Kneipe

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Dieser Artikel beschreibt die Kneipe als Gaststätte; zur Bedeutung des Begriffs im Zusammenhang mit Studentenverbindungen siehe Kneipe (Studentenverbindung).

Die Kneipe ist eine Gaststätte, die hauptsächlich dem Konsum von Bier, aber auch anderen alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken dient.

Formalere aber seltener verwendete Begriffe für „Kneipe“ sind „Lokal“, „Schänke“, „Taverne“, oder auch „Schankwirtschaft“, im Gegensatz zu „Speisewirtschaft“ (Restaurant). Da in Kneipen häufig auch kleine Speisen bzw. Imbisse angeboten werden, ist die Grenze zum Restaurant fließend.

Etymologie[Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Kneipe“ ist bereits 1781 bei Christian Wilhelm Kindleben für „eine Bierschenke“ belegt. Augustin spricht in seinem „Idiotikon der Burschensprache“ (1791) bereits von einem „Wirthshaus“. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Wort in der studentischen Kneipe als Eindeutschung des früher gebrauchten Kommerses in der Studentensprache verwendet. C. B von Ragotzky verfasste 1831 sein Werk „Der flotte Bursch“ , in welchem die Erklärung von „Kneipe“ der heutigen Bedeutung entspricht: „Kneipe wird im allgemeinen jedes Wirtshaus genannt [...]“.

Die Bezeichnung ist eine Verkürzung des Begriffs Kneipschenke, die bereits im 18. Jahrhundert existierte. Dabei handelte es sich um Räumlichkeiten, die so eng waren, dass die Gäste zusammengedrückt sitzen mussten. Das im Mitteldeutschen belegte Verb kneipen für „zusammendrücken“ ist ein Lehnwort aus dem mittelniederdeutschen Wort knīpen (vgl. die moderne niederdeutsche Form kniepen), das mit hochdeutsch kneifen urverwandt ist.[1]

Andere Bezeichnungen[Bearbeiten]

Mundartlich gibt es in Österreich die Bezeichnung Beisl, in der deutschsprachigen Schweiz Beiz, in Altbayern Boazn und teilweise in Baden-Württemberg Boitz. Diese Bezeichnungen leiten sich aus dem Jiddischen bajis für Haus (hebr. beijt) her. In der Oberlausitz wird der Begriff Kretscham verwendet.

Schänke weist auf den Ausschank als Hauptmerkmal einer Kneipe hin. Als Bumslokal oder auch Bums(e) (österr.: „Bums’n“, auch „Rumms’n“) wird eine Kneipe „zweifelhafter Art“ [2] mit lauter Tanzmusik bezeichnet, die keine Diskothek ist. In einem Höchstmaß abwertend sind schließlich die Ausdrücke Spelunke bzw. Kaschemme für eine heruntergekommene Kneipe.

Einrichtung und Betrieb[Bearbeiten]

Typisch für Kneipen ist der Ausschank von Fassbier am Tresen, an welchem Gäste häufig sitzen können. Im Gastraum befinden sich dann weitere Tische und Stühle. Teilweise gehören zur Einrichtung einer Kneipe auch Spielgeräte wie Billardtische, Kicker, Dartscheiben, Flipper oder Spielautomaten. Viele Kneipen haben auch Fernsehgeräte, in denen beispielsweise Fußballspiele öffentlich gezeigt werden. In einigen Kneipen hängt ein Sparschrank, in den Mitglieder lokaler Sparklubs regelmäßig Bargeld stecken.

Der Betreiber einer Kneipe ist der Wirt, oft sind noch Kellner angestellt. Die Öffnungszeiten von Kneipen werden durch die lokal gültige Sperrstunde geregelt.

Kneipensterben[Bearbeiten]

Seit Jahren ist eine Tendenz zu erkennen, dass die Anzahl der Kneipen und ursprünglichen Gaststätten kontinuierlich zurückgeht. Spitzenreiter des Kneipensterbens ist Hamburg, wo die Zahl der Gaststätten seit 2001 um 48,1 Prozent gesunken ist.[3] Als Gründe werden der allgemeine Rückgang des Bierkonsums, ein geändertes soziales Verhalten der Jüngeren und der Nichtraucherschutz angenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Dröge, Thomas Krämer-Badoni: Die Kneipe. Zur Soziologie einer Kulturform oder „Zwei Halbe auf mich!“. Frankfurt 1987. ISBN 3-518-11380-1.
  • Björn Kuhligk, Tom Schulz (Hrsg.): Das Berliner Kneipenbuch. Berlin 2006
  • Jörg Rössel, Michael Hölscher: Soziale Milieus in Gaststätten: Eine Beobachtung. Sociologus 54: Seiten 173 - 203, 2004
  • Gudrun Schwibbe (Hrsg.): Kneipenkultur. Untersuchungen rund um die Theke. Münster 1998
  • Georg Wedemeyer: Kneipe & politische Kultur. Centaurus-Verlagsgesellschaft, Pfaffenweiler 1990. ISBN 3-89085-420-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Kneipe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage, Seite 503, ISBN 978-3-11-017473-1
  2. dtv-Lexikon, Februar 1976, ISBN 3-423-03053-4, Band 3, Seite 18
  3. Kneipensterben. Zahl der Gaststätten um 48 Prozent gesunken“, WELT online vom 9. April 2012, zuletzt abgerufen am 31. Mai 2012