 1987
- Kuhligk, Björn und Tom Schulz (Hg.): Das Berliner Kneipenbuch, Berlin 2006
- Kuhligk, Björn und Tom Schulz (Hg.): Das Kölner Kneipenbuch, Berlin 2007
- Kuhligk, Björn und Tom Schulz (Hg.): Das Hamburger Kneipenbuch, Berlin 2008
- Rössel, Jörg und Michael Hölscher, 2004: Soziale Milieus in Gaststätten: Eine Beobachtung. Sociologus 54: 173 - 203.
- Schwibbe, Gudrun (Hrsg.): Kneipenkultur. Untersuchungen rund um die Theke. Münster 1998
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ dtv-Lexikon, Februar 1976, ISBN 3423030534, Band 3, Seite 18
- ↑ Wolfgang Schivelbusch Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft : eine Geschichte der Genussmittel. Hanser, München/Wien (1980)

